Zwei Frauen, zwei Label. Ellen Allien hat mit BPitch und Anja Schneider mit Mobilee feste Größen im Technowirrwarr etabliert. De:Bug bat sie zum Gespräch über ihre gemeinsame Radio-Vergangenheit, die Produzentenrolle im Techno und den Spaß an der Männerdomäne Fußball.
Text: Constantin köhncke aus De:Bug 122

Foto: Andreas Chudowski

Anja Schneider ist braungebrannt. Miami im Winter ist heiß. “Silicon Valley”, nennt Anja den Ort, an dem sie mit ihrem Label Mobilee Anfang April zur Winter Music Conference wieder einmal Freizeit mit Arbeit verband. Die Party als Business. “Das ist schon komisch, oder? Da trifft man dann die gleichen Leute wie in Berlin”, regt sich Ellen Allien auf. Außer den amerikanischen Busenwundern. “Die Frauen dort sind echt krass”, sagt Anja. “Bikini, Riesenbrüste, alles Fake. Amerika eben.” Das zieht wohl besonders die männlichen Kollegen an. “Manche DJs fahren da wirklich nur zum Ficken hin. Ohne Scheiß”, konstatiert Ellen.

Ellen Allien und Anja Schneider kennen sich schon lange. Genauer gesagt seit ihrer gemeinsamen Zeit beim damaligen Independent-Radio Kiss FM. Seitdem ist viel passiert. Kiss FM ist zu einer kommerziellen HipHop-Frequenz rationalisiert worden, Ellen Allien hat mit ihrem Label Bpitch Berlin fest auf der Techno-Weltkarte etabliert, Anja Schneider hat als Moderatorin bei Fritz elektronische Musik sicher im Radio untergebracht und zuletzt mit ihrem Minimal-House-Label Mobilee eine neue Plattform geschaffen. Nun haben beide Alben herausgebracht: Anja ihr Debüt “Beyond the Valley”, Ellen ihr bereits fünftes, “Sool”.

De:Bug: Seit wann kennt ihr euch?

Ellen: Ich glaube, das war 1994. Oder?

Anja: Ja, ich bin erst 1994 nach Berlin gekommen. Für mich war das eine ganz wilde und aufregende Zeit damals. Das ging allen so, die bei Kiss FM gearbeitet haben. Das war eine bunt zusammengewürfelte Gruppe. Wir haben uns jeden Tag getroffen und wussten teilweise gar nicht, was da passiert. Das war für alle ganz wichtig, sich dort zu behaupten und zu wissen, was man machen muss.

Ellen: Kiss FM hat damals DJ-Kultur nach vorne gebracht. Die kamen einfach auf mich zu und ich hatte das bis zu diesem Zeitpunkt noch nie gemacht. Ich wusste gar nicht, wie so was geht. Die Gründerin war Griechin, oder?

Anja: Ja genau. Also, das war eine Griechin, die war Architektin, und ein türkischer Obsthändler aus Neukölln, die haben das damals finanziert. Die Grundidee war, ein multikulturelles Radio zu machen. DJ Tomekk zum Beispiel hat eine Sendung auf polnisch gemacht, und dann musste das Berlinerische ran. Techno passte da einfach. Ellen hat eine Sendung gemacht, Paul von Dyk hat die Frühsendung übernommen. Das war schon wild.

Ellen: Das war Multi-Kulti. Was ich sehr interessant fand, war, wie so etwas passiert. Also, da wird etwas von einer Griechin finanziert, die die Menschen auf so eine Multi-Kulti-Art verbinden möchte, und auf einmal funktioniert das nicht. Dann wird es verkauft, der Etat gekürzt. Viel Mauschelei, alles ändert sich. Das war für mich eigentlich die erste Erfahrung, wo etwas Unabhängiges kommerzialisiert wird.

Foto: Andreas Chudowski

De:Bug: War das auch eine Erfahrung, die man mitnimmt, wenn man selber ein Label macht?

Ellen: Ich fand das ja gar nicht nicht schlimm. Ich kann mit Veränderungen umgehen. Das ist nun mal so. Das ist Politik. Die Politik entscheidet, wie wir hier leben dürfen und können. Wir können auf die Straße gehen und demonstrieren, und ja. Das war’s.

