Während das neue Logic Audio in der Version 5.0 als grundlegend neu und völlig überarbeitet angekündigt wird, spendiert Konkurrent Steinberg seinem Sequencer Cubase mit dem Update 5.1 einfach einen ganzen Haufen neuer PlugIns und Instrumente.
Text: benjamin weiss aus De:Bug 56

Neue Effekte
Die “neuen” Effekte sind fast alle aus Kooperationen bzw Lizensierungen mit den Softwarefirmen FXPansion und MDA entstanden, so dass sie größtenteils aus bereits vorhandenen PlugIns mit neuer grafischer Oberfläche bestehen. So ist zum Beispiel das “Series One”-Bundle von FXPansion komplett übernommen worden. Hier ein kurzer Überblick:
“Autopole” ist ein Filtereffekt, der aus zwei Multimodefiltern besteht, die auf drei verschiedene Arten geschaltet (seriell, parallel und über kreuz) und per LFO oder Hüllkurve gesteuert werden können, wahlweise frei oder zum Tempo synchronisiert. Recht simpel gestrickt, aber doch funktional und wirkungsvoll. Der “BitCrusher” ist ein Verzerrungseffekt, der die Bitrate reduzieren kann, um Sounds billiger und trashiger klingen zu lassen, was auch ganz gut funktioniert und klingt. “DaTube” soll einen Röhrenverstärker und dessen warme Analogverzerrung emulieren. Abgesehen von der leuchtenden Röhre tut sich allerdings nicht allzuviel, hier ist der Griff zur kostenpflichtigen Konkurrenz effektiver. Mit dem “MidiComb” verfügt Cubase nun über einen Kammfiltereffekt, dessen Delay Lines und Tonhöhe der Resonatoren sich über Midi-Notenbefehle ansteuern lassen. Der Klang ist recht überzeugend, mit wenigen Handgriffen lassen sich interessante Grooveverschiebungen erzeugen. Ebenso über Midi steuerbar ist “MidiGate”, ein NoiseGate. Der “Mysterizer” ist das Kaoss Pad light auf VST-Basis: auf einer kreisförmigen, grafischen Oberfläche mit beweglichem Punkt können acht verschiedene Effekte (Ring Modulator, Comb Delay, Mono Delay, Stereo Delay, Tiefpassfilter, Hochpassfilter, Bandpassfilter und Distortion) in jeweils zwei Parametern gleichzeitig editiert werden. “SubBass” ist ein Bassverstärker, der bassarmen Signalen mehr Schubkraft geben soll und besitzt drei Modi: Boost verstärkt die Bassfrequenzen, Divide erzeugt ein zweites Signal eine Oktave unter dem Originalsignal und Trigger fügt dem ganzen noch einen zusätzlichen Bassound hinzu, der, wenn man ihn etwas höher stimmt, ein wenig wie eine 909 Bassdrum klingt. Auch einen Vocoder bekommen die Cubase User jetzt gratis dazu: Er ist identisch mit dem Robotik Vocoder aus dem PlugIn Bundle Series One von FXPansion. Er ist recht einfach gehalten, bietet 24 Bänder mit 24 dB Flankensteilheit und Bandpass Charakteristik. Ansonsten ist alles vorhanden, was man bei einem Vocoder braucht, aber auch nicht mehr. Er klingt ganz gut, aber auch hier haben “kommerzielle” PlugIns wie Prosoniq’s Orange Vocoder die Nase vorn. “Rotary” ist für die Emulation des Leslie Effekts zuständig, der bei der Hammond Orgel das erste Mal eingesetzt wurde und durch rotierende Lautsprecher erzeugt wird. Dabei lassen sich Parameter wie die Geschwindigkeit des Rotors, Material des Lautsprechers und die Resonanz des Raumes ändern. Mit “PhatSync” lassen sich anhand von zwei grafisch editierbaren 16-Stepsequenzern Sequenzen für Resonanz und Cutoff Frequenz erzeugen, die sich auch synchronisieren und als Pattern abspeichern lassen. Auch der Sound ist nicht schlecht. PhatSync gehört ganz klar zu den Highlights des Updates. Abgerundet wird Version 5.1 schliesslich mit dem Ring Modulator. In diesem Fall wird das Eingangssignal mit einem Stereo-Oszillator gemischt, der sich über eine Hüllkurve und einen LFO steuern lässt.

