Subversive Eingriffe von Terrorismus und Avantgarde
Text: Christoph Jacke aus De:Bug 116


Theorien der Populärkultur
Thomas Hecken
Transcript

Der Bochumer Privatdozent für Deutsche Philologie Thomas Hecken beschäftigt sich schon seit Jahren mit den Feldern populärer Kultur. Doch erst neuerdings veröffentlicht Hecken gleich vier Monographien zum weiten Bereich zwischen Pop, Avantgarde und Terrorismus. Dabei konzentrierte sich Hecken in seinem Baukasten auf vergleichende Analysen subversiver Eingriffe von Terrorismus und Avantgarde, vorrangig in die bundesdeutsche Gesellschaft (“Gegenkultur und Avantgarde 1950-1970“, “Avantgarde und Terrorismus“) auf der einen Seite und Überlegungen zu Popkultur als Prozess des Wählens und Listens in “Populäre Kultur“ auf der anderen Seite.

Warum der Pop-Germanist dabei die weibliche Seite der Popkultur extra als Anhang ausflaggt, sei ihm überlassen und wirkt nicht besonders popkulturell. Nicht nur vom Titel her (“Theorien der Populärkultur”) bildet Heckens neuestes Buch den Nukleus seiner Pop-Beobachtungen, wirkt es doch fast schulbuchartig und beinahe etwas arg kanonisierend. Hecken liefert dabei eine Art Übersicht popkultureller Theorien von Schiller bis zu den Cultural Studies, bei der einige Autoren erfreulich unerwartet auftauchen (z.B. Paul Lazarsfeld, Jürgen Habermas, John Dewey).

Beobachtungen der letzten zwanzig Jahre, die sich ausdrücklich mit Pop beschäftigt haben (von Hebdige über Diededrichsen bis zu Bonz etwa) und einschlägige Reader werden dabei allerdings unverständlicherweise ausgeklammert. Dennoch kann das Buch als Einstieg in Beschäftigungen mit Beschäftigungen der Popkultur hilfreich sein und darauf verweisen, inwiefern sich Denker mit Popularität und Popkultur auseinander setzten, ohne dies explizit zu tun, und heute noch fruchtbar sein können. Einen nachvollziehbaren Pfad ins Land Pop legt Hecken in den Bänden aber allemal.
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