Ein DJ-Tisch aus der Werkstatt der klassischen Moderne in Kuschel-Beton. Für Puristen mit nur einer Plattenspieleraussparung. Das ist der letzte Streich von Metrofarm.
Text: Annika Hennebach aus De:Bug 93

Einfach auf Platte Platten auflegen
Metrofarm präsentiert Heimbeton

DJ-Pulte sind ja ein schwieriges Unterfangen. Sind sie erst mal hoch genug und funktional, sehen sie meist albern aus. Und wenn man dann noch nicht mal mischt, aber trotzdem viele Platten hört (und vielleicht schon mal zyklopenmäßig DJ üben will), gibt’s eh kein vernünftiges Möbel. Oder? Gibt es doch.

Nunu, Möbeldesigner von Metrofarm aus Berlin, liefert mit seiner Linie Heimbeton eine ästhetisch-puristische Lösung. Neben Tisch, Bank, Stühlen und einem DJ-Pult mit zwei Decks hat er eine kleinere Variante mit nur einem Plattenspieler designt.

Bei allen Heimbeton-Möbeln bildet Beton die Basis, baustofflicher Inbegriff für Masse, Urbanität und industriellen Fertigbau (siehe Großstadtghettos, Plattenbauten oder auch architektonische Meilensteine, die vor allem Arne Jacobsen und andere modernistische Architekten in Beton bauten.) Das Gemisch aus Zement, Sand und Wasser, ein Material, das eigentlich wegen seiner Rentabilität, Resistenz und Schwere eher für das Außen von Gebäuden benutzt wird, kommt hier rein ins Heim. Und damit ein stylischer Flair des Großstadt-Asphalts.

Das einfach-DJ-Pult hat – genau wie Tisch und Bank – freischwingermäßig gerundete Rahmen aus stahlbewehrtem Glasfaserbeton, die die Beine aus einem Guss bilden. Das grau-melierte, rohe Material macht das schlichte Design aus und fühlt sich ganz glatt, weich und überaus handschmeichelnd an. Der Mittelteil, wahlweise mit Linoleum oder Holzfurnier, ist genauso materialstark wie die Beine, so wirkt das Pult trotz einem Gewicht von 95 Kilo irgendwie schwebend, leicht. Und Kabelsalat gibt’s nicht, weil Soundkabel und Stromkabel in einen der Rahmen eingegossen sind.

Glücklich kann sich preisen, wer jetzt noch die passende Wohnung für das Pult hat: Plattenbau, Betonbunker oder Altbau. Und für die Großen gibt es ja auch noch das Pult mit zwei Decks …

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Elektronische Lebensaspekte.