Text: Sascha Kösch aus De:Bug 90

Chevron

Chevron heißt J. Valentine, weshalb Paradinas ihm den Gefallen tut, sein Debutalbum “Everythings exactly the same” am Valentinstag zu releasen. Aber Chevron macht Planet µ auch ein Geschenk, denn sein Album entwickelt genau den Sound, für den Planet µ mehr als jedes andere Label zurzeit stehen kann. Breakcore war gestern, Frickler-Experimente als Selbstzweck sind langweilig, wilde Breaks schön und gut, aber der Dancefloor muss zurück zu seinem ungezähmten Wahnsinn finden, den man in den Spuren von Drum and Bass nahezu aller Planet-µ -Acts findet, nirgendwo aber so deutlich wie bei Chevron. Der Name (ein Logo gab es dazu gratis) ist Programm. Fuel for the masses. Tracktitel wie “Polyphonic Ringtone” und “Rudi The Techno Pioneer” machen die Art von Bodenständigkeit, die in den Folgebewegungen von Hardcore – Drum and Bass, Breaks, Grime – nach einem rufferen Weg für Breaks sucht (äh, gefunden hat …), der Amen, Ragga und Mentasm nicht nur wieder in den großen Whirlpool der Begeisterung für die beste Ravezeit aller Zeiten wirft, sondern damit neues Terrain beschreitet, das mindestens ebenso frisch und ruff klingt und sich ebensowenig um die Herkunft der Samples wie um den cleanen Sound, weder um überwältigend gut produzierte Musik noch eine Streetcredibility kümmert, die weiße Mitzwanziger mit Nasenring und Gel-Iro eh nie mehr erreichen können, sondern ohne Attitude dafür aber mit viel Bass den Dancefloor auseinander nehmen. Die Behauptung, dass Paradinas Leute wie Chevron bei sich zu Hause klont, können wir nicht bestätigen, aber ganz von der Hand zu weisen ist das trotzdem nicht, denn nirgendwoanders ist Chevron so gut aufgehoben wie auf Planet µ.

http://www.chevvers.com

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Elektronische Lebensaspekte.