Atombombennachverdauung, Terror und Hackertum
Text: Sascha Kösch aus De:Bug 117


Kenta Fukasaku
Yo-Yo Girl Cop
Rapideye Movies

Zugegeben, das japanische Fernsehen ist so voll mit High-School- Mädchenheldinnen in Uniform, dass vermutlich selbst der gesündeste Jugendliche im Laufe seiner Adoleszenz ganz unwillkürlich mehr als einmal darauf kommt, welche in die Luft jagen zu wollen.

Das geschieht hier gleich am Anfang, aber das kann und soll natürlich nicht sein, also wird eine Ausreißertochter im unerschöpflichen Genpool der High-School-Heldinnen gesucht, die dem Treiben ein Ende setzen kann, und ein blendender Ersatz für die auf einem Manga basierende (muss man das erwähnen?) und in den 80ern als Fernsehserie gelaufene Yo-Yo-Girl-Cop-Heldin glücklicherweise ohne charmant wippende Dauerwelle in Asamiya Saki schnell gefunden (im wirklichen Leben ist Matsuura Aya natürlich wie alle Japanerinnen dieses Kalibers nebenher Popsängerin).

Ab mit ihr auf die High School die Bösen finden, die die Grundfesten japanischer Zivilisation vieler tausender Jahre kippen wollen, eine gute Portion aus Atombombennachverdauung, Terror und Hackertum, Bullydrama und jugendlicher Verschwörungstheorie drunter mischen und fertig ist das durchaus gelungene und sensationell anspruchslose Heimkinovergnügen. Ein skurriler Spaß mit gelegentlich fast albernen Kampfchoreographien, in denen das unermüdliche Werfen von rasiermesserscharfen Yo-Yos natürlich zur Pflicht gehört. Zwei der Featurefilme zur Serie aus den 80ern erscheinen übrigens für Yo-Yo-Fetischisten zur gleichen Zeit.

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Elektronische Lebensaspekte.

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