Das Artwork deiner CD sieht scheiße aus? Hast du dich schon mal gefragt, ob das an dir liegt? Der Profi bittet zum Check.
Text: Jan Rikus Hillmann aus De:Bug 101


Letzter Schritt in der Herstellungskette ist das Artwork. Auch hier kann viel in die Hose gehen. Von Druckerei-spizifischen Qualitätsunterschieden abgesehen, muss man sich eines vor Augen halten: Je kleiner die Auflage, desto uninteressanter der Job für den Drucker. Deshalb muss die Maxime sein: Artwork gut vorbereiten! Handle With Care prüft alle Druckunterlagen, bevor sie in die Druckerei gehen. Der Checker heißt Gerard Fell. Er hat für uns einen Überblick über mögliche Fehlerquellen zusammengestellt:

1. Spezifikationen besorgen
Als erstes immer die Druckspezifikationen des jeweiligen Presswerkes besorgen. Die werden meist zum Download angeboten. So stimmen wenigstens schon mal die Maße und Vermaßungen des Covers und der Etiketten.

2. Farbmodus, Bildauflösung, Bildrechte prüfen:
Seit die Rechner und die entsprechende Layoutsoftware billiger und für jedermann fast erschwinglich geworden sind, meint jeder Hobbydesigner, das alles ohne Druckkenntnisse oder entsprechende Ausbildung selbst machen zu können. Angefangen von nicht druckbaren RGB- oder niedrig aufgelösten Bildern, oft von irgendwelchen Webseiten abgespeichert. Über nicht vorhandene Bildrechte möchte ich da gar nicht nachdenken. Das Presswerk und auch wir müssen grundsätzlich davon ausgehen, dass alle Bildrechte geklärt und beachtet sind. Um sich Ärger zu ersparen, sollte man dies vorher checken.

3. Druckvoraussetzungen checken
Unbedingt die Druckvoraussetzungen des jeweiligen Presswerkes beachten! Strichstärken, Punktgröße und Mindestgrößen der verwendeten Schriften, vierfarbig angelegte Schriften, grundlegende Drucktechniken und Druckpraktiken, Siebdruck und Offsetdruckverfahren variieren von Presswerk zu Presswerk. Beachtet man alle Spezifikationen, ist man auf der sicheren Seite.

4. Farbverbindlichen Proof erstellen:
Diese Proofs kosten zwar schon etwas und sollten auch von Fachmännern (Repro-Litho-Shops) erstellt werden (also nicht der Schnellkopie-Laden um die Ecke oder einen Ausdruck vom eigenen Tintenstrahl-Drucker), lohnen sich aber auf jeden Fall, wenn ich bedenke, wie unglücklich bestimmt schon mal ein Künstler über sein Druckergebnis war, das nicht so ganz seinen Erwartungen entsprach. Ist ja schließlich auch so etwas wie sein Werk. Wir bekommen da viele Anfragen, weil das alles am Monitor zu Hause irgendwie anders aussah. Gerade bei “billigen” oder älteren Monitoren ist das auch immer so eine Sache, da ist meist der Kontrast und die Farbe so stark und brillant eingestellt, dass alles am Monitor “einfach nur gut” aussieht. Hat nur leider nichts mit dem zu erwartenden Druckresultat zu tun. Ist der Proof okay, den bitte mitliefern. So hat der Drucker eine Möglichkeit zur Korrektur seines Andrucks.

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Elektronische Lebensaspekte.