Chicks On Speed haben viel erreicht. Aber auch Karrierefrauen backen gerne Brot und mögen Techno. Für ihre neue Platte haben die drei Cristian Vogel als Produzenten engagiert, mit dem sie sich selbst den Electroclash ausgetrieben haben. "Press the Spacebar" für einen Neuanfang.
Text: Dennis Kastrup aus De:Bug 88

Der Vogel frisst die Hühner
Chicks on Speed

Wir wagen uns an ein Wortspiel heran: Als Cristian Vogel 1998 mit Jamie Lidell Super Collider ins Leben gerufen hat, nannten die beiden ihr Debüt “Head On”. Sechs Jahre später scheint Vogel wieder Gefallen daran gefunden zu haben, eine Art zweites Debütalbum auf den Markt zu bringen. Zusammen mit den Chicks on Speed (COS) und von ihm zusammengestellten Studiomusikern aus Barcelona, die er, und nun auf den Wortdreher achten, “The No Heads” nannte, produzierte Vogel das dritte COS-Album “Press the Spacebar” (“Natürlich! Cristian, du Teufel. Da habe ich niemals drüber nachgedacht. Wahrscheinlich. Das mit dem Namen war seine Idee.”). Möglicherweise hat die Namensfindung aber auch rein gar nichts mit seinem Techno-Projekt zu tun. Fest steht jedoch: Melissa Morgan, Alex Murray-Leslie und Kiki Moorse von den COS haben mit Vogel dreizehn Stücke aufgenommen, die eindeutig weg wollen von diesem zähen, klebrigen, langgezogenen Kaugummi mit dem bunten Aufdruck Electroclash. “Am Anfang hatten wir schon Schiss, dass die Musiker uns zuviel Vorschriften machen in der Art: ‘Was versteht ihr denn schon davon? Wir sind hier die richtigen Musiker!’, aber das war dann nicht so und es war eine richtig gute Zusammenarbeit.” Über einen Zeitraum von zwei Jahren haben sie sich fünf mal zwei Wochen lang in Barcelona im Studio getroffen. “Wir wollten ein total experimentelles Album. Zuerst sollte es nur eine Single sein und dann eben ein ganzes Album, das eine Abkehr von dem ist, was wir vorher gemacht haben.” Herausgekommen ist ein Album, das mit den beiden ersten Stücken “The Household Song” und “Mitte Bitte” zwar den gewohnten COS-Sound aufgreift, den Hörer dann aber langsam in wirre Soundcollagen, ausgefallene Instrumentalpassagen und quiekende Chicks-Gesänge verschleppt. “Wir sind zu Cristian gegangen und haben gesagt, dass wir eine Platte wie The Shaggs machen wollten. Aber Cristian hatte eine andere Vorstellung und wir haben uns dann in der Mitte getroffen.” Die Mitte, das bedeutet unter anderem das Verwenden von Geräuschsamples in Form von Staubsaugerrauschen, Telefonstimmen und fließendem Wasser, die von COS selber aufgenommen wurden. Vogel hat diese Geräuschsamples dann mit eigenen Soundideen verbunden und erweitert.

“Wir sollten beispielsweise eine Melodie auf einem Blattpapier darstellen. Wir haben dann eine Linie aufgemalt und er hat dann diese Linie in Töne transferiert. Cristian hat total viel Einfluss auf das Ganze gehabt. Er hat alles zusammengehalten wie eine Riesenkrake.” Bei so viel Lobeshymnen und Einflussnahme Vogels, stellt sich die Frage, ob die COS bei “Press the Spacebar” eigentlich mehr als nur die Rolle der singenden Beifahrer besetzen. Doch damit würde man den COS Unrecht tun. Denn schließlich waren sie es, die die Stücke in den vergangenen zwei Jahren geschrieben haben. Sie sind es, die für die Texte verantwortlich sind. So darf auch auf “Press the Spacebar” die gewohnte Auseinandersetzung mit der Rolle der Frau nicht fehlen. Als “Feier der feministischen Hausfrau in Zeiten von Karrieretum” wird “The Household Song” im Presseinfo beschrieben. Bei Nachfrage erscheint dieses Bild viel einfacher: “Household Song haben wir geschrieben, als wir unheimlich viel unterwegs waren und uns nach Hause gesehnt haben. So zu Hause sein und Brot backen. Wenn man so viel rumfliegt, dann ist man einfach total glücklich, aufzuräumen und Hausarbeit zu machen. Man hat als Karrierefrau also viel erreicht und möchte dann einfach wieder zurück. Das darf man nicht allzu ernst nehmen.” Ernst nehmen sollte man aber doch das Stück “Class War”, in dem COS die Politik von George W. Bush kritisieren. Gut für COS, dass dieser in seinem Amt gerade bestätigt wurde. So bleibt der Song genauso aktuell wie die verdrehte siebenminütige Hommage an Courtney Love: “Wax my Anus” zitiert in Magazinen gefundene Aussagen von Miss Love und wirkt durch den verzerrten Gesang genauso abstrakt, wie das tatsächliche Leben der damaligen Kobain Geliebten. “Press the Spacebar” ist ein bisschen schräg, catchy, nervig, D.I.Y., Punk, psychedelisch, experimentell, ein bisschen Cristian Vogel and The No Heads und vor allem ein bisschen nicht wie die beiden Chicks-on-Speed-Vorgänger.

