Philip K. Dicks Superdroge Substance D. im Zeichentrickfilm
Text: Alexis Waltz aus De:Bug 114


A Scanner Darkly
Richard Linklater
Warner

Richard Linklater verfilmte Philip K. Dicks späten Science-Fiction-Roman “A Scanner Darkly“ mit Robert Downey Jr., Keanu Reeves, Woody Harrelson und Winona Ryder. Die Aufnahmen bekamen aber nur einige Animateure und Zeichner zu sehen, sie waren bloß Ausgangspunkt für einen Zeichentrickfilm. In den farbigen, großflächigen, beweglichen Bildern fallen Realität und Halluzination zusammen, das ruhende Reale entwickelt ein packendes und verstörendes Vibrieren.

In der nicht allzu fernen Zukunft bestimmt die Superdroge Substance D. das Leben in den amerikanischen Großstädten, sie führt sofort zu Sucht, bald zu Paranoia, später zum Zerfall des Gehirns. Sowohl die medizinisch-therapeutische Behandlung der Abhängigen wie die polizeiliche Verfolgung der Dealer und die militärische Bekämpfung der “Drogenterroristen“ übernimmt eine einzige Firma. Der Konsum der Droge ist wie ihre Bekämpfung von Paranoia strukturiert. Die eigene Überwachung ist das einzige Thema der Junkies, die Agenten tarnen sich durch den “Scramble Suit“, einen Anzug, dessen Oberfläche im Sekundentakt das Aussehen tausendfünfhundert verschiedener Menschen annimmt.

Zu einem der besten Filme von 2006 macht “A Scanner Darkly“ nicht nur die Konsequenz, mit der er das paranoische Denken umsetzt und in die Gegenwart einschreibt, sondern die Darstellung der sozialen Milieus, die unter heftigen Drogenusern entstehen: Etwa wurde das beschleunigte, überbordende Denken und die manische, gedrechselte Rede des Speedfreaks noch nie so präzis erfasst wie von Robert Downey Jr.
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Elektronische Lebensaspekte.