Text: Felix Denk aus De:Bug 82

“Zum ersten Mal bin ich auf Throbbing Gristle gestoßen, als ich Ende der 1980er-Jahre in London war und die super Gelegenheit hatte, im Lagerraum von Mute rumzustöbern. Ich habe mir ein paar Sachen von Depeche Mode und Yazoo mitgenommen und bin dann an den merkwürdigen Covern von TG hängen geblieben – die sahen ja aus wie eine Folkband aus den 1960ern! Auch der Blitz erinnerte an Grateful Dead. In Amerika habe ich mir die Sachen dann mal genauer angehört und bin ausgeflippt. Ich stand damals ziemlich auf Industrial und habe neben Techno und House auch Ministry- und Wax-Trax-Sachen aus Chicago gehört. Das ist schon lustig: Da sitzt man in Detroit und geht zu dieser Musik von englischen Kunsthochschul-Typen ab! Meine erste EP auf Planet E habe ich dann “4 Jazz Funk Classics“ genannt– eine Referenz an TG.
Den Remix von “Hot on the Heels of Love“ hatte ich schon vor einiger Zeit gemacht. Die Version von Still Walking war aus der Zeit, als ich auch Basic Reshape produziert hatte, ist also schon zehn Jahre alt. Irgendwie hatten TG davon gehört und mich dann gefragt, ob sie die Bearbeitungen für das Album haben könnten. Einen weiteren Mix von “Convincing People” haben sie nicht genommen.
Es gab wohl einiges an Diskussion bei TG, wie viel ich überhaupt an den Stücken geändert hätte. Ich glaube, sie haben sich das nicht so genau angehört oder sie erinnern sich nicht mehr so richtig, wie sie das selbst gemacht haben. “Hot …“ ist ein Re-edit. Erst am Ende füge ich etwas dazu – ansonsten ist der wesentliche Unterschied die dickere Kickdrum und die Länge des Stücks. Das erinnert vielleicht an Patrick Cowleys Version von Moroders “I Feel Love”. Ich habe eh den Eindruck, dass TG sich ziemlich bei “I Feel Love” bedient haben – hör dir nur mal die Stimme an. Mir ging es jedenfalls darum, das Stück für den Dancefloor aufzubereiten. Manche Leute denken aber, man müsste bei einem Remix das Original total zerstören und etwas komplett Neues machen.“

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Elektronische Lebensaspekte.