Vince Patricola sendet mit seinem Magazin mitten aus dem Herzen der Motorstadt in ihrer ganzen musikalischen Vielfalt.
Text: Tobi Feld aus De:Bug 98

Das Heft zur Stadt

Detroit hat endlich ein Sprachrohr. Die nunmehr dritte Ausgabe dieses frischen Magazins gießt wieder allerhand Deepness in Wörter und spannt dabei den Bogen wohltuend weit.
Detroit fett geschrieben. Klar, darauf legt Vince Patricola, Herausgeber von DEQ, schon wert. Denn der Mann, der den Detroit-Underground aufs Silber-Tablett hievt und an anderer Stelle seine Passion als DJ Shortround kanalisiert, glüht für seine Sache. Und für seine Stadt. Diese Hingabe atmet jede Zeile seines quadratisch-schicken Hochglanz-Magazins, das nun zum dritten Mal den Rundumschlag angeht.
Das erste Bonbon ist die wohl dosierte, persönliche Note, die sich wie eine Klammer um alle Ausgaben schließt. So grüßt DJ Shortround in der Spring/Summer Issue erst mal seinen Onkel mit einer Widmung. Motown, Easy Listening, Jazz und Disco – aus all diesen Töpfen naschte Vince zuerst beim Onkel. Ihm wurde damit wohl seine Crossover-Mentalität mit auf dem Weg gegeben, die so sinnbildlich für Detroit steht.
Dann wird’s richtig bunt: Neben Säulenheiligen wie Los Hermanos, Jeremy Ellis a.k.a Ayro oder Norm Talley, as the man of Beatdown Sounds, kommen auch frische Detroit-Gewächse wie Zo! oder Punisher zu Wort. Vor allem kommen viele Original-Statements zum Zuge, die dem Vor-Ort-Vorteil dieses Magazins zu verdanken sind. Schön auch der beiliegende CD-Teaser der letzten Ausgabe. Dort wird nicht nur altbekannter Detroit-Techno in all seinen Blüten gefeaturet, auch Elektro-Boogie-Perlen sowie fette Drum-and-Bass-Patterns rollen durch die Boxen.
Vince stellt die Mission klar: “Ich schätze, wir alle von DEQ fühlen in uns den Auftrag, einer der Fürsprecher der Underground Electronic Community in Detroit zu sein. Die gigantische Maschinerie, die Amerikas Musiklandschaft dominiert, lässt keinen Raum für uns. Also müssen wir hier Position für unsere Subkultur beziehen.”

About The Author

Elektronische Lebensaspekte.