Es ist lange her, seit Sähkö-Releases die Techno-Welt erschütterten und für eine kurze Zeit Trockenheit zur obersten Bleep-Maxime machten. Sleeparchive hat sich auf seinen Platten an diese finnische Tradition erinnert und Mika Vainio und Konsorten wieder ins Gespräch gebracht. Zeit für ein Gipfeltreffen.
Text: Sven von Thülen aus De:Bug 101

Mika Vainio & Sleeparchive

An Finnlands Südwestküste fing es alles an. Genauer gesagt in Turku. Umgeben von endlosem finnischem Wald auf der einen und der Ostsee auf der anderen Seite und mit nicht viel mehr als hundertfünfzigtausend Einwohnern ist Turku ein Paradebeispiel für kleinstädtische Idylle. Vielleicht auch provinzielle Idylle. Aber wie hieß es hier mal an anderer Stelle: Provinz ist geil, wenn was los ist. Und in Turku war was los. Rewind, Legendenzeit. Mitte der Achtziger war Mika Vainio DJ und spielte einen zeitgenössisch kruden Mix aus Oldschool-HipHop, Industrial und Reggae in finnischen Clubs, die den Namen heutzutage nicht mehr verdient hätten. Bis die ersten Ausläufer eines neuen Sounds auch an die Südwestküste Finnlands gespült wurden: Acid-House. Und wie im Rest Europas fiel das erste modulierte Zwitschern der legendären silbernen Kiste von Roland auf fruchtbaren Boden. Die rohe Kraft dieser Tracks, die pure Reduktion auf Rhythmus und diesem quengelnden Sound, der sich über die Synapsen direkt ins zentrale Nervensystem zu fräsen schien, kontaminierte auch hier in kürzester Zeit die Hörgewohnheiten der Jugend. Erst die von einer Hand voll, dann immer mehr. Ganz früh dabei: Mika Vainio, Tommi Grönlund und Esko Routamaa. Und eins war klar, mehr Stoff musste her. Nur, in Finnland im Allgemeinen und Turku im Besonderen gab es weit und breit keinen Dealer, der mit diesem aufregenden neuen Zeug handelte. Also wurden Kuriere ausgesandt. Nach London. Nach Berlin. Ausgestattet mit einer klaren Mission: den Strom dieses neuen Sounds so weit wie möglich bis zur Quelle nachzuverfolgen. Informationsbeschaffung. Grundlagenforschung.

Sähkö
Im Sommer 1989 veranstalteten die Hyperdelic Housers, ein Kollektiv um Mika, Tommi und Esko, den ersten illegalen Rave auf finnischem Boden. Anfänglich für nicht viel mehr als ein paar Freunde, wuchs die Zahl der meist minderjährigen Raver im Laufe des nächsten Jahres stetig an. Am Ende waren es, einem zünftigem Rave angemessen, um die 1500 Kids, die sich den Spaß von den zunehmenden Besuchen und Razzien der Polizei nicht nehmen lassen wollten und bei so manchem Bürger das Gefühl bestärkten, dass hier gerade eine ganze Generation ihrer Kontrolle entglitt. Diese ersten Raves waren die Keimzelle von Sähkö, dem ersten finnischen Independent-Label und natürlich auch dem ersten finnischen Techno-Label überhaupt. ”Es gab keinen Masterplan, als wir mit Sähkö angefangen haben. Wir konnten uns damals nicht vorstellen, ernsthaft ein Label zu betreiben. Ein, zwei Platten veröffentlichen, das war unser Ziel. Es gab ja keine Label für elektronische Musik in Finnland. Sähkö war am Anfang mehr eine Erfindung, eine Behauptung eines Labels. Aber nach den guten Reaktionen und dem interessierten Feedback merkten wir, dass es wirklich funktionierte, und Sähkö nahm als Label ernsthafte Formen an. Ich selber bin kurz nachdem es richtig losging, nach den ersten Releases ausgestiegen, weil ich nur noch Musik machen wollte. Von da an hat Tommi Grönlund Sähkö alleine weiter gemacht”, erinnert sich Mika an die Anfangstage des Labels, das schon bald Legendenstatus in der Techno-Welt haben sollte.

