Alex Flach fotografiert die Stadt mit Zahnlückengrinsen
Text: Jan Joswig aus De:Bug 124


Alex Flach
Berlin Calling
Drago

Filmrollen oder Skateboardrollen – Hauptsache Rock’n’Rollen. Alex Flach ist der wilde schwarzhaarige Struppelmann, den man nie mit Kamera sieht, der aber doch immer auf den Veranstaltungen für Kunst, Musik und Mode, solange sie street genug sind, sein waches Auge draufhält. Und zwischen Party und Straße sowieso.

Der Fotoeditor des Lodown-Magazins ist ein Buddy, ein Skater, ein Typ zum Pferdestehlen und VisVim-Schuhe kaufen. Eine typische Großstadtpflanze mit dem speziellen Blick für Hinterhöfe und Bordsteine, für das Abenteuer in der Stadt mit Körperaction, Sex, Beton und Wurstbuden. Wenn Alex Flach Menschen proträtiert – seien es Prominente wie Princess Superstar, The Kills, Dash Snow, Larry Flint, Coco Rosie oder seine skatenden, pinkelnden und chillenden Kumpels –, fotografiert er immer die Stadt mit.

Schnell, vital bis rüpelig sind seine aus der Hüfte geschossenen Momentaufnahmen, aber nie despektierlich oder zynisch. Man blättert seine Monographie über zehn Jahre Berliner Leben durch wie einen rasenden Insiderreport über eine Stadt, die mit Zahnlücke grinst. Spätere Generationen werden “Berlin Calling“ zur Hand nehmen wie wir heute Zille-Bildbände.

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Elektronische Lebensaspekte.