Anja: Es sind von den Leuten, die damals Kiss FM gegründet haben, kaum einer mehr da. Kiss FM hat sich grundlegend verändert und hat heute überhaupt nichts mehr mit meiner Welt zu tun. Mittlerweile hat aber jeder aus den Anfängen des Senders seine eigene Karriere gemacht und das ist schön zu sehen. Die revolutionäre Energie von damals hat uns allen nicht geschadet.

Ellen: Anja war damals eine treibende Kraft. Wir haben z.B. diese Bootstouren organisiert, von denen 60 Stunden lang gesendet wurde. Und Anja hat das organisiert, war dabei als jemand, der mitfährt, der die DJs kennt, und ohne Anja wäre das auch so nicht gelaufen. Jemand, der dahinter steht und dabei ist mit seiner Energie.

De:Bug: Also ist die Person sehr wichtig, um Dinge nach vorne zu bringen.

Anja: Jeder hat daraus auch eine Vision mitgenommen, jeder Einzelne, und hat daraufhin seine eigenen Dinge gemacht. Ob es Ellen ist mit Bpitch Control, ob das Tomekk ist, der seine HipHop-Karriere nach vorne gebracht hat, Paul von Dyk, der ja augenscheinlich auch Karriere gemacht hat. Einer von denen war lange Zeit Chef von Energy, Anastacia hat zwischenzeitlich mal Wetten Dass als Außenreporterin gemacht.

Ellen: Und was jetzt ganz schön ist: Es gibt eine gute Radio-Kultur in Berlin, es gibt sehr professionelle Menschen, die im Musikbusiness arbeiten. Das war früher nicht selbstverständlich. Als ich das Label angefangen habe, habe ich kein Personal gefunden. Ich habe das alleine gemacht. Ich wusste gar nicht, wie das funktioniert. Ich hab per Fax Platten bestellt. Internet war noch gar nicht so. Heute geht das ja alles ganz schnell.

Anja: Naja, wenn bei uns heute ein Fax ankommt, ist es meistens Laurent Garnier. (beide lachen)

Ellen: Dieses Netzwerk, die Globalisierung durch die Musik, das macht so viel Spaß. Klar, man ist auch oft kaputt. Da fließt viel Energie rein, man hat kaum noch Privatleben. Aber ich habe durch dieses Reisen so viel gelernt, ich liebe es, mit den Leuten vor Ort direkt über das zu sprechen, was wirklich passiert und nicht alles aus der Zeitung zu erfahren.

Anja: Leider ist es immer so schade, wenn du reist, dass du dir eigentlich immer die gleichen Geschichten anhören musst. Ich weiß nicht, wie das Ellen geht, aber wenn dich einer abholt, ein Promoter, dann musst du immer gleich loslegen: Ah, du kommst aus Berlin, kennst du den, kennst du das, was geht da ab, was geht in der Bar25 und wie kommt man in die Panoramabar rein. Und du sitzt eigentlich da und denkst dir: Erzähl mir mal was über deine Stadt, über dich. Und das nervt einfach total, dass man immer über Berlin sprechen muss. Ich kann das natürlich verstehen, dass die Leute das interessiert, weil Berlin auch so einen Hype hat, aber mich nervt das wirklich. Es ist klar, das ist erst mal der kleinste gemeinsame Nenner, die Musik, deswegen ist man ja auch da. Aber ich möchte darüber hinaus eigentlich viel mehr wissen.

Ellen: Es kommt darauf ein, wie oft man schon mal an einem Ort war. Über die Jahre bildet sich da schon ein Netzwerk und auch Freundschaften in jeglichen Städten und man wird auch mal zum Essen mit der Familie eingeladen und redet auch mal über Politik. Als ich zum Beispiel in China war, kann man dann endlich mal fragen: Wie ist das für euch eigentlich mit Tibet? Was empfindet ihr da? Und dann redet man darüber. Das ist die Kunst, darum geht es. Und das hält mich eigentlich an Techno. Das heißt für mich ein soziales Umfeld zu pflegen und auch zu versuchen, mit verschiedenen Nationalitäten zurecht zu kommen und nicht nur die DJ-Diva aus Berlin zu spielen, die voll hip ist.

