Inofficial guide through the early days of HipHop
Text: Jan Joswig aus De:Bug 120


In New York entdecken die Ghetto-Kids ihre Wurzeln wieder. In Moonwashed-Jeans, bunten Windbreakern und mit schweren Kassenbrillen (nicht zu verwechseln mit New Rave) breaken sie zu Kool Moe Dee, Run DMC, T-Ski Valley … Als ”Retro Kids“ sind sie längst zum Medienphänomen aufgeblasen worden, Armand Van Helden und Puma haben sich schon draufgeschmissen. Am anderen Ende der Welt, in Zürich, wurde die passende Party zum Retro-Fieber erfunden. Seit letztem Herbst tobt sie auch in Berlin.

Die Rap History Partys spielen jedes Mal nur Tracks aus einem Jahr der HipHop-Geschichte, angefangen bei 1979. Didaktik und Party gehen Hand in Hand, die Tracktitel werden per Leuchtschrift eingeblendet, um historisches Outfit wird gebeten. Die monatlichen Partys werden von kleinen Fanzines begleitet, ein Fanzine pro HipHop-Jahr. Auf 30 DinA5-Seiten wird die Chronologie des laufenden HipHop-Geschehens entrollt, Instrumente wie der Technics MKII oder die Roland Drummaschine technisch, künstlerisch und soziologisch abgeklopft und die Geschichte der wichtigsten Label, Acts und Samples genauso wie viel historisches Bildmaterial und endlose Plattenlisten geliefert.

Im kopierten Scharzweiß-Stil von Punk-Zines werfen sich die Rap-History-Zines mit der Listen-Begeisterung akribischer Nerds auf eine der Jugendkulturen, die immer noch am meisten Cool-Material bietet. Aber Obacht: Erst in seiner Gesamtheit ergibt das Hefte-Mosaik die volle Story. Die Hefte der Berliner Crew um Dejoe und Marc Hype kommen in einem Papp-Schuber, dem zusätzlich eine partytaugliche Mix-CD beiliegt. Die Fanzines kann man auf den Partys kaufen oder sie über die Website bestellen.

http://www.raphistory.net

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Elektronische Lebensaspekte.