"Codex" ist eine Sammlung von kleinen Projekten, die der amerikanische Designer und Ex-Punkrocker Matt Owens (Volumeone) im handlichen Singleformat vorstellt. Auch bei der dritten, aktuellen Codex hat das Ereignis "9-11" zugeschlagen. Jeffrey Zeldman gibt in seinem Intro der Kreativität die Chance, als Blume gegen die Gewalt anzutreten. Wir haben Matt Owens zu dem Projekt befragt.
Text: marcus hauer aus De:Bug 60

Design als Seven Inches

Allgemein erscheinen in Amerika in Designer CD-Roms immer mehr Vorworte, in denen plötzlich dieses Riesenland als unheimlich ungebrochenes “Wir” existiert. So esoterisch sind die Projekte auf Codex glücklicherweise nicht.

DEBUG: Erklär doch bitte, was dein Ansatz für “Codex” war?
MATT OWENS: Ich komme von einem Punkrock-Background und bin damit aufgewachsen. Ich glaube, persönliche Arbeiten online haben eine Menge Gemeinsamkeiten mit Fanzines und Do it yourself-Publikationen. Mit Codex begann ich, eine breite Palette von Designern (Web und Offline) und deren Projekte persönlich und direkt zu präsentieren.

DEBUG: Warum musste es ausgerechnet das Oldschool Format CD-Rom sein?
MATT OWENS: Es geht einfach darum, persönliche Projekte zu produzieren bzw. zu materialisieren, die im digitalen Medium Ideen zu Geschichten werden lassen. Es geht darum, diese zu dokumentieren. Ganz im Gegensatz zu einer Website ist “Codex” ein reales Objekt (CD-Rom und Booklet), mit dem du jedes Projekt greifen kannst und es gehört dir auch wirklich. Ähnlich wie das Sammeln von Seven Inches.

DEBUG: Allerdings gibt es zur Zeit auch eine Flut von Designbüchern und man versteht gar nicht, wer da wen dokumentiert?
MATT OWENS: Ja, ja, es gibt sehr viele dieser Bilderbücher. Gerade deshalb denke ich, “Codex” ist anders. Es hat keinen Verlag, wird von mir vertrieben und ist irgendwie auf seine Art sehr ungeschliffen. So funktioniert es als alternatives Produkt zu dem ganzen Hochglanzkram, den es gibt.

DEBUG: Und wie geht es jetzt weiter mit “Codex”?
MATT OWENS: Die nächste Ausgabe wird wahrscheinlich eine DVD sein, die mit einem zusätzlichen Booklet bestückt ist. Die Idee ist, die Teilnehmer ein filmisches Projekt machen zu lassen, dass dann von der Printversion kommentiert bzw. erweitert wird. Ich hoffe, ich kann damit dieses Jahr noch anfangen, damit es nächstes Jahr fertig wird.

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Elektronische Lebensaspekte.