Der Berliner DJ Desue macht HipHop Beats, einfach tonnenweise, einfach gut.
Text: Clara Völker aus De:Bug 37

/hiphop Fliessband Fatness DJ Desue Den Plan im Kopf, die Beats in Funktion, HipHop die Bewegungsform. DJ Desue versteht sich auf einfache Beats ohne grosses Konzept. Seine Tracks entstehen auf die Schnelle und brillieren wenn, dann durch ihre Schlichtheit. Alles geht einfach. Desue aka Hashim Elobied ist 21 Jahre alt und kommt aus Berlin. Er ist Teil der Kinzmen Click, KMC, und so mitverantwortlich für die Beats von Harleckinz und KC Da Rookee. Gerade hat er eine Platte namens “Operation Left Coast” veröffentlicht. Die Beats auf der Platte sind von ihm, die Scratches allerdings von Babu von den Beat Junkies. Als MCs sind Dilated Peoples, Styles Of Beyond, Medusa, Freestyle Fellowship und viele mehr dabei. Allesamt haben sie nicht mal eben ein paar lahme Zeilen gedroppt. Die Operation ist ein Urlaubsprodukt: ”Als die Schule zuende war, mit 16, bin ich nach New York geflogen. Da hatte ich Tapes dabei, mit Beats von mir, die ich auf dem Amiga gemacht hatte. Ich habe Julien Smith (RahRahEntertainment) über einen Kumpel von mir kennengelernt. Dem habe ich meine Beats vorgespielt und der fand die so richtig cool. Dann habe ich nach zwei Jahren einen Anruf gekriegt, und er meinte, er ist in L.A., und hat mich gefragt, ob ich Bock habe rüberzukommen. Dann bin ich da rübergeflogen, mit richtig vielen Beats. Wir haben die Leute kennengelernt und Sachen aufgenommen. Dann haben wir uns entschlossen, so eine Compilation zu machen. Es hat ungefähr ein Jahr gedauert, bis das fertig war, weil da so viele Leute drauf sind, mit den Verträgen. Die Beats sind zum Teil knapp drei Jahre alt, hat alles voll lange gedauert.” Auf der Platte ist ein leicht verärgerter Typ zu hören, der Desue auf seinem Anrufbeantworter anmacht und es später revidiert. Aber nicht fake und funny, sondern Beleg für: Connections machen, dass die Welt sich dreht und es weitergeht: ”Das ist richtig lustig. Das ist der Typ, den ich damals in New York kannte. Das ist wirklich ein echter Anrufer gewesen. Der war irgendwie sauer, weil ich mich mal nicht gemeldet habe oder so, keine Ahnung. Weil ich durch ihn den anderen Typen kennengelernt habe, ist er irgendwie stinksauer. Weil, er hat nichts erreicht, ist auch ein Vollidiot, der Typ. Den habe ich früher hier kennengelernt. Hat aber sonst nichts mit der CD zu tun. Den haben wir da nur raufgemacht, weil er halt so erzählt, mit New York und so, und die ganze Story ein bisschen erklärt.” Dass Desue Deutscher ist, war bei der Operation nicht wichtig: “Die Leute wussten am Anfang erstmal gar nicht, wo ich herkam. Das kam so ganz normal rüber. Ein Kumpel von mir hat da halt ein Studio. Die dachten, ich wär irgendein Kumpel von dem, der da rumsitzt und Beats macht. Vielleicht weiss jetzt noch nicht mal jemand, dass ich woanders herkomme.” Trotzdem geht das Globale am HipHop an vielen Amerikanern spurlos vorbei: “Selbst die Rapper auf der CD kannten keine deutschen Sachen. Gar nichts. Hatten die auch noch nie was von gehört. Die leben da und sind in ihrem Territorium. Es importiert ja auch keiner von da deutschen HipHop, der verkauft sich niemals.” Desue produziert nach einem beliebten Verfahren: “Ich sample eigentlich nur. Zerschnippel zum Teil die Samples, loop die und mach mir meine eigene Melodie sozusagen. Ich nehme mir halt irgendwas von einer alten Soul- oder Funk-Platte und sitz da so lange, bis es cool ist. Bei manchen dauert es echt nur ein Stündchen, dann sind sie fertig, richtig zum aufnehmen. Ok, Breaks machen und so ist was anderes. Geht ziemlich schnell auf jeden Fall. Ich weiss halt vorher schon genau, wie ich das schneiden will.” Mit HipHop Musik hat er schon in jungen Jahren angefangen: “Beats zu machen habe ich so zeitgleich mit DJing angefangen, so mit 14. Mit einem alten Amiga, so nem alten Computer, mit dem man normalerweise nur spielt. Mit 13/14 habe ich mir die ersten Breakbeat Platten gekauft, mit Scratch Effekten drauf, auf denen ich dann halt so ein bisschen gescratcht habe. Davor habe ich zwei Jahre schon ein bisschen probiert. Zuhause, mit alten Platten von meinem Vater, alte Funk-Sachen, Sugarhill-Sachen und so’ne Dinger. Mit 14 habe ich dann angefangen micht wirklich als DJs auf Jams zu präsentieren. Ich hatte nur einen Plattenspieler am Anfang, von meinen Eltern. Und deswegen habe ich mir dann mit 16 meine ersten richtigen Plattenspieler geholt, Technics. Davor den ganzen Sommer gearbeitet. Bei meinem Vater in der KFZ-Werkstatt, um mir die kaufen zu können. Dann immer mehr aufgelegt und so. Schule, New York, und dann sass ich erstmal zuhause, hab gar nichts gemacht. Dann habe ich bei meinem Vater gearbeitet. Mir dann einen Sampler gekauft und so. Hat sich dann so entwickelt. Leben kann ich davon so seit ein, zwei Jahren.” Berlins minimalen Platz auf der offiziellen HipHop Landkarte begründet DJ Desue so: ”Irgendwie gibt es so viele Leute, aber jeder sitzt in seiner Ecke und macht seine eigenen Sachen. Anstatt dass alle mal was zusammen machen. Deswegen. Langsam kommt’s auf jeden Fall. Dauert auf jeden Fall noch ein bisschen.” Fällig ist jedenfalls eine Operation Berlin City.

About The Author

Elektronische Lebensaspekte.