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Elektronische Lebensaspekte.

Chicks on Speed sind ein variationsfreudiges Abenteuerunternehmen. Sie sind wie eine Band. Und sie sind doch keine Band. Das Projekt 'Chicks on Speed' reicht weit über solche Fixierungen hinaus, denn Musik ist für die Chicks nur ein Mittel zum Zweck, die Welt vor grau-bröckelnder Langeweile, eingefahrenen Stereotypen und hämmernden Sloganmaschinen zu retten. Die Basis: Mit allem Herkömmlichen zu brechen. Stil: Undefinierbarkeit. Chicks on Speed versuchen, jedem Medium ihren Stempel aufzudrücken. Einmal verchickt, immer verchickt. Sie sind wie ein kollektives Ich, wo auch mal die innere Hyäne rausdarf, auf der Schulter sitzt und um den wildesten Spass fleht. Wer ist schliesslich ...
Text: kerstin schäfer aus De:Bug 33

Chicks On Speed Will Save Us All! Chicks on Speed sind ein variationsfreudiges Abenteuerunternehmen. Sie sind wie eine Band. Und sie sind doch keine Band. Das Projekt ‘Chicks on Speed’ reicht weit über solche Fixierungen hinaus, denn Musik ist für die Chicks nur ein Mittel zum Zweck, die Welt vor grau-bröckelnder Langeweile, eingefahrenen Stereotypen und hämmernden Sloganmaschinen zu retten. Die Basis: Mit allem Herkömmlichen zu brechen. Stil: Undefinierbarkeit. Chicks on Speed versuchen, jedem Medium ihren Stempel aufzudrücken. Einmal verchickt, immer verchickt. Sie sind wie ein kollektives Ich, wo auch mal die innere Hyäne rausdarf, auf der Schulter sitzt und um den wildesten Spass fleht. Wer ist schliesslich schon mit sich selbst einig? Chicks on Speed betreiben mit viel Kalkül einen vermarkteten Dilletantismus. Sie leben von der Auslebung ihrer Gegensätze. Performance ist ein Mittel für sie, die Welt mit ihrer Lebensanschauung zu konfrontieren. Entweder man kommt damit klar, oder man lässt es, denn Chicks on Speed sind resolut. Die Erinnerung an Dada steigt bei ihren Fotokollagen und Grafiken aus der Versenkung auf. Akustisch war die legendäre Seppi-Bar in München und ihr Label Go Rec. der Anfang der Chicks-Revolte. Mittlerweile sind sie zu einer der Triebfedern des Anti-Establishments geworden, dass sich in letzter Zeit immer breiter macht. Establisht, sozusagen. Sie gehören einer neuen Generation an. Nicht nur der von engagierten Frauen, die versuchen, die männliche Domäne der elektronischen Musik umzukrempeln. Sie agieren einfach straight und alle anderen müssen mit. Ihre Qualität ist ihre Unbekümmertheit. Kreativität kommt aus dem Bauch, auch damit kann man Rechnungen bezahlen. Sie sind keine ferngesteuerten Roboter. Sie ziehen ihre Fäden selber. COVERENDE CoS-Image Irgendwie hat man das Gefühl, Alex, Melissa und Kiki sind uns allen einen Schritt voraus. Chicks on Speed eben. Was soll man sich darunter vorstellen? Sie locken unter dem Deckmantel elektronischer Musik ins Konzert – und man sieht sich fünfzehn Minuten später auf Punk abrocken. In schrägen Outfits – manchmal nur auf die Haut geklebt – und einfach unschlagbarer Dreierkombination stehen sie auf der Bühne. Performen, singen, springen und schreien. Alles andere kommt von der Minidisc oder von Gastmusikern, wie Gerhart Potutznik oder Ramon Bauer. Die Musik, am Anfang der Chicks-Geschichte noch fremdproduziert, hat sich mittlerweile zum festen Bestandteil ihrer Attitüde gemausert. Kombiniere alles, Hauptsache es kickt. Man kann Chicks on Speed hören – Platten, Radio, Chicks-TV