Kölns stolzestester Groove
Text: Sascha Kösch aus De:Bug 123


Eine tief gefühlte Verantwortung für ihre Sounds macht Bukkador und Fischbeck zu unzertrennlichen Studiokumpels. Im Hause Traum sind sie da genau richtig, denn der Chef hat immer ein offenes Ohr.

Bukkador und Fischbeck gehören wie so einige andere zu den Acts, für die die Label des Traum-Imperiums ein großes Sprungbrett waren. Auch Kölner, haben beide zwar schon als Produzenten gearbeitet und auf diversesten Labeln unter verschiedenen Namen seit Anfang des Jahrtausends releast, aber ihre erste EP auf My Best Friend, “Polterabend”, war schon eine Initialzündung. “Als echter Kölscher”, so Bukkador, “wollte ich unbedingt mal was auf einem Kölner Label machen. MBF passte musikalisch zu uns, ich kannte auch andere, die dort releast hatten, und wir haben dann einfach direkt für das Label Tracks produziert, die Riley gleich gepasst haben.” Mittlerweile releasen beide nur noch unter Bukkador und Fischbeck, ihre vielen Livegigs rauben langsam schon wichtige Studiozeit und alle anderen Projekte sind eingestellt. “Live nehmen wir Loops von unseren Tracks und bauen die anders zusammen. Neue Produktionen testen wir mittlerweile auch vorher live. Die letzte MBF ist komplett aus einem Livegig entstanden”.

Zusammengekommen sind die beiden, weil Bukkador auf einem Alphabet City Sublabel einen Track releast hatte und einen Remixwettbewerb dazu gemacht hat, den Tim Fischbeck gewonnen hat. Seitdem, 2000, sind sie als Produzenten untzertrennlich. Ihre Tracks haben einen gewissen Stolz in den Grooves und Sounds und man merkt ihnen nicht nur die Professionalität an, sondern auch, dass die beiden sich perfekt ergänzen. “Wir sind grundlegend verschieden, aber haben trotzdem irgendwie den gleichen Geschmack. Tim will manchmal mehr Melodien haben, ich nicht, das ergänzt sich. Wir versuchen uns immer zu wehren, dass jemand sagt, wir seien in der Minimalschiene. Wir legen Wert auf Feinheiten, dass der Sound satt ist.”

Ein Sound, den er mit seinem Masteringstudio auch an andere weitergibt. “Wir nehmen uns gar nicht vor in eine gewisse Richtung zu produzieren. Man bedient natürlich auch ein gewisses Publikum, weil die Leute von uns auf MBF diesen fetten, massiven, bassigen Sound erwarten, und wir achten schon drauf, zumindest auf einer Seite immer das zu machen, was die Leute auch von uns wollen. Aber wir wollten von Riley schon die Freiheit haben, um nicht auf anderen Labeln zu produzieren, auf Traum dann auch andere Sachen machen zu können. Wir wollen uns austoben können.” Und damit haben sie sich mittlerweile als ein wichtiger Pol im Traum-Trapez-Universum etabliert.

“Worauf wir wirklich viel Wert legen, ist das Familäre. Es ist eine coole Symbiose. Traum ist fünf Minuten von mir weg. Wir kreieren oft Ideen und fahren dann einfach abends mal vorbei. Die Künstler, die auf den Labeln sind, passen charakterlich auch gut zu uns. Man trifft sich da auf einen Kaffee. Das macht einfach Spaß und ist nicht nur das Musikalische als Verbindung. Riley steuert das Ganze auch und es ist wirklich eigen, was die Label machen. Oft denke ich mir, hm, was macht er denn da jetzt schon wieder, aber dann kommt gleich das Wow! Er hat ein Gespür, die Leute zusammenzuhalten, und seine Produzenten dazu zu bringen, alles zu geben. Riley legt viel Wert drauf, dass man Spaß hat. Er versucht sich schon vorher einzubringen und einem über die Schulter zu sehen. Ich hab ja auch schon auf vielen Label was gemacht, aber Riley ist einfach immer da. Egal wann man anruft. Er hat immer, genau wie Jacqueline, ein Ohr für einen und sie sind immer für eine Idee offen. Ich hab das noch nie erlebt, dass Leute mit soviel Herz daran arbeiten.”
http://www.myspace.com/baggybukaddor

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Elektronische Lebensaspekte.