Informationsgrafik und Datenvisualisierung - R. Klanten, N. Bourquin, S. Ehmann, T. Tissot (Hrsg.) - Die Gestalten Verlag
Text: Ji-Hun aus De:Bug 141

Auch der zweite Teil der Data-Flow-Reihe ist eine großartig gelungene Anthologie der heutigen Möglichkeiten von Informationsgrafiken. Die Ära Kuchendiagramm so fern wie ein Münzfernsprecher, werden hier Visualisierungsbeispiele gezeigt, die poetisch-illustrativ bis hochinformativ-komplex sein können. Digitale Datenkonvergenzen und Algorithmen haben eine neue gestalterische Spezies entstehen lassen. Hier folgt die Form keiner Funktion, hier ist die Form Funktion. Denn Datenvisualisierungen sind kein Bemühen einer absoluten Darstellung von Sachverhalten, sie sind eine persönliche Interpretation des jeweiligen Gestalters.

Die Ergebnisse derselben Informationsbasis können so von Chartporn über Wurzelstrukturen bis hin zu 3D-Objekten reichen. Gewissermaßen spiegeln sie auch eine neue redaktionelle Form der Informationsvermittlung wider. Die Kombination aus journalistischer, wissenschaftlicher Recherche und moderner, visueller Kommunikation. Renommierte Zeitungen wie die Zeit und The Guardian setzen mittlerweile nicht umsonst auf David McCandless’ Arbeit (information is beautiful). Die 10er Jahre werden ohne Zweifel die Ära der Infografiken sein. Data Flow wird mit dem zweiten Teil zum fundamentalen Archiv dieser Epoche.

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