Noch gruseliger als befürchtet
Text: Anton Waldt

liebestaenze

Rainer Schmidt
Liebestänze
KiWi

Rainer Schmidt hat einen “Techno-Roman” geschrieben, der alle Befürchtungen erfüllt, die das Genre zu wecken vermag. Sprachlich dümpeln die “Liebestänze” über 316 Seiten auf Groschenroman-Niveau, eine nennenswerte Handlung findet nicht statt, die Anekdoten sind abgedroschen, die Figuren bekommen außer Namen und Geschlecht keinerlei Kontur oder Motivation, Orte und Szenen sind im Hören-Sagen-Stil hingerotzt.

Laut Klappentext ist dieser Sud aus Langeweile, Fantasielosigkeit und Vollidioten-Klischees der “wahre Roman über die deutsche RAVEolution der 90er-Jahre”, aber “Liebestänze” reduziert die denkwürdige, facettenreiche, aufregende Zeit auf zwei Binsenweisheiten: Ecstasy macht glücklich. Zuviel Ecstasy macht unglücklich.

Fehlt eigentlich nur noch: Blöde Arschlöcher auf Ecstasy sind auch nur blöde Arschlöcher.

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7 Responses

  1. fraktionaugenzu

    das nenne ich mal einen Verriss. Das lädt ja schon fast wieder zum lesen ein, um sich da auch wirklich sicher zu sein, das dieses Druckerzeugniss wirklich so schlecht ist.
    na ja, mal auf das Taschenbuch warten.

  2. meos

    habs gelesen, fand es ok. ärgerlichverwobene sach und romangeschichte.
    hatte auch nichts anderes zu tun… hat nicht weh getan

  3. Vincent

    Oha! Da hat sich aber ein Kritikermännchen mal so richtig was getraut! Hut ab! Dem Schmidt haben Sie es aber ordentlich gegeben, Herr Anton. Aber kann es sein, dass da ein Anton den Wald vor lauter Bäumen nicht mehr sieht? Haben Sie das Buch gelesen? Haben Sie die sensationelle Plattform liebestaenze,de mal angeklickt? Waren Sie jemals auf einer Tanzfläche, wenn der Beat durch den Magen schoss? Nein, nicht Schützenfest, Herr Anton. Nicht bummtata. Wir reden hier von Techno, Loveparade, Clubbing und – Achtung, Herr Anton, jetzt wird’s hart – Drogen.Ganz groß finde ich das Wort “Hören-Sagen” in dem Zusammenhang. Ja, Herr Anton. Es scheint, als wäre das nicht erfunden, sondern (natürlich in Romanform, ganz sicher ohne den Zusatz Groschen!) als hätte man diese Geschichten dem Autor tatsächlich “erzählt”. So etwas, Herr Anton, nennt man Recherche. Aber dafür blieb Ihnen sicher keine Zeit. Sie kriegen sicher Groschen- äh, Zeilengeld, da kann man sich, absolut verständlich, mit so nem Verriss natürlich nicht allzu lange aufhalten. Zum Abschluss noch zwei Anmerkungen. 1. Warum verschwenden Sie in Ihrem (sehr teuren) Magazin Platz für etwas, das Sie offensichtlich abscheulich finden? Haben die Leser von De:Bug für 3,80 Euro (?) nicht wirkliche Tipps der Experten verdient? Ich jedenfalls greife in Zukunft lieber zu Magazinen, die mir Tipps geben, was ich lesen soll. Und nicht zu denen, die mir sagen, was ich nicht lesen soll… Sie wissen schon, wieviele Bücher im Jahr erscheinen, oder? 2. Zumindest in Ihrem Fazit haben Sie Recht. Ja, “blöde Arschlöcher auf Ecstasy sind auch nur blöde Arschlöcher”. Aber ganz ehrlich, Herr Anton: Was wollen Sie uns damit denn jetzt sagen? Wahrscheinlich sind Sie nach dem letzten Satz sogar ein bisschen gewachsen. Der Schreibe und dem Intellekt nach zu urteilen, der aus Ihren Sätzen quillt, schätze ich Sie nun auf gute 1, 45 Meter.
    Herzliche Grüße von der Tanzfläche. Hier sprechen alle von “Liebestänze”. Einer hat sich grad ne De:Bug reingeworfen. Aber dem scheint es jetzt echt schlecht zu gehen. Ich gehe mal Wasser holen…

  4. Danny

    Danke für diesen Kommentar.Das ist genau meine Meinung.
    Der Artkel klingt eher nach jemanden der noch nie dieses Feeling auf der Tanzfläche, mit dem richtigen Publikum, in der richtigen Location erlebt hat. Jemand der das was er hört beurteilt ,ohne sich selber ein Bild von dem zu machen.

    Diese Bewertung ist auch die einzige SCHLECHTE BEwertung die ich gefunden habe, was mich irritiert.Und schlechte Bewertungen sollten nicht als Artikel veröffentlicht werden, das will niemand lesen.Aber ich möchte mich jetzt nicht wiederholen ,sondern dem nur zustimmen.

  5. Carsten

    Vincent und Danny, das ist der grösste Schwachsinn den ich seit langem gelesen habe.

