Stilblüten aus dem Schlafzimmer aus De:Bug 110


Stichwort “Armchair Dance Music”. Noch nicht gehört? Okay, dann wird es Zeit, denn der Sessel, den Marit Damerow aka Damero da zusammengezimmert hat, ist einer der gemütlichsten dieser zu warmen, aber trotzdem irgendwie ungemütlichen Wintersaison. Und er bietet Platz für alle: mondsüchtige Pop-Liebhaber, introvertierte Endzwanziger, Max-MSP-geschulte Frickelfreunde und generell alle Elektronika-Romantiker, die die Welt noch zu bieten hat. Wie kam es dazu? Mit Rechner und spärlichem Equipment bewaffnet fängt Marit 2004 an, sich jede freie Minute in ihrem Schlafzimmer zu verbarrikadieren, um fragile Melodiefragmente und IDM-geschulte Clicks and Cuts mit ihrer klassisch ausgebildeten Stimme kollidieren zu lassen.

Erste schüchterne Skizzen entstehen, die sich dann mit der Zeit langsam zu konkreten, selbstbewusst-schwelgerischen Popsongs verdichten, die Freunden vorgespielt werden wollen. Werden müssen. Einer dieser Freunde ist Modeselektors Sebastian Szary, der sofort hört, dass da ein paar besonders schöne Elektronika-Stilblüten gedeihen. Begeisterung brandet auf, CDs werden gebrannt und beides wird an Bpitch-Chefin Ellen Allien weitergeleitet. Schnell ist klar, da ist ein Album drin. Noch ein bisschen feilen, mit ein paar befreundeten Produzenten und Produzentinnen (AGF, Apparat, Zander VT, Headkit) Beats austauschen, dann ist das eine runde Sache. Armchair Dance Music eben. Und jetzt steht er da, der Sessel, und in buntesten Farben ist ”Happy in Grey“ draufgesprüht. Macht es euch bequem.

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Elektronische Lebensaspekte.