Sähkö-Platten klangen wie nichts, was vorher dagewesen war. Sie trieben Reduktion und Minimalismus in kühler Präzision so sehr auf die Spitze, dass irgendjemand mal schrieb, dass das Verhältnis von Stille und tatsächlicher Musik auf Sähkö-Platten mitunter ausgeglichen ist. Meist gruppiert um ein oder zwei sich modulierende Loops wahlweise aus Bleeps oder Acid-Schleifen und einigen Effekten, klangen die Platten, als hätte man die minimalistisch-repetitiven Soundexperimente und Kompositionen von Steve Reich mit einer 808-Bassdrum und einer guten Portion Acid gefüttert. Das Gefühl konzeptioneller Strenge wurde vom Cover-Design der Platten – die ersten Veröffentlichungen kamen alle in silbernen Einheitscovern, die mit kleinen Löchern übersät waren, oder schlicht in einem Pappkarton mit Stempelaufdruck – und dem Hang zu Track- und EP-Namen wie Röntgen, Radium oder Cesium noch unterstrichen. Die Tatsache, dass Sähkö auf Deutsch übersetzt Elektrizität heißt und die Erstpressung jeder Veröffentlichung lediglich in einer Kleinstauflage erschien, tat ein Übriges, um Sähkö als Speerspitze einer enigmatischen elektronischen Avantgarde zu sehen, die an alle Richtungen und Diskurse der frühen Techno-Euphorie anschlussfähig war.

”Mein erstes Studio war winzig”, erzählt Vainio. ”In meiner Wohnung, die nur aus diesem einen Raum bestand. Vielleicht acht Quadratmeter. Da war nur Platz für mein Bett und einen Tisch, auf dem mein Equipment stand. Damals hatte ich eine TR 808, einen 101, einen Polysix, ein kleines Mischpult und eine Yamaha-SPX-90-Effekteinheit. Kurz darauf habe ich einen etwas größeren Raum mieten können, in dem ich auch mehr Krach machen konnte. Der Minimalismus kam ja auch durch meine finanzielle Situation. Ich war gezwungen, meinen wenigen Maschinen alle Geheimnisse abzuluchsen. Aber mir hat das damals auch vollkommen gereicht”, erinnert sich Mika Vainio zurück und ergänzt: “Der Futurismus-Aspekt von Techno war mir nie so wichtig. Ich wollte Musik machen, die ich mochte, das war alles. Klar war eine der Faszinationen von Techno, dass es so frisch und neu klang. Aber für mich war das nie eine ideologische Sache. Ich war sehr von Industrial beeinflusst. Throbbing Gristle, Cabaret Voltaire. Aber auch Suicide, Dub, Reggae und frühe HipHop- und Elektro-Sachen. Als ich anfing Musik zu machen, habe ich den Einfluss von Industrial, elektro-akustischen Komponisten wie Pierre Henry und, klar, Acid House zusammengeschmissen und versucht, aus dieser Mischung meine Tracks zu destillieren. Für das Design war Tommi verantwortlich. Er ist Architekt und war immer ein großer Fan von minimaler und funktionaler Architektur. Mies van der Rohe war ein wichtiger Einfluss. Und ich denke, seinen Background kann man in den Covern sehen.“

Vor zwei Jahren tauchte die Soundspur, die Mika und der Rest der Sähkö-Mitstreiter Anfang bis Mitte der Neunziger ausgelegt hatten, wieder auf. So eindeutig wie Sleeparchive hatte sich bis dahin niemand an Vainios distanziert unterkühlter Ästhetik aus Bleeps und kickenden Bassdrums abgearbeitet. Eine musikalische Zeitreise, die allerlei Spekulationen über Herkunft und Urheberschaft hervorrief, aber gleichzeitig für eine ganze Generation von Spätgeborenen den Erstkontakt mit diesem Sound darstellte. Dass die Platte ausgerechnet über Hardwax vertrieben wurde, passte perfekt ins Bild, war doch auch Sähkö ein klassisches Hardwax-Label. Auf ihren Plattenkauf-Expeditionen nach Berlin waren Mika und Co. zwangsläufig in den Plattenladen in Berlin-Kreuzberg gestolpert. Der Anfang einer intensiven Beziehung, die dazu führte, dass die Finnen mit einem ganzen Haufen neuer Musik und Inspiration zurück nach Turku fuhren und Sähkö-Platten eine Zeit lang fast ausschließlich dort oder bei Rub-A-Dub in Glasgow zu kaufen waren.
Der Jubel über Sleeparchives Platten war auf jeden Fall groß und die euphorische Rezeption hat endgültig bewiesen, dass der Sähkö-Sound, den Vainio und seine Mistreiter Anfang der Neunziger geschaffen haben, so zeitlos ist, dass er über ein Jahrzehnt später noch einmal als einer der aktuell zwingendsten Techno-Entwürfe wiederentdeckt werden kann. Ein moderner Klassiker.

