Booka Shade, die Produzenten von Get Physical, Berlins deepester Discoschmiede, erklären euch, wie die Liebe zum Analogsynth ihr Herz Hals über Kopf an einen Plug-In-Synth verlieren kann. Der Aturia Minimoog machts möglich.
Text: Booka Shade aus De:Bug 87

My Favorite Machines
Booka Shade und ihr Lieblings-PlugIn

Da wir schon seit bald 20 Jahren mit Synthesizern und allen möglichen anderen elektronischen Instrumenten hantieren, haben sich im Laufe der Zeit einige (zum Teil obskure) Oldtimer-Perlen in unseren Studios angesammelt, so z.B. ein Banana, Moog Source, Sequential Circuits Pro One, Roland SH 101 und diverse Drumboxen. Umso erstaunlicher ist es vielleicht, dass wir uns als “Favourite Machine” für ein Synthesizer-Plug-In entschieden haben: den ATURIA MINIMOOG.

Wir haben es ausgesucht, weil es für uns im Moment einfach unverzichtbar ist … ein richtiges Brot-und-Butter-Instrument. Ein für uns damals unerschwingliches Minimoog-Original durften wir übrigens vor mehr als 15 Jahren im legendären “Synthesizerstudio Bonn” anchecken und hatten ab sofort etwas zum Träumen (das waren die Zeiten unseres Synthie-Tourismus: außer einem Korg Poly 800 nix auf Tasche, aber 150 km weit fahren, nur um einen PPG 2.3 zu SEHEN …).

Jedenfalls, nachdem man das Aturia-Programm installiert hat und sich für eine Holzsorte des Synthierahmens entschieden hat, erwartet einen ein definitives Monster an Synthesizer. In unserem Fall nutzen wir den Aturia seit ein paar Monaten besonders als … na? … Bass-Synth in fast jedem Track. Auch DJ T, dessen Platten wir produzieren, hat sich sofort in das Teil verliebt und bekommt jetzt vor Entzückung jedesmal feuchte Finger, wenn es an die Bassline geht. Obwohl der Softsynth bei Minimoog-Puristen mit Sicherheit gegen das Original abschmiert (wen interessiert’s …), ist Aturia hier ein gnadenlos gutes Gerät gelungen. Von weichen, druckvollen Bässen über knackige Sequenzen bis zu phasigen Sweep-Pads ist alles vertreten, was das analog schlagende Herz begehrt. Die 500 Presets sind sehr gut programmiert und bilden eine hervorragende Basis zum Weiterschrauben, was man auch gerne tut, da die Eingriffsmöglichkeiten so phantastisch effektiv und einfach sind.

Ein kleines Problem beim Arbeiten mit einem G4 ist, dass der CPU-Bedarf des Softclippings proportional mit der Anzahl der benutzten Oszillatoren und Stimmen wächst. Um den Minimoog-Bässen noch ein wenig mehr Druck und Präsenz zu geben, nutzen wir zwei weitere wundervolle Alltagshelfer der schönen neuen PlugIn-Welt:
den Fairchild-Compressor oder den LA-2A von Bombfactory.

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Elektronische Lebensaspekte.