Alejandra Iglesias aka Dinky steht edel da.
Text: Bastian Thüne aus De:Bug 126


Grenzen verschwimmen, werden milchig. Übergänge zerfließen. Ein Portrait von Gerhard Richter? Jedenfalls steht Alejandra Iglesias aka Dinky sehr edel da. Ihre Kopfhaltung, ein sehnsüchtiger Blick. Zurück? In die Ferne? Ein Hauch von Melancholie, die der Blaumeise aber ganz gleichgültig ist.

Ihr Antlitz prägt sich ein. Dass der Vogel auch ein Symbol für südamerikanische Klangerweiterung im deutschen Minimal-Techno sein könnte, erschließt sich erst, wenn man Dinky hört. Aber vielleicht ist das gar nicht nötig, das Bild verrät eigentlich schon alles über Dinkys drittes Album “May Be Later”. Ganz sicher.

Grüne Aura, Nachdenklichkeit, Deepness. Die leichte Gradlinigkeit des Haares mit der Rose, die roten Lippen, das locker umgeschwungene Kleid und die wurmelige Halskette: So klingt ein holzverkleideter Salon, ein umgedrehter Kolonialwarenladen im Chile des ausgehenden 20. Jahrhunderts.

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Elektronische Lebensaspekte.