Die 12-Meter-Zeichnung
Text: Michael Aniser aus De:Bug 143

Ein derart umfangreiches Thema wie die Apokalypse verdient eine umfangreiche Betrachtung. Ein 12 Meter langes Comic-Gemälde anzufertigen und als Buch herauszubringen ist da nur konsequent. Was auf dieser Flurlänge vorgeht, lässt sich schwerlich in Worte fassen. Stellt euch einfach alle Grausamkeiten der letzten 4.000 Jahre vor, am besten gleichzeitig, und lasst euch auf die Tour de Force aus Wahnsinn und Grauen ein. M.S. Bastian und Isabelle L. schreiben sich mit diesem Gemälde in eine lange Tradition der Apokalypsendarstellung ein, angesiedelt ist das Ganze in der Comicwelt Bastropolis, wo die Gestalten des Künstlerpaars schon seit Jahren ihr Unwesen zwischen Kunst und Comic, U- und E-Kultur treiben. Diese Grätsche liefert auch im vorliegenden Buchbild wunderbare Schnittmengen zwischen Zitat, Parodie und Aneignung. Während irgendwo bei Meter 7 Adolf Hitler hervorlugt, wird ein paar Meter vorher Guernica parodiert und wiederum davor der Topos des Totentanzes illustriert. Pop, Pathos und Parodie – auf der Rückseite des Bildes gibt es noch einen Essay des Germanisten Konrad Tobler, der sich das Thema Apokalypse auch kunsthistorisch fundiert vornimmt.

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Elektronische Lebensaspekte.

2 Responses

  1. tulibri Bücher

    Bastokalypse: ein 12 Meter langes Comic-Gemälde, derzeit in Solothurn zu sehen, ist auch als Leporello erschienen… http://fb.me/TXjsbLp4