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De:Bug: Ihr versteht euch beide auch als Förderer von neuen, unbekannten Produzenten und setzt mit den Labels auf Newcomer.

Anja: Bei Mobilee ist es schon so, dass wir nie einen großen Namen hatten und auch nie wollten. Ich bin sehr stolz, was aus allen geworden ist. Das wird Ellen sicher auch bestätigen können. Das gibt einem einfach so viel. Bei Pan-Pot war es so, dass sie mir eine CD geschickt haben und mich irgendwann mal gebucht haben auf einer Party in Friedrichshain, wo dann auch nur zehn Leute kamen. Wenn ich jetzt sehe, was die für eine Entwicklung durchgemacht haben, da ist man total stolz.

Ellen: Das ist auch ein Frauending. Ich glaube, Anja gibt gerne, Ellen Allien auch. Mit dem Ziel, human zu leben und sich auszutauschen.

Anja: Das ist so ein bisschen wie eine Familie zu haben.

Ellen: Es ist einfach ein Austausch da, der auch da sein muss. Es geht nicht darum, sein Ego nach vorne zu stellen und zu sagen, “Ey, feiert mich”, wie viele Männer es tun. Oft ist es bei Labels so, dass es zu so einer Art Sekte wird. Es gibt einen Sound, den macht der Guru, und der Rest macht das auch alles. Und so muss das dann sein und es darf auch nicht abweichen. Und so hat der Künstler, der unter dem Guru steht, gar nicht die Möglichkeit groß zu werden. Ich habe gesagt: Es gibt nicht noch einen Sascha Funke bei uns, es wird nicht noch einmal einen Modeselektor geben. Jeder hat seinen eigenen Sound. Und bei Mobilee ist das zwar Minimal …

Anja: Naja, eher House.

Ellen: Nicht Minimal dann, aber jeder steht für sich.

Anja: Ja, jeder macht schon seinen eigenen Sound. Sebo K kann man nicht mit Pan-Pot vergleichen.

Ellen: Ja, was mir auffällt bei Frauenlabels, dass es häufig darum geht, sich zu vernetzen. Das ist einfach eine positive Eigenschaft von uns Frauen. Wir haben natürlich auch unheimlich viel gelernt von Männern, was jetzt das Business angeht.

Anja: Wir können es aber vielleicht sogar noch besser machen, weil wir uns nicht so wahnsinnig ernst nehmen und nicht so gefeiert werden müssen. Ich kann auch mal als Tour-Support für Pan-Pot das Warm-Up machen und ich finde das trotzdem super. Ich glaube, wir nehmen unsere Arbeit schon sehr ernst, aber uns selber eben nicht so.

Foto: Andreas Chudowski

De:Bug: Warum glaubt ihr dann, dass Auflegen und Produzieren immer noch solch eine Männerdomäne ist?

Anja: Das ändert sich aber gerade. Die Hemmschwelle bei jungen Frauen ist weg, was neue Möglichkeiten angeht. Wenn man sich die Kurse bei SAE anguckt, da sitzen mittlerweile auch eine Menge Mädchen. Ich bin zu spät eingestiegen, um da jetzt wirklich tief abzutauchen. Ich bin nicht so ein Nerd, der acht Stunden Zeit hat, um sich vor den Rechner zu setzen. Aber ich sehe das bei vielen jungen Frauen, die jetzt anfangen aufzulegen und keine Berührungsängste mit Final Scratch oder Serato haben, und ich glaube, dass sich da in nächster Zeit noch einiges ändern wird. Das finde ich super.

Ellen: Genau. Die Hemmschwelle Technik ist viel geringer geworden, die Programme sind sehr leicht zu bedienen mittlerweile. Die Hemmschwelle ist vielmehr das Nachtleben. Du musst viel Energie haben. Und Männer sind einfach stärker. Also, was das Saufen angeht und Nächte durchmachen. Ich frag mich bei meinen Kollegen immer, wie die das machen. Ich mein, ich bin auch nicht schlecht. Da muss man erst mal mit zurecht kommen. Wir beide kommen damit zurecht, weil wir selber Freaks sind. Du musst absoluter Freak sein, um für Freaks da zu sein. Es sind ja auch mehr Männer auf den Parties, zumindest wegen der Musik.