sehen, Chicks-Bilder anschauen – Ausstellungen, WWW – und Chicks T-Shirts anziehen. Die allumfassende allumfassende Alternative. Ein Chick on Speed zu sein, ist Lebensphilosophie und Lebensstil. Dazu Kiki und Alex: “Es war wie eine Berufung. Bevor wir uns trafen, waren wir alle irgendwie unzufrieden. Wir machen jetzt das, was wir machen wollen. Wir versuchen kein Chaos anzurichten, auch wenn das andere denken, wir sind einfach so.” Trashy Image? “Das Bad Girl-Image nervt. Es geht uns darum, den Zwang wegzunehmen, wie ein Mädchen sein muss. Good Girl, Sexy Girl. Wenn ich keinen Bock auf so was habe, dann mache ich das auch nicht”, so Melissa. Wieso eigentlich bad? Wenn, dann eher multimedial und multivariabel. “Unseren Style können wir eigentlich wie die Jahreszeiten wechseln. Wenn es zu langweilig wird, machen wir was Neues”, meint Melissa. Und Langeweile kommt bei Chicks on Speed garantiert nicht vor. CoS-Rewind Wie ist das Ôdreiköpfige MonsterÕ (Zitat Upstart, Disko B Chef) entstanden? Gefunden haben sich die Chicks in der Peripherie der Münchner Kunstakademie. Melissa Logan kam über den grossen Teich aus New York, Alex Murray-Leslie aus Sidney und Kiki Moorse als ehemalige Stylistin und Moderedakteurin schliesslich aus München. 1997 trafen sie zuammen, um mit der illegalen Seppi-Bar erste Verwirrung im Münchner Nachtleben zu stiften. Kiki: “Wir wollten weg von der Kunstakademie und fingen deswegen an, unsere eigenen Performances zu machen.” Let’s burn down Munich! Da waren sie noch hinter der Bar und hatten als Akteure endlich eine eigenständige Plattform, die mit ihren ständig wechselnden Locations und Aktionen München nicht zur Ruhe kommen liessen. Das erste Projekt als Chicks on Speed, war ein zusammengeschnittenes Tape, das mit ‘I wanna be a DJ-Baby’ ironisch gegen den Hype der DJ-Perfektion loslegte. Mit Papp-Vinyl und selbstgebastelten Plattenspielern gaben sie eine schräge Performance, die Musik kam vom Band. Die drei Chicks entpuppten sich als unglaubliche Bühnen-Charaktere. München war schockiert und gleichzeitig begeistert. Tobi Neumann, einer ihrer späteren Produzenten, legte dann irgendwann in der Seppi-Bar auf, war fasziniert von dem Dreiergespann und fragte sie, ob sie nicht mal richtige Musik machen wollen. Und sie wollten. Am Anfang noch eher passiv. “Wie eine virtuelle Popgrupppe”, so Kiki. Aber ganz schnell entdeckten sie, dass man mit Musik noch mehr Leute erreichen kann. Letztendlich ist eine Art audio-visuelles Gesamtkunstwerk entstanden, dass Kunst jedoch eher im Sinne von kreativen Projekten versteht. Der Drang nach totaler Perfektion nervt sie. Alex dazu: “Wir wollten nie fünf Jahre im Keller sitzen und diese Geräte bedienen lernen. Das ist nicht das Konzept von Chicks on Speed.” Melissa fällt ein: “Wir wollten komplett produziert werden und Playback machen. Aber auch das hat uns irgendwann gelangweilt. Von Anfang an hatten wir nie den Zwang authentisch zu sein, jedenfalls nicht in einer Art, wie das die Leute von einer Gruppe auf der Bühne erwarten”. Mit der Gründung von Go Rec. im April 1998, einem Sublabel von Disko B, zogen sie unter Upstarts Fittichen in die Musikarena ein. Das Konzept: Auf den A-Seiten gibt es die Chicks mit Gastmusikern wie Tobi Neumann, Hell, Patrick Pulsinger, Cristopher Just, Mäuse und der DMX Crew und auf der Flipside Remixe. Go Rec. ist eine besonders experimentierfreudige Basis – das musikalische