Die Flut prekärer Magazin-Titel im Überblick
Text: Jan Joswig aus De:Bug 114


We love magazines
Editions Mike Koedinger/Die Gestalten

Die Medienwelt ist in Aufruhr und Umbruch. Blogs haben die klassischen Nachrichtenformate erschüttert. Mit der sprunghaften Zunahme an Fashion- und Designblogs fühlt sich auch die Magazinwelt herausgefordert. Es sind so viele Magazine wie nie zuvor im Umlauf, ihre Existenz ist aber auch so prekär wie nie zuvor. Die Liebhaber müssen zusammenrücken. Dazu gab es dieses Frühjahr das Symposium “Colophon“ in Luxemburg, bei dem sich Magazin-Macher aus aller Welt trafen.

“We love magazines“ ist Quintessenz und Fortführung dieses Austausches von Magazin-Spezialisten. In analytischen Berichten, Hintergrund-Interviews, historischen Abrissen und leidenschaftlichen Bekenntnissen wird kurzweilig, aber prall von Fakten und Namen die Welt der Magazine aufgerollt und problematisiert. Außenstehende kommen dabei genauso auf ihre Kosten wie Leute vom Fach, auf dem Pfad in die innere Architektur der Magazinwelt führt einen “We love magazines“ so, dass man das Buch nicht nur schlauer, sondern auch interessierter zuklappt. Die ästhetische Seite wird genauso beleuchtet wie die wirtschaftliche, Designer, Redakteure, aber auch Werbeagenturen und Mediaplaner kommen zu Wort.

Die Fleißarbeit, über 1.000 internationale Magazintitel mit Redaktionsanschrift zusammengetragen zu haben (hoho, De:Bug ist auch dabei, gleich neben dem Deutsch Magazin …), wird einen in einem Jahr natürlich niemand mehr danken. Schon jetzt sind die Einträge zu Alert, Groove und Qvest nicht mehr aktuell, zum Beispiel. Aber dafür springt die stetig aktualisierte Website ein. Und wegen der Fakten-überbordenden historischen Abrisse und der fachkundigen Debatten wird man “We love magazines“ immer wieder zur Hand nehmen – und wegen der vielen Liebeserklärungen an die Welt der Magazine.
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http://www.welovemags.com

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Elektronische Lebensaspekte.