Als dann nach Monaten der Spekulationen das Geheimnis der Identität Sleeparchives gelüftet wurde, war die Überraschung groß, denn es handelte sich weder um ein Richie-Hawtin-Projekt, wie es immer mal wieder hieß, noch um ein neues Alter Ego aus der Hardwax-Kerntruppe, sondern die Techno-Wiedergeburt eines jungen Berliner Produzenten, der bis dahin ganz andere musikalische Äcker umgepflügt hatte: Skanfrom. Dessen Tracks, die zwischen Elektro-Pop und seltsamen IDM-Hybriden mit Achtziger-Schlagseite hin und her schwankten, arbeiteten mit nicht weniger Sinn für eine Hommage an seine Einflüsse, als er es jetzt mit Sleeparchive tat und tut.

Im Zuge des Erfolges von Sleeparchive sind auch die Ergebnisse von Sähkös Pionierarbeit noch einmal einer breiteren Öffentlichkeit ins Bewusstsein gebracht worden. Sleeparchive selber zumindest hat aus seinen Inspirationsquellen nie einen Hehl gemacht, sondern ganz im Gegenteil jede Sähkö-Wiederveröffentlichung der letzten Zeit auf seiner Webseite frenetisch gefeiert. Und Wiederveröffentlichungen gab es von dem finnischen Label in den letzten Monaten einige. Grund genug, Mika Vainio und Roger Semsroth aka Sleeparchive endlich zusammenzubringen und ein bisschen plaudern zu lassen. Zwei Generationen treffen aufeinander und ein Jugendtraum geht in Erfüllung. Und mit dem Berliner Plattenladen Hardwax konnte es auch keinen besseren Schauplatz des Treffens geben.

Debug: Hast du damals den Dancefloor im Kopf gehabt, als du die ersten Sähkö-Tracks produziert hast?
Mika: Der Dancefloor war nie so wichtig für mich. Beim Produzieren kam er nicht an erster Stelle. Am Anfang hatte ich keinen blassen Schimmer, was genau ich machen wollte. Es dauerte eine Weile, bis ich so etwas wie eine Idee von einem Sound gefunden hatte. Ich mochte die Rhythmik und den Groove der frühen House- und Techno-Tracks, dachte mir aber, dass es doch ganz interessant wäre, das mit abstrakteren Sounds zu kombinieren. Sounds, die teilweise schon von elektronischen Komponisten in den frühen Sechzigern und Siebzigern entwickelt worden sind. Das fand ich spannend. Mich erinnerten viele Acid-House-Tracks aus der Zeit an Stücke, die der Minimal-Komponist Steve Reich in den Sechzigern produziert hatte. Nur eben mit einem viel stärkeren Fokus auf Rhythmus. Diese Faszination für das Repetitive kam bei mir auch immer mehr durch diesen Steve-Reich-Einfluss. Nicht so sehr von der hypnotischen Tanz-Erfahrung, die dadurch möglich war.

Debug: Wie sieht das bei dir aus?
Sleeparchive: Skanfrom war kein Dance-Projekt und ich wundere mich auch immer wieder darüber, dass Sleeparchive als solches wahrgenommen wird. Auf der ”Research EP“ waren zum Beispiel drei Tracks, die alle zwischen 112 und 116 bpm waren. Das ist doch eigentlich unspielbar. Vieles, was ich mache, würde ich nicht als Tanzmusik einstufen. Aber ich finde es natürlich schön, wenn die Leute meine Platten spielen.

Debug: Mika, woher kam die Idee, alte unveröffentlichte Tracks von dir aus den Sähkö-Anfangsphase zu veröffentlichen?

