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Text: benjamin weiss aus De:Bug 32

Softwaresynthese, die erste Emagics ES-1 Emagic holt auf: nachdem in der neusten Version von Logic sowohl ReWire, der VST 2.0 Standard und die neuen G4s mit ihren netten Geschwindigkeitsverbesserungen unterstützt werden (Test in einer der nächsten Ausgaben), kommt jetzt noch ein Synthesizer-PlugIn hinzu…programmiert in eigener Schnittstelle. ES-1, kurz und prägnant für Emagic Synthesizer 1 ist ein virtuell-analoges Synthesizer PlugIn das bis zu sechzehn Stimmen wiedergeben kann. Oberfläche & Klangerzeugung Der ES-1 benutzt eine ähnliche Technik wie die VST 2.0 Schnittstelle: praktisch ohne Latenz wird der Audiostrom des PlugIns direkt in den Hauptmixer eingespeist, was allerdings nur beim neuen Logic funktioniert. Die Eckdaten des ES-1: ein Oszillator mit den Wellenformen Sägezahn, Dreieck, Rechteck bzw. direkt definierbarer und auch modulierbarer Pulse, sowie einem Oktavwahlschalter. Der zugehörige Suboszillator kommt mit Rauschen und verschiedenen Rechteck- Wellenformen, die wahlweise eine oder zwei Oktaven tiefer klingen als der Hauptoszillator. Hier kann aber stattdessen auch ein externes Audiosignal dazugemischt werden. Die Mischung durchläuft dann noch einen einfachen Verzerrer (vom Sound her ein wenig wie ein Gitarren-Distortion), der aber durch seinen augenscheinlich ziemlich effektiven Algorithmus extrem fett klingen kann. Die Filtersektion bietet die Auswahl zwischen einer Flankensteilheit von 12, 18, oder 24 dB, wobei es dort zwei Einstellungen gibt: das Signal kann wahlweise wie in einem normalen Analogsynthesizer gefiltert, so dass es bei hohen Resonanzwerten einfach an Bass verliert, oder im Fat-Modus betrieben werden, der den fehlenden Bass ergänzt. Natürlich reicht die Resonanz bis zur Selbstoszillation, wer also unbedingt seine Bassdrums mit dem Softwaresynth basteln will, kein Problem. Die weiteren Parameter des ES-1 Filters sind neben je einem für Resonanz und Cutoff einer für Keytracking und die Modulationsintensität der Filterhüllkurve. Nettes Ergonomie-Zusatzfeature: Resonanz und Cutoff können per Anklicken auf den Filter Button in der Mitte des Fensters gleichzeitig mit der Maus bewegt werden. Für Filter und Verstärker gibts dann noch eine kombinierte ADSR-Hüllkurve. Der LFO des ES-1 bietet die Wellenformen Dreieck, Rechteck, aufsteigenden und abfallenden Sägezahn, sowie zwei Zufallsfunktionen und kann synchronisiert werden oder frei laufen. Zur Modulation steht ein kleines Routingsystem zur Verfügung, möglich sind zum Beispiel klassische Ziele wie Cutoff, Pulsweite und Lautstärke, wobei der LFO aber noch selbst von einer weiteren Hüllkurve gesteuert werden kann. Leider kann man für die Hüllkurve und den LFO immer nur ein festes Modulationsziel wählen. Performance, Bedienung & Sound Und endlich kann ich mal ein Lob loswerden, was ich schon gerne ein bis zwei Jahre früher losgeworden wäre: mit dem ES-1 hat sich endlich mal wieder jemand daran erinnert, dass man das grafische Interface auch dem haptischen Interface anpassen muss. Es sieht zugegebenermassen immernoch ein wenig so aus, die Bedienung ist aber durch die Anordnung und Kopplungsmöglichkeiten sehr gut an die Arbeit mit der Maus angepasst. Auch ansonsten gibt es eigentlich nur gutes zu sagen: im Vergleich mit der Konkurrenz begnügt sich ES-1 mit angenehm wenig Prozessorpower, die Klangqualität ist auch sehr gut und kann sich (auch wenn man da aufgrund der unterschiedlichen Struktur Äpfel mit Birnen vergleicht) durchaus mit dem Pro-Five von Native Instruments messen. Auch der Preis ist mit 129,- Mark erfreulich niedrig und beträgt nur die Hälfte der Konkurrenten Pro-Five und Model E. Schade nur, dass es ES-1 nicht als VST 2.0 Plug-In gibt, denn einen eigenen Standard neben VST 2.0 und ReWire zu etablieren, dürfte wegen deren Verbreitung ziemlich unrealistisch sein. ***** Systemvorraussetzungen: auf Mac und PC eine Logicversion mit der vier vor dem Punkt Info: http://www.emagic.de Preis: ca. 129,- DM

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Elektronische Lebensaspekte.