Text: benjamin weiss aus De:Bug 09

Dynasone VST Benjamin Weiss nerk@de-bug.de Das Dynasone-VST-Plug von Prosoniq ist gedacht als eine All-In-One-Lösung für das Mastering von Tracks. Es besteht aus verschiedenen Modulen, die gemeinsam oder einzeln genutzt werden können, um dem Gesamtmix den letzten Schliff zu geben, und es arbeitet mit einer internen Auflösung von sage und schreibe 128 Bit. Daraus resultiert ein ziemlich hoher Anspruch an die Rechenleistung der CPU. In der Mac – Version wird die Mindestleistung mit einem Power PC 601 mit 100 MHz angegeben, wer aber die Maus noch bewegen können will, ohne daß sofort der Sound aussetzt, sollte mindestens einen 604er mit 120 MHz haben, völlig ohne Aussetzer kann man wahrscheinlich erst ab 132 MHz arbeiten. Ganz links gibt es wie gewohnt einen Input-Slider, gleich rechts daneben kommt das erste Modul, der Automix mit Amount-Slider, der den Anteil des Automix-Effekts am Gesamtsignal regelt. Das Automix-Modul analysiert das Frequenzspektrum des eingehenden Signales und vergleicht es mit gängigen Frequenzspektren verschiedener Musikstile. Über das Style-Popup läßt sich das Frequenzspektrum des eingehenden Signales dann an die Musikstile Classical, Ambient, Ballad, Pop, Folk, Rock, Metal, Dance, Drum&Bass, House und Techno anpassen, was natürlich ziemlich verallgemeinert und vielleicht nicht so besonders ernst genommen werden sollte. Das ist etwa so absurd, als würde einem ein Computer den gängigen Farbmix für ein expressionistisches Bild anrühren. Läßt man die Definitionen außer acht, sind die Frequenzspektrumsänderungen durchaus manchmal ganz nützlich, außerdem klingt das Ergebnis kein bißchen zurechtgebogen sondern sehr klar und druckvoll. Nun zum nächsten Modul: dem Multiband Maximizer. Der Multiband Maximizer ist ein Dynamikkompressor, der im Gegensatz zu einem herkömmlichen Kompressor mit vier verschiedenen statt nur mit einem Frequenzband arbeitet, was den Vorteil hat, daß man verschiedene Frequenzbereiche voneinander unabhängig bearbeiten kann. Wie schon beim Automix-Modul gibt es auch hier einen Amount-Slider zum Einstellen des Effektanteils. Um den Multiband Maximizer nutzen zu können, muß allerdings Automix ausgeschaltet sein, da das Automix-Modul mit festen Einstellungen für die Bänder des Multiband Maximizers arbeitet. Über den vier Bändern liegt eine Frequenzskala von 0 bis 20 kHz, auf der man die Übergänge der Bänder in Form von drei verschiebbaren blauen Quadraten definieren kann. Um den Effekt jedes einzelnen Bandes gesondert abhören zu können, hat jedes eine Solo-Taste. Weiterhin ist jedem Band ein Volume-Regler zugeordnet, was dem Modul zusätzlich noch Equalizerfunktionalität verleiht. Wie bei jedem Hardwarekompressor auch, gibt es dann noch für jedes Band einen Threshold-Regler (je niedriger der Threshold-Wert, desto mehr wird das Signal abgeschwächt) und einen Release-Regler (mit dem stellt man ein, wie lange die Abschwächung des Signals andauert, nachdem das Signal den eingestellten Threshold-Wert unterschritten hat). Um die Signalabschwächung schneller und übersichtlicher vornehmen zu können, gibt es pro Band eine Balkenanzeige, die den Grad der Abschwächung anzeigt. Das nächste Modul ist der Energizer, der zur Optimierung der Ausgangslautstärke gedacht ist und mit den Parametern Peakstop-Amount und Leveller-Amount arbeitet. Der Leveller “glättet” die Lautstärke und ist nichts weiter als ein zusätzlicher Kompressor ohne Einstellmöglichkeiten. Der Peakstop-Amount erhöht die Gesamtlautstärke, indem er herausstechende Peaks abregelt und den Rest des Signals so weit wie möglich anhebt. Im Zusammenspiel mit dem Multiband Maximizer kann man damit prima diesen Pumpeffekt erzeugen, den man oft auf Chicagoer Produktionen hört. Neben dem Aufpeppen des Signals lassen sich auch Frequenzen hinzufügen, die vorher gar nicht vorhanden waren. Dazu gibt es zwei weitere Module: den Subbass-Synth und den Refresh-Synth, die beide anhand der vorhandenen Frequenzen neue erzeugen. Mit dem Subbass-Synth lassen sich Subbässe erzeugen, wobei deren Center-Frequenz von 0 bis 80 Hz einstellbar ist. Der Refresh-Synth erzeugt Höhen mit einer Frequenz von 7 kHz bis 20 kHz, hier wäre meiner Meinung nach eine Center-Frequenz auch sinnvoll gewesen, da es sonst ein bißchen seltsam klingen kann, wenn eine hohe Frequenz über dem Frequenzspektrum des Audiomaterial einsam ihre Kreise zieht. Die Intensität der zugefügten Frequenzen läßt sich bei beiden über einen Gain-Regler definieren. In der Output-Sektion finden sich neben dem obligatorischen Output-Gain mit Levelmeter noch die Balanceeinstellung und die Option Media Select, mit der das Material auf das vorgesehene Medium (wahlweise CD, Vinyl oder Tape) optimiert wird. Das heißt bei CD, daß der Headroom auf -0,2 dB festgelegt wird, da es ansonsten beim Mastering zu Sprüngen auf der CD kommen kann. Bei Vinyl verhindert ein Algorithmus die Phasenverschiebung, die beim Schneiden sonst dazu führen kann, daß die Gesamtlautstärke herabgesetzt werden muß, und der Punch im Bassbereich verlorengeht. Dynasone ist das umfangreichste All-In-One-Mastering-Plug, was mir bisher begegnet ist. Satter, sehr guter Sound, sinnvolle Parameter und nützliche Zusatzfeatures wie das Einrichten auf das Zielmedium runden das Bild ab und sind vorbildlich. Da stört dann auch die gelinde gesagt etwas fragwürdige und eigentümliche Funktion des Automix-Moduls nicht mehr. Schön. Plattform: PC & Mac Demodownload & Info: http://www.prosoniq.com

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Elektronische Lebensaspekte.