Konzertmitschnitt und Dokumentarfilm
Text: Hendrik Lakeberg aus De:Bug 118


Lambchop
No such silence
City Slang

Diese DVD ist ein Fest für Fans von Lambchop. Und “No such Silcence” bietet einen wunderbaren Anlass für Neulinge, sich näher mit dem Oeuvre der amerikanischen Träumer aus Nashville um Songwriter Kurt Wagner zu beschäftigen. Der Dokumentarfilm “Lambchop is a Band” – neben dem spektakulären Konzertmitschnitt aus dem AB Club in Brüssel der zweite Hauptteil der DVD – portraitiert zunächst die Band. Die Regisseure Florian Giefer und Peter Göltenboth entwickeln die Geschichte von Lambchop aus dem Alltag der Bandmitglieder heraus.

Kurt Wagner und zahlreiche Bandmitglieder erzählen nachdenklich, ehrlich und lebensklug vom Leben als Musiker, von finanziellen Nöten, von Ernüchterung und Euphorie. Ganz im Sinne des Lambchop Sounds: Musik von Menschen, die längst jenseits von irgendwelchen Hipness-Codes leben. Musik ist sowohl Lebensaufgabe als auch Lebensinhalt, Karriere, Job und eben schlichtweg Arbeit. Dabei hätte sich der Film insgesamt ruhig etwas mehr als 43 Minuten Zeit nehmen können. Vielleicht hätte sich dadurch die an manchen Stellen etwas hektische und unübersichtliche Verschränkung von Themen, Schauplätzen und Interviews etwas entwirrt. Aber die stimmungsvollen Zwischenbilder von Stromleitungen, die den dämmernden Abendhimmel durchziehen und diesen glühenden amerikanischen Leuchtreklamen, denen – analog zum Sound der Band – ein universelles Gefühl von Sehnsucht inne zu wohnen scheint, halten „Lambchop is a Band“ wunderbar zusammen.

Der Konzertfilm dokumentiert mit 22 Kameras einen Auftritt im Brüsseler Club AB. Der technische Aufwand ist so opulent wie die Besetzung der Band, die inklusive eines polnischen Streichquartetts auf der Bühne steht. Kurt Wagners emotionale, melancholische Songs werden so wohl musikalisch wie auch visuell präzise und slick in Szene gesetzt. Die Kamera gleitet über die Klaviertasten, Gitarrenseiten, elektronische Gerätschaften, über Hände und Füße, die sachte auf Effektgeräte treten. Frei nach Godard geht hier so wunderbar unprätentiös ums große Ganze: Liebe, Arbeit, Musik.

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Elektronische Lebensaspekte.