TV-Serie: Kranke Scheiße im Magazindschungel aus De:Bug 110


Klar doch, wer bei einer Zeitung ist, liebt Fernsehserien, die sich rings um eine Zeitung drehen. Selbst wenn es die zahnspangentragende US-Variante von “Verliebt in Berlin”, “Ugly Betty”, ist. Und vermutlich sogar, weil das einfach immer so einen surrealen Nachgeschmack hinterlassen muss. Schließlich ist nichts im Fernsehen so wie im Office. Dirt, unser neustes Darling, könnte man als das Unterbewusste von Ugly Betty bezeichnen und ist, klar, Dramedy. Wenn hier intrigiert wird, sterben die Opfer des ruchlosen Hollywood-Paparazzi-Tabloids gerne an Überdosis oder ihnen werden die Knie zertrümmert.

Courtney Cox, Magazinchefin (und Co-Produzentin der Serie), die froh ist, wenn sie niemand beim Onanieren über der neuen Ausgabe stört, hat – wie so manche Friends-Ehemalige – nach 237 Episodenmarathon richtig Charakter. Und wer Dexter liebt, wird sich jede Woche über die Intros des zweiten Hauptcharakters freuen, der jedes Cover von Dirt schießt und dabei Stück für Stück kaputter wird. “I’m Don Konkey. I take photos. I’m a functioning shizoprenic.” Heißt: Er lebt mit dem toten Überdosisopfer zusammen, bekommt einen Wurf Katzenbabys mit ihr, und gelegentlich laufen ihm Worte aus dem Mund. Mjam. Dirt ist stellenweise so dunkel gefilmt, dass man sich wünschen würde, jemand erfindet mal schwarze LEDs. Ob es die FX Serie jemals ins deutsche Fernsehen schafft, kann bezweifelt werden, aber – für Freunde ausländischer Kreditkarten – gibt es sie auf iTunes. Und nach Ende der ersten Staffel im März dürften wohl auch DVDs auftauchen.
http://www.fxnetworks.com/shows/originals/dirt/

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Elektronische Lebensaspekte.