Anja: Wirklich?

Ellen: Ja schon. Also gut, wenn Sascha Funke auflegt, dann nicht.

Anja: Bei Pan-Pot sind auch immer mehr Frauen da.

(beide lachen)

De:Bug: Was habt ihr denn Business-technisch von Männern so gelernt?

Ellen: Als ich das Label gegründet habe, herrschte ein anderer Umgangston. Und den kannte ich nicht. Ich bin in Berlin aufgewachsen, bin echte Berlinerin, bin sehr anti-autoritär und sehr künstlerisch groß geworden. Und als ich dann mit den Männern aus Westdeutschland, also Nicht-Berlinern, angefangen habe zu arbeiten, herrschte mir gegenüber ein anderer Ton. Macho-Sprüche und so. Das kannte ich nicht. Erst fand ich das auch schwierig und habe das einfach nicht verstanden. Und irgendwann, nach einem Jahr oder so, habe ich diese Art Humor dann verstanden. Dann habe ich auch irgendwann Sprüche gemacht. Und jetzt kann ich auch über Fußball reden. Ich habe vorher Fußball gehasst. Paul und Sascha und wie sie alle heißen, sind aber total into it. Und ich habe auch mal ein Bpitch Control Fußballteam gemacht. Ich habe unheimlich viel gelernt, wie Männer miteinander umgehen, und bin jetzt eigentlich auch so. Wenn’s mal prollig wird, kann ich auch mitprollen!

Anja: Ich habe von Männern eigentlich nicht so viel gelernt. Ich hatte jemand beim Radio, den ich sehr bewundert habe und der mir ein paar Tricks beigebracht hat und mir auch das Auflegen nahe gebracht hat, aber ansonsten Business-mäßig eher nicht. Da habe ich manchmal eher das Gefühl, dass die Männer zu viele Sprüche klopfen und wenig dahinter ist. Das hat mich eher genervt.

Ellen: Ich meine auch eher sozial. Wie die Männer so ticken.

Anja: Das verstehe ich aber immer noch nicht.

(Beide lachen)

Foto: Andreas Chudowski

De:Bug: Ihr produziert beide zusammen mit Co-Produzenten. Ellen – du zuletzt mit AGF, Anja – du für dein neues Album mit Paul Brtschitsch. Woran liegt das?

Anja: Bei mir ist das eine Zeitfrage. Ich habe leider wirklich nicht die Zeit dazu, mich wie ein Nerd hinzusetzen und alles zu lernen. Ich hätte sie sehr gerne, aber ich brauche einfach jemanden, der meine Ideen technisch umsetzen kann.

Ellen: Bei mir ist es so, dass ich alle Programme schon durch habe. Ich kann auch mit den Programmen umgehen, aber es dauert einfach unheimlich lange und das langweilt mich dann. Ich mache deshalb Kooperationen, oder wenn mich jemand produziert, mache ich den Prozess zusammen. Ich kann singen, ich kann Texte schreiben und weiß genau, was ich will. Ich habe auch kein Problem damit, wenn mich jemand produziert. Mein letztes Album hat eine Frau produziert – AGF, Antje Greie. Ich hasse es regelrecht allein vor dem Computer zu sitzen. Ich brauche einfach ein Team.

Anja: Ich brauche auch den Austausch. Mit Paul Brtschitsch gab es auch Situationen, in denen wir total aufeinander losgegangen sind, und andere, wo wir dann wieder total harmoniert haben. Aber das brauche ich einfach. Diesen Austausch. Alleine ist das so was von langweilig.