Mika: Es war Tommis Idee. Das Nachpressen des Backkataloges auch. Es scheint jetzt auch genau die richtige Zeit dafür zu sein. Er rief mich an und erzählte mir, dass er einige unveröffentlichte Tracks aus der Zeit auf alten Dats und Kassetten gefunden hatte. Ich fand das sehr spannend. Es war eine echte Überraschung, die alten Sachen nach über zehn Jahren mal wieder zu hören und sie immer noch zu mögen. Okay, es waren natürlich auch ein paar Tracks dabei, die ich ganz fürchterlich fand, aber acht Tracks sind es wirklich wert, veröffentlicht zu werden.

Debug: Wusstest du, dass der Sound, den du Anfang der Neunziger produziert hast, gerade von Sleeparchive zitiert und weitergeführt wird, und das mit großer Resonanz auf den Dancefloors weltweit?

Mika: Man hat mir davon erzählt, aber bis heute hab ich kein Stück von ihm gehört … (stutzt und beugt sich über die laufende Platte, Sleeparchives ”Elephant Island“)
Sehr lustig, der eine Part, der gerade lief, ist fast identisch mit einem der Tracks, die ich nachher mastern lassen werde. Diese Sinuswellen-Bleeps, mein Track baut auf einer ganz ähnlichen Sequenz auf. Wenn mir jemand sagen würde, dass das Remixe von meinen alten Tracks sind, dann würde ich das sofort glauben. Nein wirklich, ich mag das. Hört sich super an.

Sleeparchive: (sichtlich geehrt) Deine Tracks waren die Hauptinspiration für Sleeparchive. Meine erste Säkhö-Platte war die Katalognummer vierzehn. Die habe ich damals, 1998, gehört und war total weggeblasen.

Mika: (versonnen) Wenn ich daran denke, wie ich mich Mitte der Achtziger, als ich angefangen habe aufzulegen, gefühlt habe und wie weit weg für mich Musik von, sagen wir 1973, gewesen ist – gefühlsmäßig war das für mich fast antik -, dann ist es schon lustig zu sehen, dass es jetzt vielen mit der Zeitspanne von 1993 bis heute genauso geht. Für mich sind es einfach nur dreizehn Jahre, kein so langer Zeitraum, aber für viele Jugendliche fühlt sich das mit Sicherheit wie eine Ewigkeit an. Das ist etwas, das sich mit dem Alter ändert.

Debug: Was hast du gemacht, als die ersten Sähkö-Platten rauskamen?
Sleeparchive: Ich komme eher vom EBM und Industrial. Mit zehn hab ich zum Beispiel ”Tanz Debil“ von den Einstürzenden Neubauten aus dem Radio aufgenommen und bin total dazu abgegangen. So was hatte ich noch nie gehört. Kurz darauf kam dann The Klinik und Front 242. Ich hab das dann meinen Eltern vorgespielt und meine Mutter hat sich danach glaube ich wirklich Gedanken gemacht, warum ihr zehnjähriger Sohn plötzlich auf so einen Sound abfährt. Anfang der Neunziger habe ich einige wichtige Techno-Jahre verpasst, weil ich noch so auf meinem EBM- und Industrial-Film war. Das ging so bis 1995/96. Techno war damals wirklich der Feind. Ich kannte nur Marusha und fand auch den ganzen Lifestyle, zumindest das, was ich so mitbekam, total scheiße. Wenn ich heute alte ”Rave Satellite“-Tapes anhören würde, würde ich das aber immer noch genauso scheiße finden wie damals. Ich verbinde mit Anfang der Neunziger keine lustigen Erfahrungen auf Techno-Partys. Raver waren immer die Typen, die ich in der Schule doof fand. Ich hab Techno damals auch nicht verstanden. Wie, ihr macht Zukunftsmusik? Warum benutzt ihr denn immer dieselbe Bassdrum und dieselbe offene HiHat? Ich habe auch keine Platte von damals, die ich damals scheiße fand und mittlerweile gut finde. Alle Techno-Platten, die ich zu Hause habe, hab ich erst später entdeckt. Wäre wahrscheinlich gut gewesen, wenn ich die ein oder andere Trax-Platte schon früher entdeckt hätte. Aber ich wusste einfach nicht, dass es das gibt.