Neue Instrumente
“JX 16” ist ein sechzehnstimmiger virtuell-analoger Synthesizer mit Multimode Filter und eingebautem Chorus, womit eigentlich auch schon alles gesagt wäre. Der Sound ist okay, aber im Vergleich zu dem, was man sonst so als Synthesizer PlugIn serviert bekommt, nichts besonderes. Ein weiterer Synthiie ist der “CS40”. Er ist sechstimmig polyphon und mit zwei Oszillatoren ausgestattet, die auch noch zwei LFOs haben. Auch der reisst mich nicht vom Hocker, ist aber immer noch besser als der berühmt-berüchtigte Neon Synth. Mit dem “LM7” gibt es schließlich wieder mal eine neue Version des internen 24 Bit Drumsamplers, diesmal heisst er LM 7 und beruht, wie schon sein Vorgänger LM 9 auf einer abgespeckten Version des LM4. Gerade mal drei Drumsets werden mitgeliefert, was wirklich sehr spartanisch ist.

Alles in allem ist das Update auf Version 5.1 einfach eine Dreingabe mit neuen Effekten, ohne neue Bugs (was ja auch eine Qualität ist), aber auch ohne neue Funktionalitäten. Einige der PlugIns sind wirklich nützlich und machen Sinn und Spaß (vor allem die von FXPansion lizenzierten), andere wiederum sind eher überflüssig. Bleibt abzuwägen, ob einem die neuen PlugIns einen Download von 24 MB (Mac) bzw 30 MB (PC) wert sind.

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Steinberg hat mit seinem Sequenzer-Schlachtschiff Cubase derzeit die Versionsnase vorn. PC User dürften schon eine Weile mit der 5er Version arbeiten, nun kommen auf die Äpfel in den Genuss der neu designten Audio/Midi Software.
Text: benjamin weiss aus De:Bug 44

Cubase 5

Jetzt auch für den Mac

Nicht ganz so umfangreich ausgefallen wie für die PC-Seite ist der Versionssprung von Cubase 4.1 auf Cubase 5 – was vor allem daran liegt, dass die meisten Features macseitig bereits in 4.1 vorhanden waren. Trotzdem gibt es einige Neuigkeiten, mal abgesehen vom Logic-dunkelblauen neuen Gesicht. Hier also ein kurzer Überblick über die neuen Features.

Grundlegendes
Neben zahlreichen Bugfixes hat sich doch Einiges geändert: so bietet die neue Version in allen Ausstattungen Mehrprozessorunterstützung für all die glücklichen Besitzer eines G4 MP, die Unterstützung des Rocketstandards via InWire zum (noch immer etwas lahmen) Internetjammen, ein deutlich verbessertes Midi-Timing (was vor allem beim Zusammenspiel von Audio und Midi positiv auffällt) 72 (Cubase VST und Cubase VST Score) bzw 128 (Cubase VST 32) Audiokanäle und eine Menge von neuen Features für das Notenlayout. Dazu kommt, dass jetzt alle Versionen mit 24 Bit aufnehmen, (die Highendversion sogar mit 32 Bit) was die Untersützung aller Varianten für die Yamaha DSP Factory mit sich bringt, MP3 direkt im- und exportieren und eine Ditheringfunktion haben (auch hier liegt VST 32 mit dem bewährten Dithering Algorithmus von Apogee vorne). Ein weiteres neues Feature ist die sogenannte Auto Crossfade Funktion, die Klicks bei aufeinanderfolgenden Audiosegmenten verhindert. Ausserdem wurde neben diversen neuen Anpassungen zur Fernsteuerung von Cubase (CM Automation Motor Mix, JL Cooper CS-10, JL Cooper MCS-3000, Roland MCR-8, Roland U-8, Tascam US-428, und Yamaha 01V stehen bereit) mit Generic Remote Control ein Tool geschaffen, mit dem sich beliebige MIDI-Controller zur Fernsteuerung von Cubase konfigurieren lassen.

Neue Plug-Ins und Instrumente
Auch bei den mitgelieferten Plug-Ins wurde aufgeräumt und aufgestockt: neben den neuen Instrumenten Universal Sound Modul (ein GM-kompatibler Sample Player mit 70 MB Standard Sounds) wurde mit dem LM9 eine abgespeckte Version des LM4 integriert, außerdem gehört der eher Unterhaltungswert bietende Bass-Simulator VB-1 jetzt mit zum Lieferumfang. Die Effekt Plug-Ins wurden komplett überarbeitet und ergänzt, einzig Karlette blieb unverändert. Mit dabei sind die Delays DoubleDelay und ModDelay, ein neuer Flanger namens WildFlanger, ein Phaser, Distortion, Overdrive, ein Chopper (gateartiger Effekt), ein neuer Chorus sowie ein neues Reverb, dass das alte WunderVerb ablöst, besser klingt und weniger Prozessorpower verschlingt. Für VST 32 gibt es das ReVerb in noch besserer Qualität als 32 Bit Version. Weiterhin sind Effekte hinzugekommen, deren Namen nicht selbsterklärend sind: Symphonic (Kombination von Autopanner, Stereo Enhancer und Chorus), Metalizer (Filtereffekt ), Tranceformer (abschreckender Name, dahinter verbirgt sich aber etwas Ringmodulator-ähnliches) sowie der Grungelizer, der ein umfangreicher LoFi Effekt mit Vinylknistern, Netzbrummen und Rauschen ist. Alle Effekte sind von Steinbergs Effektschmiede Spectral Design, klingen recht gut und gehen erfreulich sanft mit den Prozessorressourcen um. Ein weiteres Schmankerl für Besitzer der 32er Version ist die Möglichkeit, bei der Aufnahme via TrueTape eine analoge Bandsättigung zu simulieren, die auch so klingt wie sie heisst.

