Auf der Suche nach der verlorenen Sicherheit.
Text: Christoph Jacke aus De:Bug 116


Ulrich Beck
Weltrisikogesellschaft. Auf der Suche nach der verlorenen Sicherheit.
Suhrkamp

Der Münchner Soziologe Ulrich Beck hat es geschafft: Er hat mit seiner 1986 erschienenen “Risikogesellschaft“ einen postmodernen Klassiker der Soziologie geschrieben, der wohl so oft zitiert wurde wie kaum eine andere Analyse der nachindustriellen Gesellschaft. Bis heute liest sich das Buch gut, stehen wir doch immer noch inmitten von Diskursen zur Enttraditionalisierung, Ich-Bezogenheit, Entgrenzung von Politik und Ökonomie etc.

Es erscheint demnach wenig verwunderlich, dass Beck nun mehr als ein Update seiner “Risikogesellschaft“ veröffentlicht. Wenn auch das Präfix “Welt“ an Luhmanns “Weltgesellschaft“ oder Bolz’ “Weltkommunikation“ erinnert – der arg plakative Titel sei Beck verziehen -, möchte er doch an seine Risikogesellschaft anschließen, ohne sie lediglich aufzuwärmen. Vormals eher nationale Gefahren wie Terrorismus, Klima-Problematik und schwankende Finanzmärkte haben sich mittlerweile globalisiert und dementsprechend den ganzen Erdball umspannend bedrohlich über die Menschheit gelegt.

Wie diese Risiken medialisiert und inszeniert werden und dass sich aus ihnen nicht nur Ängste, sondern auch Hoffnungen schließen lassen, beschreibt Beck in diesem Buch. Es gelingt ihm, eine soziologische Analyse derart zu schreiben, dass man meint, einen spannenden und manchmal beängstigend lebensnahen Roman zu lesen: Erkenntnis durch kritisches Interesse in unserer reflexiven Mediengesellschaft.
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Elektronische Lebensaspekte.