Mika Vainio: Sind alle Sleeparchive-Platten von dir?
Sleeparchive: Sleeparchive ist ein Autoren-Label, auf dem nur ich und vielleicht ein, zwei Freunde veröffentlichen sollen. Alles immer unter dem Namen Sleeparchive. Und woanders soll es Sleeparchive-Tracks auch gar nicht geben. Nachdem ich diverse Anfragen, auf den unterschiedlichsten Labeln eine Platte zu machen, abgelehnt habe, habe ich mich jetzt entschlossen, zumindest Remixe zu machen, damit ich nicht immer der Arsch bin, der alles absagt. Die können dann aber auch ganz anders klingen als die anderen Sachen von mir. Es gibt allerdings zwei Label, bei denen ich wahrscheinlich schwach werden würde. Und das sind Sähkö, klar, und das Axis-Sublabel Mission. Da bin ich Fan und könnte wohl nicht nein sagen.

Debug: Du hast als Skanfrom eine ganze Weile recht erfolgreich Elektronika gemacht, wie kam es zu der Entscheidung, Techno zu machen?
Sleeparchive: Das war vor allem eine Sache des Equipments. Zum Beispiel hatte ich nie eine 808. Bei meinen Skanfrom-Sachen hab ich auch alles live eingespielt, weil ich meine Maschinen nicht synchen konnte. Ich wollte aber immer schon auch andere Musik machen. Das ging aber erst, nachdem ich einen neuen Rechner geschenkt bekommen hatte. Bei Skanfrom hatte ich damals immer das Problem, dass ich aus diesem Achtziger-Ding nicht rauskam. Egal, was ich gemacht habe, es hat sich irgendwie nach den Achtzigern angehört. Ich wollte damals auch immer IDM-Tracks machen, aber es hat nie hingehauen. Generell ist mein Problem beim Musikmachen immer, dass ich nicht wirklich in der Lage bin, etwas grundsätzlich Neues zu machen. Das kann ich nicht. Bei jeder Note, die ich setze, denke ich, das hat doch schon mal jemand vor mir gemacht. Mein Ausgangspunkt ist die Inspiration, die mir die Musik, die ich liebe, gibt. Und die Platten von Mika Vainio waren etwas total Besonderes für mich. Der beste Techno, den ich kenne. Ich versuche nicht zu kopieren, sondern mich inspirieren zu lassen. Und ich denke, je mehr Platten ich mache, desto mehr entwickle ich meinen eigenen Stil und entferne mich von dem Säkhö-Einfluss. Wenn ich jetzt im Studio sitze, weiß ich natürlich immer noch, dass er eine meiner Hauptinspirationsquellen ist, aber ich denke nicht mehr über seine Tracks nach, wie am Anfang. Die sind nicht mehr so präsent. Ein anderer Einfluss sind die frühen Plastikman-Tracks ”Panikattack“, ”Sickness“, ”Hypochondriak“. Die fand ich schon immer super und hab mich immer gewundert, warum niemand mal Plastikmans Art, mit den Toms umzugehen, mit den Piepsern von Mika Vainio verbindet. Da will ich gerade noch mehr hin. Daran noch mehr arbeiten.

Debug: Mika, könntest du dir vorstellen, noch mal so eine Platte zu machen wie deine erste Sähkö-Maxi?

Mika Vainio: Ja. Meine Herangehensweise an das Musikmachen hat sich ganz im Gegensatz zur Musik selber kaum verändert. Früher war alles um eine gerade Bassdrum aufgebaut, das ist jetzt anders. Aber das ist eine gute Idee. Es wäre sehr interessant zu gucken, was dabei herauskommen würde. Wie die Tracks klingen würden.

Während das verlockende Echo dieses Gedankenspiels noch durch das Hardwax schwingt, macht sich Mika auf den Weg, mit seinen alten Tracks im Masteringstudio von Dubplates & Mastering eine Zeitreise anzutreten. Sleeparchive sitzt derweil an der Hardwax-Theke und wühlt sich durch die neuesten Dubstep-Maxis. Vielleicht träumt er ja auch von seinem ersten Sähkö-Release.

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Elektronische Lebensaspekte.