Verbesserte Mixer Panels, EQs und Insert Effekte
Die neuen EQs sind der Nuendo Plattform entnommen, nun grafisch editierbar, klingen deutlich besser als die alten und Ihre Einstellungen können separat abgespeichert werden. Die Mixerpanels sind übersichtlicher geworden, indem man jetzt beispielsweise direkt im Mastermixer ohne Master Effects aufrufen zu müssen, einzelne Mastereffekte muten oder solo abhören kann. Das gilt auch für Instrumenten Plugs und Effekt Plugs: deren Presets stehen jetzt als Pop-Up zur Verfügung.

Bugs
Neue Versionen bringen leider auch immer wieder neue Bugs, speziell bei Versionssprüngen vor dem Komma. Der schmerzlichste Bug ist wohl, dass Cubase 5 und Reason 1.0 sich nicht vertragen, wobei sich Steinberg und die Propellerheads gegenseitig den schwarzen Peter zuschieben. Zum Zeitpunkt des Redaktionsschlusses gab es noch kein Patch, dass das richtet, es wurde aber beiderseitig eifrig bekundet, dass ein solches in Kürze vorhanden sein soll. Ausserdem kann es zu Problemen beim Interpretieren von Songs kommen, die mit älteren Versionen abgespeichert wurden: mal gehen Insert Effekte auf Instrumenten Spuren verloren (wenn vorher mit 4.1 abgespeichert wurde), mal kann sich Cubase nicht an FX-Settings erinnern (wenn der Song mit Cubase 3.5 abgespeichert wurde). Diese Bugs sind im Verhältnis zu den neuen Features aber (bis auf die Nichtverträglichkeit mit Reason) zu vernachlässigen und schnell zu beheben, was hoffentlich auch schnell passiert. Wer diesbezüglich auf dem neusten Stand sein möchte, sollte gelegentlich mal im Cubase Forum unter http://www.cubase.net nachsehen.

Fazit
Cubase VST 5.0 ist ein durchaus gelungenes Update; neben der Verbesserung des Workflows durch eine logischere Oberfläche, wesentlich verbessertes Timing gerade beim Zusammenspiel von Audio und Midi können auch die neuen Plug-Ins, die besseren EQs und neue Features wie Dithering und Unterstützung von 24 Bit bzw 32 Bit überzeugen. Ein nettes Detail gibt es auch noch: der nervige Kopierschutz mit Key Disk und monatlichem Füttern mit der Original CD wurde abgeschafft, jetzt muss nur noch einmal nach dem Installieren authorisiert werden.

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Benjamin Weiss nerk@de-bug.de Cubase 4.0 -24 Bit 96 kHz intern oder bei entsprechender karte - bis zu 64 audiotracks - Mixer kanal zusätzlich zu send effekten (jetzt bis zu acht)4 insert effekte - gruppenfader auch dafür sends und inserts - interne Auflösung gesteigert auf 15 340 ppq (Ticks) Customize it - Preferences - Window Sets - Key Commands - Tools (die neuen) grafisches Timestretch tool Kopiertool Groove Box (leichteres verwenden von Grooves, die einzeln gespeichert werden) - Drag & Drop - Marker Track - Folder Track - Controller editor - Midi Track Mixer - -ReWire: automatische Verbindung zu ReBirth, jedes Instrument läßt sich auf einen Audiokanal routen und mit den Effekten bearbeiten. - MidiArpeggiator Systemvorraussetzungen: Absolute Mindestvorraussetzungen: * 601/120 MHz CPU * 32 MB RAM * 256 KByte Second Level Cache * MacOS 7.6.1 oder höher Steinberg empfiehlt für beste Performance einen Apple G3/300MHz mit 64 MB RAM oder mehr.

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