Mercedes Bunz über das Prinzip "Verteilen statt Speichern".
Text: Anton Waldt aus De:Bug 122


Mercedes Bunz
Die Geschichte des Internet
Kulturverlag Kadmos

Wer sich schon mal gefragt hat, warum wir unsere werte Mitherausgeberin Mercedes Bunz jahrelang zur Uni geschickt haben: Hier ist die Antwort. Kurz und bündig auf knapp 150 Seiten rollt Mercedes die Geschichte unseres Lieblingsnetzes noch einmal auf und ergründet dabei, warum das Internet nicht so jämmerlich daherkommt wie das Telefonnetz.

Dafür muss zunächst mit beliebten, aber unausgegorenen Allgemeinplätzen aufgeräumt werden, wie dem Ursprung des Netzes als atombombensicheres Militärvehikel. Hinter den populären Nebelgranaten nimmt dann die unspektakuläre Geschichte vom schlauen Code und seiner entzückenden Eigendynamik Gestalt an.

Das Prinzip, das dabei zu Tage tritt, heißt “Verteilen statt Speichern”, demnach wäre P2P kein merkwürdiger Auswuchs eines durchgedrehten Technologie-Booms, sondern die logische Konsequenz einer 40-jährigen Entwicklung. Feine Lektüre, die sich geschmeidig liest, auch wenn “Die Geschichte des Internet” seine akademische Herkunft nicht völlig verbergen kann.
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Elektronische Lebensaspekte.