Nein, es ist nicht die erste Dokumentation über Dub, über den jamaikanischen Minimalismus. Aber gefühlte 40 Jahre nach der "Erfindung" von Dub und zwanzig Jahre nach dem Tod von King Tubby ist es nicht nun einfach Zeit für ein Update.
Text: Thaddi aus De:Bug 135

Dubechoes

Bruno Natal, brasilianischer Regisseur, macht in “Dub Echos” vieles richtig. Zum Beispiel fährt er nicht nur nach Jamaika und interviewt die übrig gebliebenen Pioniere, sondern spricht auch mit Musikern, für die Dub einer ihrer bedeutendsten Einflüsse war und ist. Bei Kode 9, Adrian Sherwood, Howie B und Roots Manuva macht das natürlich Sinn. Bei der Thievery Corporation vielleicht eher weniger, aber das ist Geschmackssache.

Mit Natals Schwenk quer durch Jamaikas Erbe beleuchtet er eben nicht nur schnöseligen BigBeatHouse, sondern auch die in England immer noch starke DigiDub-Szene, lässt die Väter der Musik radikal mit Drum and Bass abrechnen (“we invented that”), legt den Einfluss von Dub auf Punk noch mal pointiert offen und macht vor allem eines: nicht viel.

Sobald er Helden wie Sly & Robbie, Congo Natty, U-Roy, King Jammy, Bunny Lee, Don Letts, Journalisten wie David Katz oder auch den Chef von Blood & Fire, Steve Barrom, vor der Linse hat, mischt er sich nicht ein und bietet diesen unterschiedlichen Charakteren den Platz, den sie brauchen, um die wahre Geschichte zu erzählen. Vom Riddim zum Soundsystem, von Jamaika nach Europa, von der Dubplate bis zum Ausverkauf.

http://www.souljazzrecords.co.uk

About The Author

Elektronische Lebensaspekte.