Das 5310 von Nokia
Text: Thaddeus Herrmann aus De:Bug 120


Die Gesprächsthemen in Handy-Kreisen haben sich verschoben. In Zeiten von Über-Telefonen, UMPCs, DSL-Backbones für den mobilen UMTS-Datenverkehr, Batterie-Laufzeiten im Kampf gegen Screen-Größe und Features, Windows Mobile vs. Android, Symbian und OS X haben es Telefone, die nicht zum Mond fliegen können, fast schon schwer. Und doch sind es diese Geräte, Handys, die in der Anschaffung nicht das Monatsgehalt aufbrauchen und im Vertrags-Unterhalt erschwinglich sind, die die meisten Menschen benutzen.

Gerne benutzen, weil auch diese Handys vollgestopft sind mit Funktionen, die man gerne annimmt. Sony Ericsson hat das mit den Walkman-Handys bewiesen. Das Nokia-Äquivalent heißt “Xpress Music”. Das 5310 ist ein preiswerter, äußerst sympathischer Vertreter dieser Reihe.

Feature-Hölle

Zunächst zu den Basics. Nicht mal zehn Millimeter dick ist das 5310, liegt aber dennoch gut in der Hand und macht einen hervorragend verarbeiteten Eindruck. Das QVGA-Display mit 16,7 Millionen Farben ist mit seinen diagonalen 2″ zwar nicht riesig, reicht aber locker aus, um alles im Blick zu haben. Das 5310 funkt auf drei GSM-Bändern und ist EDGE-fähig, also Internet-tauglich. Jaja, kein UMTS, aber ehrlich gesagt: Ich spare lieber Batterie-Laufzeit und warte dafür ein wenig länger auf eine Website. Das S40-Betriebssystem läuft rund und flott auf dem 5130, wie auch nicht anders zu erwarten.

Natürlich ist Bluetooth mit an Board, mit dem Rechner verbunden wird das Gerät über USB 2.0, es lässt sich in diesem Modus auch als Modem nutzen. Weitere Merkmale: UKW-Radio, 2-Megapixel-Kamera mit vierfachen Digital-Zoom, Sync-Funktion für Kalender und Adressbuch mit Outlook, XHTML-Browser, Email-Unterstützung mit POP und IMAP (erlaubte Anhänge: PDF, JPEG, DOC, XLS, 3GPP und (!) MP3).

Boombox

Das Herzstück des Telefons ist natürlich der Musikplayer. Das 5310 unterstützt microSD-Karten bis zu 4GB, eine 2GB-Karte ist im Lieferumfang enthalten. Die Batterie verspricht bis zu 20 Stunden Playback. Der eigentliche Player ist klar und übersichtlich, Album-Artwork wird angezeigt und die Bedienung klappt problemlos. Bonus: Trotz seiner nur knapp 10 Millimeter Dicke kommt das 5310 mit Standard-Kopfhörer-Ausgang. Deutlich überlegen gegenüber dem iPhone ist das 5310, was den internen Lautsprecher angeht. Dieser kleine Lautsprecher haut mich schlicht um.

Allerdings: Mit meinem Mac redet das Nokia 5310 natürlich nicht, sprich: Die Musik habe ich im USB-Modus auf das Telefon gezogen. Ich kenne die PC-Software aus anderen Gelegenheiten und weiß, dass die Musikverwaltung gut funktioniert. Dass es für den Mac da aber, genau wie bei Sony Ericsson, immer noch keine Lösung gibt, ist frustrierend. Beeindruckend ist da schon eher die Liste der unterstützten Formate: MP3, MP4, AAC, WMA und eAAC+. Toll auch die großen Tasten neben dem Display für Vor, Zurück und Start/Pause. Viel besser als der etwas klobige Hosentaschen-Klemmer als Zwischenstück für den Kopfhörer.

Das Nokia 5310 Xpress Music ist ein sympathisches Telefon, das eigentlich alles kann, was ein Telefon heute können sollte. Telefon wohlgemerkt, nicht Mini-Superduper-Computer. Formfaktor und Design sind prima, mit Symbians S40 an Bord hat Nokia ein grundsolides OS, die Bedienung ist flüssig und schnell. Wer nach einem preiswerten Musikhandy sucht, sollte sich das 5310 unbedingt anschauen.
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