Too sexy for the system...
Text: Timo Feldhaus aus De:Bug 158


Foto: cc-by Robert Danay

Lange bevor die erste Modestrecke mit Demonstranten in High Heels auf der besetzten Wall Street fotografiert wurde, formulierte die angesehene Globalisierungskritikerin Naomi Klein einen Katalog von Dingen, die im “großen Kampf” nicht mehr wichtig sein sollten. Ihr allererster Punkt: “Was für Kleider wir tragen”. Das schien im Angesicht einer Straße voll einigermaßen cooler Protestmenschen, die Schilder hochhalten, auf denen Sachen wie “We are too sexy for the system” stehen, ziemlich weltfremd. Unsere diesjährige Lieblingsstilberatungsplattform DIS Magazin vermerkte an anderer Stelle abgeklärt: “Die Progressivität der Bewegung liegt irgendwo zwischen den WTO Protesten von 1999 und einem Che Guevara T-Shirt der Kleiderkette Urban Outfitters.” Was aber ist die, in der Französischen Revolution Stil und Gemeinsamkeit produzierende rote phrygische Mütze der Occupy Proteste? Wahrscheinlich in letzter Konsequenz der Chuck Taylor von Converse. Und Converse gehört ja heute zum Sportartikelhersteller Nike. Und das erklär mal den Protestlern.

Aus dem Special in De:Bug 158: FAZIT 2011

4 Responses

  1. Emer Genz

    Feldhaus, erklär uns mal, warum wir deine hyperoberflächlichen, belanglosen Schrott hier lesen sollen.

  2. lala

    Turnschuhe als Symbol für Zivilen Ungehorsam von Hans Jedermann, warum nicht?

    ” das erklär mal den Protestlern”
    shit is fucked up and stuff, was gibt’s da noch für klärungsbedarf über großkonzerne?

  3. Pit

    Heh de:bug: Und wo bleibt euer Fazit???

    Dass Leute, die sich selbst gern reden hören, auch in der Lage sind Nicht-Aussagefähigkeiten oder Null-Aussagen mit langen Sätzen und Wortschmuck zu kompensieren, ist ja z.B. aus Politik und Werbung bestens bekannt, aber dünner kann’s echt nicht ausfallen.

    Ansonsten gibt’s da den Protestlern wohl auch nicht viel zu erklären – die sind sich dem Kram, den sie am Leib tragen und der Totalität des Geld- und Wirtschaftssystems wohl bewußter als wer sonst, und deshalb gehen die u.a. ja auch auf die Straße:
    Weil es (für den nicht-privilegierten Normalo jedenfalls) kaum und immer weniger Alternativen zu globalen Großkonzernen gibt, und der damit verbundenen Umverteilung “von Unten nach Oben”.

    Davon abgesehen sind Chucks in Amerika immernoch mit die billigsten Schuhe.