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European Media Art Festival 2001

Ende April ist es wieder so weit: Das EUROPEAN MEDIA ART FESTIVAL lädt zum 14. Mal zu einem Querschnitt durch die internationale Medienkunst ein. Osnabrück wird wieder einmal aus seinem possierlichen Schlaf gerissen und in einen Hort der Bilder und Installationen verwandelt. Vom 25. bis 29. April gibt es das Neueste aus den Kategorien Film, Video, mutlimediale Installationen, Performance und den digitalen Medien zu sehen. International renommierte Künstler und Jungspunde zeigen ihre Ansichten “unserer mehr und mehr durch die Informations- und Medientechnologien bestimmten Gegenwart.”, so (so) der Pressetext.
Mit “Wild Wild East” gibt es mehr zum Thema japanisches Kino sehen, CLIP CULT I zeigt bekannte Music-Clip Regisseure wie Chris Cunningham (!), Michel Gondry oder Spike Jones, CLIP CULT II Independent und heftige Post-Punk Attacke. Der kanadische Avantgarde-Filmer David Rimmer (gilt als Meister der mechanisch-fotografischen Filmbearbeitung) wird in einer Europa-Premieren-Retrospektive vorgestellt. Die anschließenden Gesprächen mit den Regisseuren und Autoren dürfen natürlich nicht fehlen.
Thema der begleitenden Ausstellung wird der Mensch im elektronischen Medien-Dschungel (war er vorher im Auto-Dschungel?) mit seinen millionenfachen (Ab-)Bildern sein. Klingt erstmal wie aus dem FAZ-Feuillteon abgeschrieben, ist aber hoffentlich in der Umsetzung umso spannender. Thematisch abgearbeitet haben sich daran Künstler wie Harun Farocki, Jordan Crandall, Christoph Draeger, Reynold, Rotraut Pape, Gretchen Schiller, Susan Kozel, Thomas Bartels oder Pia Wergius. Performances gibt es von Gob Squad, People Like Us (gerade eine hervorragend durchgedrehte Cowboyplatte im Atomheart-Style abgeliefert) und Daikan.
Das ‘Student Forum’ präsentiert Produktionen aus den Werkstätten der internationalen Medien- und Kunsthochschulen und stellt europäische Hochschulen und ihre Ausbildungskonzepte und Projekte vor. Anwärter können sich also informieren. Beim Kongress soll es um die alte Frage, ob denn nun das Medium die Botschaft ist oder die nach der medialen Selbstinszenierung unserer heutigen TV-Stars gehen.
Auch für Musik ist mal wieder gesorgt: Mit “Bauhouse”, “D-Fuse”, “Techno-Head” und „The first cyberpunk-rockband” von Alexej Shulgin (Moskau) sowie die “Stereokillers” (Köln) und “Lichtsport”. Ein bisschen Oskar-Flair gibt es natürlich auch: Der Bundesverband der Filmjournalisten verleiht seinen Preis für die beste deutsche experimentelle Film- oder Videoproduktion und der OLB-Medienkunstpreis geht an eine Arbeit aus der Ausstellung.
Na dann, nichts wie auf nach Osnabrück.

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Elektronische Lebensaspekte.