Das Ursuppen-Game flOw
Text: Florian Brauer aus De:Bug 112


Das Spiel flOw entstand ursprünglich als Abschlussarbeit eines jungen Spieleentwicklers an der Hochschule für Design und Technologie in Kalifornien. Thematisch ging es dabei um “Dynamic Difficulty Adjustment”, also eine intelligente Spielmechanik, die abhängig von den Handlungen des Spielers ihre Schwierigkeit anpasst und so das Flow-Gefühl entstehen lässt; also genau die richtige Mischung aus Über- und Unterforderung, bei der man leicht die Welt um sich herum vergisst.

Viel passiert bei flOw nicht auf den ersten Blick. Man scheint sich in Form eines leuchtenden Kugelwurmes durch eine digitale Ursuppe zu bewegen. Hier und da taucht elektrisches Plankton aus den Tiefen des Rechners auf. Ein Halbkreis am Kopf des Wurmes symbolisiert eine Art Maul, das einem angeklickten Bildschirmbereich zustrebt und dabei möglichst ein Planktonteilchen verspeist. Die gefressenen Teile werden in verschiedenen Tentakelformen an den Wurm angehängt und lassen ihn wachsen. Begleitet wird dieser evolutionäre Prozess von sphärischen Drone-Sounds und ab und zu triggert das Fressen eines Planktonteilchens einen kleinen Akkord.

Schön ist vor allem die technische Schlichtheit des Spiels. Ein bisschen Flash-Code und etwa 30 MP3s für die deepen Sounds; aus mehr besteht flOw eigentlich nicht. Das Magazin Wire wählte dieses Game Anfang des Jahres zu einem der besten Independent-Spiele. Inzwischen hat Sony die Rechte gekauft und bietet flOw auf seinem PS3-Online-Marktplatz an. Trotzdem gibt es immer noch eine Freeware-Version im Netz.
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Elektronische Lebensaspekte.