Text: Sascha Kösch aus De:Bug 18

DAS SCHWARZE LOCH DER IDENTITÄT Theo Parrish – Loving the Alien – Iskorpit Sascha Kösch bleed@de-bug.de Black Music – nichts sagt sich einfacher als das. Aber was es heißen soll, gerade in Zeiten elektronisch-digitaler Produktion, wird immer unklarer. Gibt es ausser den traditionalistisch kulturellen Zuschreibungen, außer rassistischen Elementen wie “sexy”, “groovy” oder “Polyrhythmik” oder anderen Instrumentarien, die mittlerweile als Pre-Sets jedem zugänglich sind, überhaupt noch Möglichkeiten einer nicht rein regional bestimmten schwarzen Identität? Gibt es überhaupt noch die Möglichkeit von Identität ohne schwarze Identität? Und macht es in der Unentschiedenheit dieser Fragen noch Sinn, überhaupt nach Identität zu suchen? Und wie sieht es aus, wenn man medial ein paar Schritte nach vorne geht? Schwarzes Webdesign klingt schon absurd, aber wie absurd klingen erst schwarze Programmiersprachen? Wären die noch plattformübergreifend? Und während sich auf vielen Ebenen in House, Techno, Drum and Bass und anderen Genres auch ausserhalb von Musik längst und vielleicht gerade aufgrund der Abwesenheit klassischer Identifikationsmechanismen einer Face to Face-Sozialisation, ein Selbstverständnis des Miteinanders entwickelt hat, dessen politische Wirkung – und kommende Möglichkeiten – nicht unterschätzt werden sollten, würden Leute wie Mike Ink oder Mad Mike sicher auf einen Gegenentwurf von Nationen pochen, die klar differenziert dort Unterschiede einführen, wo vielleicht, aber auch nur vielleicht, die Grauzone einer positiven Unentschiedenheit Probleme beiseite schafft. Probleme, die selbst in die Definitionen von Menschmaschinen, Unmenschen und Ausserirdische einfliessen. Drei Artikel zum Thema: Jan Joswig zu schwarzer Housemusik in Detroit und Mercedes Bunz über linkes Selbstverständnis zwischen Black Identity, Science Fiction und Aliens und Gunnar Reski über eine türkische Kunstausstellung in Berlin. Ab Seite 4

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Elektronische Lebensaspekte.