Selbstmord-Drohne
Text: Anton Waldt aus De:Bug 158

Ferngesteuerte Drohnen haben sich zur Lieblingswaffe des US-Militärs gemausert, der Einsatz ist vergleichsweise billig und das Risiko eigener Verluste wird minimiert. Aktuell wird der Roboterkrieg, der vor allem im Grenzgebiet zwischen Afghanistan und Pakistan tobt, von mächtigen Maschinen ausgetragen, in Zukunft sollen aber deutlich kleinere Drohnen aufs Schlachtfeld, weil ihr Einsatz größere Flexibilität und bessere Tarnung verspricht – die aktuellen Killerdrohnen sind nämlich relativ laut und daher für den Gegner recht gut auszumachen. Die neue Klasse der Mikrodrohnen ist dagegen flüsterleise, außerdem so kompakt, dass sie im Rucksack transportiert und von einzelnen Soldaten gestartet werden kann. Und nach einigen Aufklärungsmodellen wird jetzt auch die Mikroklasse bewaffnet, allerdings nicht mit separaten Systemen sondern nach dem Kamikaze-Prinzip: Die Mikrodrohne Switchblade von AeroVironment kann als Lenkbombe genutzt werden und dürfte die erste Selbstmord-Drohne auf dem Schlachtfeld werden.

Aus dem Special in De:Bug 158: FAZIT 2011

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