    Oh du schöne Techno-Welt – Kritiken dürfen also nur positiv sein – absurd. Lieber sollte man dankbar sein, dass es neben dem ganzen Promotion-PR Scheiss noch Kritik gibt, die auch ihren Namen verdient. Bitter nötig leider. Negative Kritik ist nicht gleich schlechte Kritik, im Gegenteil.

    Und – es gibt nun mal objektive Qualitätsmerkmale die ein gutes Buch, egal zu welchem Thema und ob man dafür schon mal die und die Scene selbst erfahren hat , erfüllen muss.
    Und abgedroschene Klischees abackern, blasse Figuren und in der Tat fehlende Handlung gehören nicht dazu.

  6. Rabiata

    Ahoi Genossen….

    1. Was redet ihr von Roman? Es ist ein Erzählroman. Dies bedeutet, das weiß der Kritiker sicherlich auch, es ist im Überwiegenden in der lyrischen Form eine Erzählung, die leichte Spuren eines Romans u.a. durch die Seitenanzahl enthält. Natürlich kann heute jeder einen Roman Roman nennen. Die Tiefe Beschreibung der Schauplätze wäre dann sinnvoll, hätten wir hier tatsächlich einen Roman vor unserer Nase. Ebenso betrifft das die Personen. Bis auf die leicht detaillierte Beschreibung und Entwicklung des Paten, fehlt dieses gänzlich in den anderen Darstellern. Es gibt nun einmal nur leichte Beschreibungen.

    2. An den Kritiker und seine Kritiker wie auch Befürworter

    Deine, nennen wir sie “Berufsbezeichnung” , sagt es ja schon: KRITIKer
    Er Kritisiert. Allerdings empfinde ich es als wenig konstruktiv etwas in die Kriktikerschreibe zu nehmen, was ich eh schon als “Befürchtung” erwarte. Behandle ich eine Thematik vorab Kritisch kann ich entweder überrascht werden d.h. mein Bild noch einmal wandeln oder ich kann meine kritische Perspektive noch verstärken und mir sagen: Ich habs doch gewusst!!! Dazwischen gibt es noch eine Mischform, die allerdings in der Regel nur eine Anreihung der beiden Varianten ist. Also wenig nutzbar.
    Ich wäre an sich eh für ne Abschaffung des Berufes Kritiker, wie wär es mit Bewerter? oder gar Leser? Kritiker sagt ja schon aus wohin es führt.
    Desweiteren ist dies alles subjektiv!

    3. Ob er das alles selbst kennt oder nicht können die Kritikeruser nicht bewerten. Kennt ihr ihn? Nein tut ihr nicht. Ende.

    So und bei soviel gequassel, geb ich auch mal meinen Senf noch weiter oben drauf. Und diesmal zum Buch.

    Ich habe das Buch in einer Zeit langer Arbeitstage auf meinen Zugfahrten gelesen. Ich fand es in Ordnung. Einige Anekdoten konnten mir ein inneres Lachen entlocken. Da man sich in so manchen Situationen wieder findet, die zwischen den Zeilen passieren. Es sind die Dinge, wenn man sich in dieses Leben, diese Welle des Techno und v.a. der Partys wirft und weiter und weiter geht, unweigerlich passieren. Ganz klar.
    Man muss natürlich sehen, die Geschichte ist eine Geschichte der 90er. Nicht von Rave anno 2009/2010. Die Story ist wahrlich etwas Strange. Doch genau das gefällt mir. Wenn ich lese, will ich abtauchen. Und mein Gott natürlich kann man jetzt ne Doppelmoral anknipsen und sagen, der Schreibt nur ne Geschichte die von Pille zu Pille spielt.
    Die Personen der Geschichte stecken in Ihrem persönlichen Sturm und Drang. So ist es nun mal, bis dich der Alltag einholt. Da muss jeder durch. Und wer es kennt, kann diese Inhalte in der Erzählung auch nachvollziehen. Diese Geschichten passieren und passieren immer wieder. Never Ending Party bis zum Break. Wer die kennt Szene weiß das.

    Was man sich hätte sparen können ist Paul van Dyk. Aber auch das ist nur meine persönliche ( ,subjektive ) Meinung. Paul van Dyk hätte mich beinahe abgehalten das Buch zu Kaufen. Nun gut, nun war es doch passiert.

    Das de:bug immer Artikel mit einer etwas sarkastischen, feurigen oder ironischen Feder hat, gefällt mir. Doch dieser Artikel ist echt mies. Schulniveau. Dringende Überarbeitung wäre hier angebracht!!!

    Best regards

  7. Markus

    Hallo, hm – habe das Buch heute gelesen. 5% sind total genial, 15% sind nett – und der Rest ist lala bzw. totale Zeitverschwendung. Also gaaaanz unrecht hat der Kritiker nicht. Naklar war es toll, an den Schlangen vorbeizugehen. Kann man immer wieder sagen. Wurde ja auc mindestens 3 mal beschrieben. Aber die ganze Pillen-Kacke. OK – soll ein Roman sein. Aber irgendwie alles schon mal dagewesen.