Text: benjamin weiss aus De:Bug 27

Cubase VST 4.1 Update für den Mac VST 2.0 Instrumente Der VST Standard hat mit der Version 2.0 einige funky neue Funktionen. Ab VST 2.0 können entsprechend programmierte Plug-Ins über Midi komplett gesteuert werden und sogar selbst als Klangerzeuger auftreten. Alle dementsprechenden Plug-Ins tauchen in den Tracks dann als Empfänger auf und können über die Editoren gesteuert werden. Klangerzeuger Plug-Ins bekommen auch eine eigene Sektion, die VST Instruments heisst. Bisher gibt es allerdings erst ein einziges Plug, das dem neuen Standard entspricht: das Synthesizer Plug-In Neon. Neon ist ein einfacher, pseudo – analoger Synthesizer mit einem Oszillator mit den Parametern Oktavlage, Wellenform, Vibrato – LFO und einem ADSR – Set für Amp und Filter. Klingt ganz okay, ist aber eher zur Demonstration gedacht, denn Steinberg hat bereits ein Synth – Plug mit wesentlich ausgiebigeren Features auf Stapel, das Model E heissen wird und auch von anderen Herstellern ist schon einiges in Planung. Dynamics Neben den Equalizern für jeden Kanal gibt es jetzt zusätzlich eine neue Sektion, die sich VST Dynamics nennt und mit fünf verschiedenen Dynamikalgorithmen kommt: ein NoiseGate, ein Kompressor, ein Limiter, ein Autoleveler und schliesslich ein Soft Clip, das eine kontrollierte, quasi – analoge Verzerrung ab einem bestimmten Pegel erlaubt. Diese Effekte greifen Pre- Fader und auch vor den EQs und verbrauchen erfreulich wenig Prozessorpower. Sie klingen recht gut, sind aber bisher ausschliesslich den “normalen” Audiokanälen vorbehalten, also nicht für Gruppen, ReWire Kanäle oder Instrumentenkanäle. Asio 2.0 Das Audio Protokoll Asio geht auch in die zweite Runde und bietet ein paar Verbesserungen in der Unterstützung von Audio Hardware als da sind: -direktes Mithören Per “Direct Monitoring” lassen sich die Latenzzeiten ausgleichen, ein eingehendes Signal von der Audio Hardware wird direkt in den aktivierten Kanal geroutet, wobei sogar noch die Parameter für Panning und Lautstärke während der Aufnahme regelbar sind. - samplegenaues Positionieren Mit dieser Funktion wird eine samplegenaue Synchronisierung zwischen Cubase und einer Audioquelle möglich, vorausgesetzt, die Soundkarte kann Timecode in den Formaten SMPTE, VITC, Adat – Sync oder MTC lesen. Midi Auch midiseitig sind ein paar interessante neue Features dabei, so lassen sich zum Beispiel Sequenzen, die gerade gespielt aber nicht aufgenommen wurden, per Retrospective Record aus dem Nirvana holen. Dazu wird der Inhalt des Midi-Buffers von Cubase in einen Track umgewandelt. Das funktioniert allerdings nur für kürzere Sequenzen, die ohne viel Controllerdaten eingespielt wurden, ist aber trotzdem ziemlich praktisch. Ausserdem gibt es noch ein paar mehr Einstellmöglichkeiten für den kontrollierteren Export von Midifiles. Fernsteuerung Das neue VST lässt sich jetzt auch von externen Midimixern fernsteuern, was Kanalzüge, Panning, EQs und anderes angeht, allerdings geht die Implementierung nicht bis zu jedem Parameter und variiert in der Ausgiebigkeit bei den verschiedenen Geräten. Die bisher unterstützten Geräte sind JL Cooper CS-10 und CS-10/2, JL Cooper MCS-3000, Yamaha 01VIt und Roland MCR8. Organisatorisches Neben den grösseren Veränderungen wie VST 2.0 und den Dynamics sind auch einige praktische kleine Verbesserungen mit dabei. So lassen sich die VST Plug – Ins jetzt selbst in Ordnern organisieren, um eine gewisse Übersicht zu schaffen, Drag & Drop von Texten in das Notepad und den Score Editor wurde implementiert, das Werkzeug Fenster lässt sich nach den eigenen Bedürfnissen konfigurieren, ein Grid für das Arrange Fenster wurde neu eingeführt (allerdings lässt der sich leider nicht ändern), und Cubase erzeugt endlich selbständig einen Audio Ordner, wenn ein Song abgespeichert wird, so dass die Audiofiles nicht über die ganze Platte verstreut werden. Praktisch und wirklich nützlich sind auch die Mixer Views, mit denen sich einstellen lässt, welche Kanäle im Channel Mixer angezeigt werden. Außerdem gibt es einige Verbesserungen im Zusammenspiel mit Yamahas DSP – Factory, deren Bedienoberfläche jetzt selbst konfiguriert werden kann. Alles in allem bringt das Update, das für PC seit geraumer Zeit bereits verfügbar ist (heisst hier 3.7) neben den grossen Änderungen auch eine Menge kleiner Verbesserungen, die das professionelle Arbeiten erleichtern und die Übersicht verbessern. Schade nur, dass im Lieferumfang nur ein einziges Plug-In enthalten ist, das auf dem neuen Standard beruht. So wird es wohl noch ein wenig dauern, bis alle Hersteller ihre Plugs umgestellt haben. Ansonsten läuft die neue Version erstaunlich und angenehm stabil, positiv ist auch der begrenzte Prozessorhunger der Dynamikprozessoren und des Instrumenten Plugs Neon. Für alle Cubase 4.0 Besitzer ist das Update kostenlos und auf Steinbergs Server runterzuladen, was man allerdings spät in der Nacht tun sollte, denn dieser erlaubt blöderweise nur zwanzig (!!!) simultane Downloads und ist nicht gerade der schnellste, nett gesagt. **** Info & download: http://www.steinberg.de Preis: für Besitzer von VST 4.0 (Mac) oder VST 3.6 (PC) kostenlos, ansonsten auf der Upgradeseite von Steinberg nachsehen (www.steinberg.de)

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Elektronische Lebensaspekte.