Hat alle Bambis der Welt verdient
Text: Thaddeus Herrmann aus De:Bug 112


Weeds. Kleine Deals unter Nachbarn
Sony Pictures

Mit das Beste, was in den vergangenen Jahren in den USA im Fernsehen lief, nicht nur wegen dieses Titelstücks, das man nie wieder aus dem Kopf bekommt. Weeds ist, neben Dexter, das Aushängeschild des Pay-Senders “Showtime” und kullerte bislang per BitTorrent nach Europa. Zwei Staffeln hat die Kult-Serie in den Staaten schon runter, Season drei läuft im Sommer diesen Jahres an. In Deutschland hat Pro7 zugeschlagen und der erste Teil der ersten Staffel wird Ende Mai als DVD releast. Eine Unart, diese halbierten Staffeln, aber besser als nichts.

Willkommen in Agrestic, einer friedlichen Kleinstadt in Kalifornien. Friedlich? Ja, aber vor allem, weil alle ständig am Kiffen sind, der Bürgermeister eingeschlossen. Versorgt werden die Raucher vor allem von Nancy Botwin, Mutter und Witwe, die dieses Business nach dem Tod ihres Mannes aufgenommen hat, um die Familie über Wasser zu halten. Ohne in den Ablauf der Staffel und auch schon die zweite einzugreifen, sei verraten, dass sich die Privat-Dealerei bald erschöpft hat und Nancy zusammen mit einer Gruppe von “Geschäftspartnern” das Ding größer aufziehen will, selber anpflanzt, Snoop Dog als Kunden gewinnt und sich natürlich irgendwann mit anderen Dealern die Clans neu abstecken muss.

All das geschieht in einer schwer geschädigten Familienstruktur unter der immer freundlich scheinenden Sonne Kaliforniens. Feine Absurdität, die nur noch von der Tatsache verstärkt wird, dass sich Nancy in einen DEA-Agenten verliebt, der sehr schnell merkt, was bei ihr Tacho ist, und sie fortan immer wieder vor der Hausdurchsuchung bewahrt. Weeds ist eine Offenbarung, die Serie hat Tempo, Witz und lebt von einer unglaublichen Unwahrscheinlichkeit. Gelebte Realität eben, in Amerika wie anderswo. Hat alle Bambis der Welt verdient.

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Elektronische Lebensaspekte.