Text: gregor wilderman aus De:Bug 02

Buckfunk 3000 aka Simon Begg Gregor Wildermann
gregor@berlin.snafu.de

Neuronavigation ist in der Medizinwelt im Moment ganz hip. Würde man bei Simon Begg in die hinteren Winkel des Hypothalamus und anderer Weichteile vordringen, wäre die Datenleitung sicherlich sofort überlastet. Ein Mann mit 4 verschiedenen Pseudonymen auf mehr als 6 Labels könnte durchaus Dr. Jekyll und Mr. Hyde als Vater haben.

Zusammen mit Cristian Vogel gründete er das Mosquito-Label und die “No Future-Agency”. Als Si Begg veröffentlichte er eine “Opus”-EP auf Tresor und eine “Nothing is True Zen Say”-EP auf Chrome (Schwesterlabel von Force Inc.). Als Cabbage Boy dann eine “Planet”-EP auf Ninja Tunes und als Bigfoot eine “Sasqutch”-EP auf Eukatech. Dazu gesellten sich noch sein eigenes Label namens “Noodles” und zwei EPs auf dem englischen Language-Label, zu dem es wie immer eine Geschichte mit Anfang und Ende gibt:
“Tony Thorpe (Labelowner) hörte die Mosquito 002, die ich zusammen mit Christian gemacht hatte und wollte für die Miscellaneous-Compilation einen Track von Neil Landstrumm haben. So kamen wir dann ins Gespräch. Ich hörte mir seine Ideen für das Language-Label an. Mir gefiel das auf Anhieb und so schickte ich ihm ein Tape mit den Stücken, die mir dafür passend erschienen. Ja, und daraus wurde dann die erste Buckfunk 3000. Der Name war eigentlich nur für einen Track vorgesehen. Er hieß Buckfunk und hatte einige Samples von Buck Rogers drin. Dann produzierte ich noch zwei Tracks, die auch sehr futuristisch klangen und Tony meinte, warum nicht unter diesem Namen alle meine Tracks für Language produzieren.”
All das entsteht in seinem Studio in Harrow, das im Nordwesten von London liegt. Bei der Frage nach der eigenen künstlerischen Differenzierung und der des Languagelabels (Untertitel: Music For Open Minded People) beruft er sich auf eine schlichte Unabhängigkeit, die selbst der Schweiz zu ehrenwert vorkäme.
“Wenn ich ein paar Tracks fertig habe, spiele ich sie Tony vor. Er sagt mir, welche Idee oder welche Elemente ihm gut gefallen. Dann setze ich mich wieder an den Track und versuche ihn in dem Stil auszuführen, den ich mir unter einem Buckfunk 3000-Track vorstelle. The bottom-line is quality. Es muß immer das Beste aus dem jeweiligen Genre sein. Aus geschäftlichem Sinne wäre eine geschmackliche und stilistische Eingrenzung sicherlich von Vorteil, weil die Leute im Moment noch zu unflexibel für solch ein Konzept sind. Aber Tony ist ähnlich wie ich: Ich mag so viele verschiedene Musikrichtungen. Hauptsache ist aber immer noch, daß sie mir auch gefallen. Im Prinzip ist der DJ derjenige, der dann unter der ganzen Masse von Platten die Besten auswählen sollte und so auch den Geschmack der Leute prägen wird.”
Mit Zeit und Lust kann man Si Begg am 2.August im Tresor/Berlin zusammen mit Christian Vogel auflegen hören und dann feststellen, ob ihm die Auswahl an Qualität gelingt. So may the Buckfunk be with you!

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Elektronische Lebensaspekte.