California College of Arts and Crafts, San Francisco - Fashion Institute of Technology, New York - Institute of Design (ID), Chicago -
Text: Anne Pascual & Marcus Hauer aus De:Bug 55

Designschulen in den USA

California College of Arts and Crafts, San Francisco
Ich will Designer werden 3.0

In Kalifornien – und besonders eben in San Francisco möchte man meinen – liegt man nur am Strand und macht auch sonst nichts Intelligentes. Aber eigentlich kann man ja nicht verleugnen, dass gut fünfzig Prozent des klügeren Webdesign von dort kommen und die IT-Branche dort ihren Ursprung hat. Man kennt ja Sillicon Valley und die legendären Garagen-Firmen. Und eben in diesem Melting Pot gibt es eine durch und durch sympathische Schule – das fängt bei ihrer Website an und hört bei den Studiengängen auf. Zwischen angewandten Gebieten wie z.B. “Design and Media Concentration” und dem theoretischen Fach “Visual Criticism” gibt es eine Menge Spielraum, den man unter der Sonne Kaliforniens unbedingt nutzen sollte. Und nicht nur Lebenszeit-Professoren begleiten euch auf dem Weg, nein, auch immer wieder Gäste aus verschiedenen Bereichen der Designszene inspirieren. Wenn jetzt das mit dem Essen und den Menschen klappt, könnte das eine Empfehlung wert sein.

http://www.ccac-art.edu

Fashion Institute of Technology, New York
Das Fashion Institute of Technology liegt mitten in Chelsea, einer der nettesten Gegenden in Manhattan. Aber das ist nicht der einzige Grund, von diesem Ort irgendwie angezogen zu werden. Vielleicht ist euch schon mal die famose Zeitschrift “Fashion Theory: The Journal Of Dress, Body and Culture” in die Hände gefallen, die von Valerie Steele herausgegeben wird. Steele lehrt jedenfalls auch am FIT, das aber keineswegs von Fashion dominiert wird. Hier kann man genauso Packaging Design, Fabric Styling, Toy Design, Display und Exhibit Design oder Computer Animation studieren – mit unterschiedlichsten Abschlussmöglichkeiten. Das klingt nicht nur zukunftskompatibel, hier schämt sich zudem niemand, Business und Kreativität in einen Strumpf zu stecken. Bleibt nur noch die Frage nach den pädagogischen Qualitäten, die wir leider nicht testen konnten, sondern nur den programmatischen Aussagen entnommen haben. Aber auch die klingen nicht doof und 50 Jahre Überlebenszeit sprechen für Wandlungsfähigkeit. Eine feine Brutstätte für ganz spezielle Talente!

http://www.fitnyc.suny.edu

Institute of Design (ID), Chicago
Kenner verbinden mit dem ID den Namen Laszlo Moholy-Nagy, der 1938 nach Schließung des Bauhaus nach Chicago floh, um hier mit dem weiter zu machen, womit er zuvor aufhören musste. Von ihm stammt die Idee der “Total Education”, eines ganzheitlichen Designansatzes, der analytisch und konzeptionell vorgeht. Auch heute noch bekommen die Studenten hier Methoden und Werkzeuge näher gebracht, die sich gern und vor allem auf die Bedürfnisse des Nutzers konzentrieren. Es geht darum, Problemlösungen zu finden, die die Technologie möglichst in den Dienst der Sache stellen. Dabei kommen ziemlich klassische und funktionale Ergebnisse heraus, denen manchmal ein wenig Funkyness fehlt. Eine Besonderheit ist jedoch, dass die Möglichkeit besteht, einen PhD Abschluss zu machen, also eine Promotion in Design anzufertigen – und das geht schließlich sonst nirgendwo in den Staaten. Design-Wissenschaft mit sauberer Weste.

http://www.id.iit.edu

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Elektronische Lebensaspekte.