Ellen: Das ist einfach eine Temperamentsfrage. Manche sind nerdig und die finden das geil, sich abzuschotten, die brauchen einfach nicht dieses Soziale. Und manche brauchen das einfach. Es gibt ja auch Männer, die sich produzieren lassen. Eine ganze Menge sogar. Im Techno sagt man aber immer noch: Das hat der oder die ja gar nicht alleine gemacht. Das ist totaler Schwachsinn. In England oder Amerika ist das ganz normal. Producer ist ein ganz normaler Beruf und das sollte jetzt hoffentlich auch hier mehr so werden. Als ich mit Apparat das Album gemacht habe und mit ihm dann zusammen live gespielt habe, war das eine meiner schönsten Zeiten. Mal nicht alleine auf der Bühne zu stehen, sondern das auch zu teilen.

De:Bug: Habt ihr denn eure Alben gegenseitig schon gehört?

Ellen: Ich hab’s gehört. Ich war so neugierig, da habe ich es mir downgeloadet. Ich kauf das natürlich auch später. Ich finde es sehr Anja, das Album. Genau der Sound, den sie auch auflegt. Jeder Track hat was, ist für mich aber jetzt kein Mega-Hit. Ich finde es sehr ehrlich, weil es sehr Dance-orientiert ist und das genau ihr Sound ist und sie momentan auch diesen Drive hat. Weil sie gerade die ganzen Länder und Netzwerke mit ihrem Label abcheckt und das voll abgeht. Und da muss man erst mal hinterherkommen. Das ist ganz schön krass. Was macht man dann also für ein Album? Dann macht man natürlich ein Album, was man gerade so lebt. Das ist ehrlich.

Anja: Hätte ich jetzt was Experimentelles gemacht oder wäre zu Downtempo gewesen, wäre ich das nicht gewesen. Ich will das gar nicht ausschließen, dass da was kommt, aber ich habe mich jetzt erst mal auf die Sachen beschränkt, die mir am meisten Spaß gemacht haben.

Ellen: Also, ich würde so was jetzt nicht rausbringen bei Bpitch. Ich brauche immer einen Slowbeat-Track. Das ist Bpitch und da wird eben angeeckt. Aber jede Gruppe hat so ihre Identität. Obwohl wir alle in den gleichen Clubs auflegen, kann man das noch so stark differenzieren. Und das finde ich echt super!

Anja: Ich habe Ellens Album leider noch gar nicht gehört. Wie ist es denn?

Ellen: Ein Album ist für mich immer etwas, wo man Ellen Allien ein Stück näher kommt. Man hört immer ein bisschen Lebensgeschichte daraus. Viele sagen, dass es dark ist. Aber für mich ist das eher melancholisch. Und Melancholie hat für mich ganz viel mit Licht zu tun. Ohne Licht empfindet man auch keine Traurigkeit.

Anja: Also ist es gar nicht so für den Dancefloor?

Ellen: Doch, doch. Es sind auch Dance-Stücke dabei. Aber es ist eben keine Aneinanderreihung von Dancefloor-Tracks.

De:Bug: Ihr beide seid vor allen Dingen auch DJs. Ihr legt beide seit langer Zeit jedes Wochenende auf und managt dazu noch euer eigenes Label. Wie hält man das aus?

Anja: Ich versuche in der Woche Energie zu tanken und versuche auch, jeden Morgen wirklich laufen zu gehen. Aber wichtig ist auch, dass man das alles nicht mehr so ernst nimmt. Ich muss nicht mehr auf jeder Party dabei sein oder bis zum Ende bleiben. Ich mache da natürlich hundertprozentig meinen Job, aber ich weiß auch, dass ich danach nach Hause gehen und schlafen kann.

Ellen: Für mich hat das immer was mit Struktur zu tun. Ich nehme mir jedes Jahr Januar und Februar frei, um auch Musik zu machen. Ich mache ein- bis zweimal in der Woche Yoga, um runterzukommen. Und in den Urlaub fahre ich dann auch meistens alleine, um meinem Körper und Geist näher zu kommen, damit man das auch das ganze Jahr durchhalten kann. Im Sommer fällt mir das immer sehr leicht. Da feiere ich dann auch immer noch. Letzten Sommer war ich jeden Sonntag nach drei oder vier Mal auflegen bis Montagnachmittag in der Bar 25 und ich hatte kein Problem damit. Weil es mir Spaß gemacht hat. Wenn dir was Spaß macht, dann kannst du das auch machen. Das funktioniert dann einfach.

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Elektronische Lebensaspekte.