Beatboxen bedeutet Stimmakrobatik, hundertprozent direkt. Click Tha Supah Latin aus Kalifornien ist diese Sorte Sportler und erklärt, wie das so ist, mit der Beatbox, dem HipHop und dem Leben.
Text: Clara Völker aus De:Bug 39

Das fünfte Element des Hip Hop
Click Tha Supah Latin

Als Human Beatbox fabriziert man mit Mund und Mikro Beats und Scratches. Dem Digitalwahn mit minimalen Hilfsmitteln ein Schnippchen schlagen. Auch Click Tha Supah Latin hat sein Instrument so allzeit parat. Lebhaft in Kalifornien liebt und praktiziert er seit fast zwanzig Jahren HipHop. Als Beatbox, Produzent, MC, Record Engineer, Radiotalent, B-Boy, Old-School Writer etc. Und vor allem als Verteidiger des fünften Elements im HipHop: “Ich betrachte die Beatbox als das 5te Element des HipHop. Es war von Anfang an hier und werde es auch immer bleiben. Ich kann nicht verstehen, wie jemand über HipHop sprechen kann und dabei nicht Beatboxing erwähnt.” Das Wichtigste, um zu einem Verfechter dieses Bausteins zu werden ist: “Atem-Kontrolle, und natürlich das Verlangen, dope zu sein”, so Click.

Damit hat er vor einer Weile begonnen: “Ich habe Beatboxing 1984, MCing 86 angefangen, habe aber seit 82 gebreakt. Beatboxing war anders. Als ich die Fat Boys gehört habe, habe ich einfach angefangen, deren Beatbox zu kopieren (Buffy), und dann habe ich Doug E. Fresh gehört und dachte mit nur: ddammmn!! Dann war ich von Ready Rock C. (Beatbox für Jazzy Jeff und Fresh Prince) echt weggeblown. Ehrlich, ist einfach so passiert. Aber irgendwie wusste ich, dass ich niemals ein Beatbox Album machen können würde, also habe ich angefangen zu schreiben. Ich wollte das schon immer, war aber davon entmutigt, dass die anderen MCs alle so dope waren. Ich habe mich immer eher als Beatbox denn als MC gefühlt, sogar heute.” Zur Zeit hat er viele Kameraden: “Momentan kommt Beatboxing aus allen Teilen der Welt. Kela und Box Clever aus England, Kenny Mohamed in New York, D.O.A., Emanon. These brothers are nice! Und natürlich Breath aus Australien, und ich habe von ein paar Leuten aus Brasilien oder so gehört, die Latin Percussion mit ihrem Mund machen.”

In der letzten Dekade hat sich natürlich auch für Click einiges im HipHop verändert. Aber nicht zu seinem Besten: “Der menschliche Spirit ist nicht da. Wahrheit gibt es auch nicht. Der Wunsch, finanziell gesichert zu sein, hat den Wunsch, lyrically set zu sein, überholt. Frauen sind keine tighten MCs mehr. Sie waren zu beschäftigt, so zu klingen wie die Typen, die eine Masse Platten verkaufen. Rhymes kommen kaum noch von der Soul. Sogar der Underground hat sich verändert.” Für ihn stehen Selbstverwirklichung und Spiritualität an erster Stelle. Seine Crew besteht aus seiner Familie, seine Frau managt ihn. Seine drei Kinder, das älteste ist elf, rappen und breaken. “HipHop ist auf jeden Fall ein Ventil für meine Gefühle. Einige Dinge kann ich nur im Rhyme richtig ausdrücken. Deepe Sachen. Es hält mich auch in Verbindung mit Gott. Hört sich vielleicht komisch an, aber ich fühle seine Nähe sehr stark, wenn ich schreibe. Wie Common sagte: ‘it aint all that i got…but it does mean alot to me'” Und das gilt es zu vermitteln. 1990 erschien die erste Maxi von Click Tha Supah Latin mit A.M.W, und 1997 seine LP namens “This Iz How I Know”. Auf dem Styles of Beyond Album war er vertreten, und kürzlich gab es die Jaw Jabbin/ Sandstorm 12″ zusammen mit Akil von Jurrasic 5 sowie der Cottonrapqueen Medusa. “Auf dem Styles of Beyond Album bin ich über Taks älteren Bruder Bilal aufgetaucht. War lustig, weil ich Tak als Kind aufwachsen gesehen habe und dann herausgefunden habe, dass er reimt. Medusa kenne ich seit Jahren. Als ich den Beat für Sandstorm gemacht habe, habe ich automatisch an sie gedacht. Ich habe ihr auch noch einige andere Beats gegeben, mal sehen, ob etwas dabei rauskommt.” Momentan arbeitet er an einer neuen Platte: “Ich habe gerade das ‘Square Won’ Album, featuring Jurrassic 5, Medusa, D.O.A., meinem Sohn Anthony und vielleicht Ozomatli, beendet und arbeite mit einem Künstler namens Kaseem. Vielleicht mache ich auch eine Single mit meinem Sohn Anthony.” Bei der ganzen HipHop Umtriebigkeit findet Click, dass man eins nicht vergessen sollte: “Wollte bloß noch betonen, wie wichtig das Leben ist. Nicht nur man selbst, sondern auch die Leute, die man beinflussen soll. Jeder macht Fehler, und kein Mann oder Frau ist perfekt. Wir gehen durch das, was wir müssen, damit wir mit dem, was kommt, umgehen können. Peace, Love and Respect.” Drop Weisheit now why not.

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Elektronische Lebensaspekte.