Spektrum ist weitgefasst; Techno meets Trash meets Gabba meets Punkrock – no limit. Sprich, musikalisch sprengen sie einfach jede Fixierung, boxen sich straight an jeden ‘Regeln’ vorbei, die mal irgendjemand irgendwann aufgestellt hat. “Das hat mit unserem Drang nach Freiheit zu tun. Wenn man sich eingeengt fühlt – ob nun musikalisch oder im Leben – ist es der einzige Weg, solche Regeln zu brechen und so die Ketten abzulegen, sonst wird man uninteressant. Bestimmte Plattenfirmen sagen sogar, dass wir gar keine Musik machen, sie können uns einfach nicht einordnen und in Schubladen pressen. Solche Verwirrungen sind dann schön”, sagt Melissa. Kein Wunder also, dass für das im April erscheinende Album ÔChicks On Speed will save us all!Õ schnell noch ein Label gegründet wurde: Chicks on Speed Rec. CoS-Look Chicks on Speed sollte man nicht als wildgewordene Girl-Group verstehen. Musik ist nur ein Teil ihres Universums. Alex: “Musik ist eigentlich nicht so wichtig. Es ist wichtiger, dass eine Message unserer Attitüde, ein Gefühl oder unsere Energie rüberkommt. Wie man das schafft, ist eigentlich egal.” Kiki entgegnet: “Aber es ist schon so, dass wir an die musikalischen Grenzen gehen, um dass zu erreichen. Wir nutzen ja auch Musik dazu, um jegliche Grenzen brechen zu können.” Die visuelle Umsetzung von Chicks on Speed ist ebenso wichtig, um ihr Konzept zu verstehen. Die selbstgemachten Outfits sind manchmal aus Papier, manchmal aus Leder oder den Farben der Jahreszeiten entsprechend. Alles ist tragbar. Tatsache ist jedoch, dass man Chicks on Speed nie im Voraus kalkulieren kann. Der unberechenbare Moment ist allgegenwärtig. Egal wie sie aussehen, was sie machen. Kiki: “Wir sind auch für uns selbst total unberechenbar. Das ist doch das Interessante.” Alex erklärt: “Wir sind eine freie Gruppe, wir sind drei, aber wir könnten auch 20 sein und wären immer noch Chicks on Speed. Man kann uns nur als Dreiergruppe besser personifizieren, weil wir als Personen so präsent sind. Upstart beschreibt uns ja auch nicht umsonst als dreiköpfiges Monster,” meint Kiki. Die Monsters der Chicks, Fotocollagen, in denen Augen, Mund, Haare, Beine von von ihnen selber oder Freunden stammen, bringen ihre Idee auf den Punkt: Kombiniere drei unterschiedliche Persönlichkeiten, verschiedene Sozialisat’onen, verschiedene musikalische Backgrounds, verschiedene Ideen. Auf die Frage, wer denn nun was bei den Chicks versinnbildlicht, antworten die drei spontan: ãAlex ist der Motor. Melissa unser Auge und Kiki ist Penno’Berg, ein Monster, das wir mal gemacht haben.” Ansonsten ist eine klare Rollenteilung unnötig. Wozu auch? CoS-Girls Chicks on Speed läuten eine neue Ära des weiblichen Verhältnisses zu elektronischer Musik ein. Sie könnten wie das Zugpferd vorm Wagen agieren, eine neue Generation selbstbewusster Frauen und Mädchen mit sich ziehen, die einfach das machen, worauf sie Lust haben. Die Frauenrolle selbst wird bei den Chicks eher ironsich betrachtet. ÔWarum muss man eigentlich immer noch darüber reden?Õ könnte eine Frage von ihnen an uns sein. Alex meint: “Wir sind in einer wirklich priveligierten Position, wir sind im Moment im Spotlight. Jeder hat seine Augen auf uns. Warum sind wir dann immer noch so wenig Frauen. Traut sich niemand sonst? Es entsteht doch gerade ein neuer Stil von eleketronischer Musik, wie Lektro Girl. Der wird von Frauen gemacht.” Folgen wir doch einfach.

