Die Tretminenfamilie der Kultfirma Moog bekommt Nachwuchs. Hallo "Murf", hallo Multiple Resonance Filter.
Text: Benjamin Weiss aus De:Bug 103


Übersicht
Der Moogerfooger Murf ist ein Filter mit LFO und 8 festen Bändern, die in 24 vorprogrammierten Pattern moduliert werden können. Regeln kann man Drive (Verzerrung der schön satt-bratzeligen Art), Pattern (zur Auswahl eines der 24 Filterverläufe), Output, Envelope (für die Lautstärkehüllkurve der Filter), Mix (Anteil Eingangssignal/Ausgangssignal) und Rate (Ablaufgeschwindigkeit der Pattern). Wer die Hände frei haben will, kann bis zu fünf Fußpedale an den Murf anschließen: Mit ihnen können dann Rate, Mix, Envelope, LFO/Sweep und mit Tap/Step die Geschwindigkeit der Filterverläufe gesteuert werden. Das Eingangssignal ist immer Mono, der Ausgang kommt wahlweise auch in Stereo.
Einem grafischen Equalizer ähnlich sind die Fader für die acht resonanten Bandpassfilter (feste Bänder bei 200 Hz, 300 Hz, 450 Hz, 675 Hz, 1,5 kHz, 2,2 kHz und 3,4 kHz) angeordnet. Für die Stereoausgabe werden die Bänder einfach nacheinander auf die beiden Ausgänge verteilt: 200 Hz links, 300 Hz rechts usw. Darunter gibt es schließlich noch je eine LED für Drive, Bypass und Rate. Ganz unten ist dann noch ein trittkompatibler Bypassbutton.

Mal was durchschicken …
Was man in den Moogerfooger Murf reinschickt, ist eigentlich relativ egal: Das Ergebnis ist fast immer lebendiger und mit einem zarten Rauschen unterlegt, das aber nicht stört. Dabei ist das Ergebnis doch von Soundquelle zu Soundquelle überraschend unterschiedlich und macht den Murf unerwarteterweise zu einem recht vielseitigen Effekt. Gut gefallen hat er mir auf Drums mit ordentlich Drive und eher statischen Sounds, die man damit prima durchs Frequenzspektrum modulieren kann, aber auch bereits heftig modulierende Synthsequenzen können durchaus profitieren.

Performance und Sound
Das Konzept der festen Bänder und vordefinierten Pattern des Moogerfooger Murf geht voll auf und macht viel Spaß, denn die Wertebereiche der einzelnen Parameter sind effizient aufeinander abgestimmt. Der Sound ist Moog-typisch solide und ausgewogen, mit dem Driveregler lässt sich aber jederzeit das nötige Quentchen Distortion und Schrillheit hinzufügen. Dass die etwas wackligen Fader für die Filterbänder exzessive Fußbedienung wirklich auf Dauer aushalten, wage ich allerdings zu bezweifeln, der ruppige Handeinsatz dürfte allerdings keine Probleme machen. Ansonsten lässt sich Murf mit den angenehm großen Drehreglern auch gut zweihändig bedienen. Billig ist das Vergnügen mit stolzen 419 Euro nicht, am besten also vorher ausprobieren.

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Elektronische Lebensaspekte.