Mamoru Hosodas Anime-Hit über Teenies, Timewarp & Texturen
Text: Finn Johanssen aus De:Bug 117


Mamoru Hosoda
Das Mädchen, das durch die Zeit sprang
Anime Virtual GmbH

Einer der unlängst größten Anime-Erfolge in den japanischen Kinos hatte zuletzt auch auf dem Fantasy Filmfest sein Hitpotential demonstriert und kommt jetzt als umfangreiche Doppel-DVD auf den hiesigen Markt. Hosoda wird schon als Nachfolger von Miyazaki gehandelt, und das nicht ohne Grund.

Der Film über das Mädchen, das entdeckt, dass es den Zeitablauf auf Reset stellen kann, ist ähnlich den Ghibli-Klassikern voller Detailliebe, Texturen gleich Gemälden und einer Atmosphäre mit dieser friedlichen Sogwirkung, in der man schon bald nicht mehr bedenkt, dass man abermals von großäugiger Niedlichkeit in schrägen Plots gerührt ist. Die Art, wie die Schülerin die Zeitsprünge anwendet, ist komplett nachvollziehbar, die Art, wie die Abläufe ihres Lebens dadurch mit allen positiven und negativen Konsequenzen zwischen Romantik, Drama und Komik durcheinander wirbeln, ist es auch, in zuweilen virtuosen Erzählstrukturen ohne unnötiges Animationsblendwerk.

Im Kern ist der Film aber auch eine sachte Initiationsgeschichte vom Verlust der Unschuld und eine fragile Teenagerliebe wider Irrtum und Vernunft, über der die Zeit der Reife schon verlustvoll dräut. Man kann nur beten, dass das nicht gerade für irgendein Starlet in L.A. als Realfilm mit launigen Nebenrollen und Alternative-Jukebox-Soundtrack gepitcht wird.

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Elektronische Lebensaspekte.