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Text: Chicks on Speed aus De:Bug 26

Go Records hat eine Umfrage über 7″es gestartet Hier sind einige der Reaktionen, die wir erhalten haben: ”Singles waren der klassische Transporter für Popmusik. Die Sache ist einfach: Eine A-Seite ist eine A-Seite – keine Diskussion. Unmittelbar und unkompliziert trat ein Song in die Öffentlichkeit und wurde über Radio, Jukebox und Party direkt und allgemein verhandelbar. Die Single war ein Format und ein Markt für sich, nicht das Stück Käse, das für Käufer als Köder für ein Album ausgelegt wird. Eine Single bedeutete das Hier und Jetzt. Sie verlangte Respekt; auf ihre eigene besondere Art. Sich einen Singletrack anzuhören, kostet soviel Aufwand wie ein ganzes Album zu konsumieren.” Ted Gaier ”Weiss nicht so recht. Sie sind schlecht fürs Scratchen. Ich besorge mir nur Singles, wenn man den Track nicht auf 12″ finden kann. Die neue DMX Krew Single “Good Time Girl” wird als Picture 7″ erscheinen. Schön ist es, wenn man alte kriegt, die haben etwas charmant-trashiges, irgendwie punkig oder so…” Ed DMX ”7″ 4 7″: 1. Sie ist die privateste Form von Musik: Hinter jeder gekauften Single steckt ein eindeutiges Gefühl oder eine ganz bestimmte Erinnerung. 2. Sie ist die zarteste und zerbrechlichste Form von Tonträger: Singles gibt es nur ohne weiche Innenhüllen. 3. Sie erfordert die höchste körperliche Zuwendung: Nach nur einem kurzen Einzatz mußt du dich um sie kümmern. 4. Sie ist die klarste und deutlichste musikalische Aussage: du musst dich für ein ganz bestimmtes Stück entscheiden. 5. Sie ist daher geradezu prädestiniert als Geschenk, Postkarte oder Souvenir. 6. Sie birgt genau die Anzahl von Songs, die ein normaler Mensch pro Tag aufnehmen kann, ohne dass er sie wieder vergisst. 7. Klein, schwarz und weil Gott es so wollte.” Ralf Summer ”7″es? It’s over, it’s dead and gone, just like vinyl is!” Anthony Shake Shakir ”Da ich kein DJ bin, war Vinyl nie wichtig für mich, zumindestens nicht mehr seit den 70er Jahren, als ich meine ganzen Rock-Platten gegen Gras getauscht habe. Ich hatte nur ein paar Singles, eine gelbe Ausgabe von Grand Funk “We’re an American Band” war die schönste. Die Cover Art war beim Vinyl besser, aber sonst bevorzuge ich CDs. Die haben keine Kratzer, rauschen nicht und nutzen sich nicht ab – vorausgesetzt man behandelt sie richtig. Ich glaube allerdings, dass 7″ eine gute Penisgrösse ist, ein wenig zu gross um in meinen Mund zu passen, aber ich kann meine Hand dazunehmen – das sieht dann nett aus.” Chris Korda (The Church of Euthanasia) Gerhard: “Meine erste Single war ‘Yellow Submarine’ von der Beatles. “ Tex: “Das muss 1968 gewesen sein. Ich glaube meine erste war später, die habe ich geschenkt bekommen: Miguel Rios, “Song of Joy”, darauf der Beethoven-Ohrwurm.” Gerhard: “Interresant bei mir: Dass ich mitgesungen habe, und zwar: “‘We all live in a Yellow Sun-Bolime!'” Tex: “Und was hast du bei “Killer Queen” am Anfang immer verstanden? Ich nehme an, dass du 1974 noch nicht dem Moet und Chandon zugesprochen hast – das war die erste 7″ meiner Schwester.” Gerhard: “Nein, irgendwas mit Movin’. Später dann die erste selbstgekaufte 7”: “Mama Loo” von den Les Humphries Singers und daraufhin brach eine unglaubliche Welle von 7″es, überreicht in einem kleinen Plastikwäschekorb von meiner Cousine, über mich herein – Ausschussware aus einer Gasthaus-Musicbox.” Tex: “Und was war da so drin?” Gerhard: “Alles ohne Cover.” Tex: “Ich meinte eigentlich Lieder.” Gerhard: “‘Raw Ramp’ von T-Rex, die B-Seite von ‘Get it on’. Die B-Seiten haben immer mehr getaugt, auch ELP’s “Knifes Edge”, die B-Seite von”Lucky Man”, danach war Pause.” Tex: “Also: Dynamik, Wandlung, Ruhe?” Gerhard: “Genau. Wie das Motto der Buddhisten!” Tex: “Du bist Buddhist?” Gerhard: “Ja, aber nur B-Seite.” from the vormals Mäuse jetzt Cortison Junkies. ”Wir mögen 7″es, weil sie klein sind und man sie leicht transportieren kann. Das einzige Problem ist, dass auch die Collagen ziemlich klein sein müssen und man sich gut überlegen muss, wo man die Cuts macht bevor man pasted. Es ist auch beim Auflegen super, dass man sich eine Minute Stille zwischen den Tracks erlauben kann.” Chicks On Speed

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