Text: benjamin weiss aus De:Bug 04

Benjamin Weiss
nerk@buzz.de
D-Pole Demo
Waldorf TSI kennt man eigentlich eher für prima analoge Synthesizer wie den Wave, den Micro Wave (dessen Nachfolger Micro Wave II jetzt auf Stapel liegt), den Pulse oder eben auch die Filterbank miniWorks 4-Pole, die in der neuen Version mit einem 24 dB Filter daherkommt. Daß TSI (die bestehen ja irgendwie dann doch darauf, zwei verschiedene Firmen zu sein) auch einiges an Audiosoftware vertreibt, hab ich erst beim ziellosen Miete-und-Essen-versurfen festgestellt. Bislang hatten sie sich eigentlich auch mehr auf Hardware spezialisiert, aber irgendwann schien die Zeit reif zu sein, aber anscheinend noch nicht so ganz, denn D-Pole liegt nun seit geraumer Zeit als zeitlimitiertes (die legale Lösung des Problems heißt Effekt draufrechnen lassen, ansonsten soll es ja Leute geben, die besser mit ResEdit umgehen können als ich) völlig unkommentiertes Demo-VST-Plug rum, und keiner scheint genau zu wissen, wann es mal endlich veröffentlicht wird, und ob überhaupt. Was sehr schade ist, denn schnell merkt man, daß es, bis auf ein paar wenige abweichende Features beinahe die Softwareversion vom miniWorks 4-Pole sein könnte und außerdem die einzige Konkurrenz zum North Pole Plug ist. Die Einstellmöglichkeiten sind hier nämlich weitaus üppiger: in der Filtersektion gibts einen Resonance und einen Cutoff Regler, fünf verschiedene Filtertypen (Low Pass, Band Pass, High Pass, Notch und Resonator) und die Möglichkeit, zwischen 12 dB und 24 dB zu wechseln. Beim LFO läßt sich die Geschwindigkeit in BPM einstellen, was leider noch etwas grob funktioniert (schön wäre hier eine Option, bei der man nach einem Doppelklick den Wert eintippen kann); die drei Wellenformen Sine, Triangle und Saw sind anwählbar, weiterhin gibt es noch einen Regler für die Cutoff-Modulation und einen für eine Panning Modulation. Im Ampsektor kann man Overdrive (Verzerrung des Eingangssignals), Volume und Panning einstellen. Schließlich gibts noch den Envelopebereich, wo sich Decay und Cutoff Modulationregeln lassen. Das einzige was mich echt wundert ist, daß sich die Waldorfs Attack und Release gespart haben, wofür mir so überhaupt gar kein plausibler Grund einfallen will. Das Plug ist erstaunlich sparsam mit Rechnerressourcen und klingt sehr gut, lediglich im Bassbereich ist North Pole fetter, aber dafür kann D-Pole einfach mehr. Wie gesagt, nur ein Demo bisher. Leider.
Wer sich trotz Zeitbeschränkung und ungewisser Zukunft dafür interessiert, kann es sich bei untenstehender Adresse runterziehen.

Download: ftp://ftp.steinberg.de/dist/product_demos/macintosh/vst_plugins/waldorf

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Elektronische Lebensaspekte.