"Guck mal, wer da hämmert" in a Debug Style. In unserer neuen Reihe werden wir euch Monat für Monat in die geheimnisvolle Welt der Bastler entführen. Heute: Wir bauen uns einen Podcast.
Text: Sascha Kösch aus De:Bug 89

Heute: Podcast zusammengeschraubt

Klar, jeder will jetzt podcasten, aber bevor wir uns alle die Hände an der RSS-Spezifikation schmutzig machen und Podcastfeeds per Hand drechseln oder etwa schon wieder so einen Service im Netz benutzen, erinnern wir uns lieber mal kurz an die gute alte Zeit der Selbstbaukästen und fahren zu unserem Lieblingsbaumarkt Sourceforge.net und besorgen uns, was wir brauchen.

Podcasting – in aller Kürze – heißt: Audiofiles ins Netz stellen und über eine Art Abo (der Feed) iPods (andere Player gehen auch, Computer reicht) automatisch mit Musik oder Info für unterwegs zu versorgen. Medial gesprochen heißt das: Radio für eine potentielle Hörerschaft von knapp 10 Millionen (soviele iPods gibt’s schon) machen, das jeder On Demand (wann immer er will) hören kann. Voraussetzung für unsere heutige Bastelstunde ist: Ihr habt eine Audiosoftware zum Aufnehmen (Traktion z.B. kostet fast nix, ein Mikrofoneingang und Freeware tut’s aber auch), DSL (teuer), einen Webserver mit Datenbank- und FTP-Zugriff (gibt’s für ‘ne Hand voll Euro) und was zu sagen (unbezahlbar).

Dann geht alles eigentlich sehr schnell. Ladet euch die letzte Alpha-Version von WordPress 1.3 runter (wieso Alpha? – schadet nix, die Podcastsoftware, das ist ja alles noch ganz neu, ist auch noch in den Kinderschuhen. Außerdem: DIY und Charme sind ganz dicke. Ach, und kommt nicht auf 1.2). WordPress ist eigentlich ein Blog (Mehrwert, ihr habt nach dieser Bastelstunde, äh, Minute, nicht nur einen Podcast, sondern gleich noch ein Blog. Blosjom, Radio Userland und Moveable Type gehen anscheinend auch und machen genau das, was wir für einen Podcast brauchen, nämlich RSS-Feeds mit “enclosures” schreiben. (Was “enclosures” sind? Fragt nicht, macht einfach). Rüber mit dem Runtergeladenen auf euren Server und installieren. Anleitung ist dabei, und das ist so einfach und geht so fix wie eine Tütensuppe machen. Jetzt kommen wir zum schwierigen Part: dem eigentlichen Podcast, dem, was ihr aufnehmen wollt, müsst, sollt. Wer schon immer eine Radiosendung machen wollte, dem dürfte das leichtfallen, wer Musik spielen will, der wird sich die Zähne am Copyright ausbeißen oder eben auf Netaudio und Creative Commons zurückgreifen müssen. Wir vertrauen euch da. Und jetzt? Ihr hört noch nix?

Das Aufgenommene einfach auf euren Server spielen, im Blog-Backend ein neues Posting machen, was zu eurer Sendung schreiben und das MP3 verlinken (wichtig, immer nur eins pro Posting), den RSS-Link eures Podcast-Blog-Zwitters bei feedvalidator.org checken (man weiß ja nie), kopieren und als Podcast publik machen via Rundmails und ipodder.org etc. Und schon seid auch ihr eins, zwei, drei deins, ein Medienmogul. Geht doch! Der Rest ist finetuning.

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Elektronische Lebensaspekte.