Der New Yorker Fotograf Béla Borsodi gestaltet analoge Stillleben in einer digitalen Welt.
Text: Anton Waldt aus De:Bug 151

Wir haben uns seit Jahren daran gewöhnt, dass Bilder aus dem Photoshop-Säurebad kommen, insbesondere wenn sie ästhetisch etwas hermachen. Darauf, dass das Bild auf dieser Seite ohne Bildbearbeitungs-Software wie Photoshop entstanden ist, kommt man daher zunächst überhaupt nicht und der entsprechende Hinweis stößt auf ausgeprägte Skepsis. Aber es handelt sich tatsächlich um ein One-Click-Photo, das durch das Arrangieren des Motivs in der sperrigen analogen Echtwelt und einen Druck auf den Kameraauslöser entstand. Den Bild-Stunt hat sich der New Yorker Fotograf Béla Borsodi ausgedacht und -getüftelt, der sich mit Stilleben zwischen drolliger Obskurität und glossy Warenwelten einen Namen gemacht hat.

Die farblich geviertelte Szenerie hat Borsodi unterdessen für Freunde aus seinem Heimatland Österreich produziert, sein Foto ziert das Cover des Langspielers “Terrain” der elektronisch-experimentellen Gruppe VLP. Hinter dem Pseudonym verbergen sich Pia Palme, Electric Indigo und JSX, die mit Subbass-Blockflöte, Synthesizern und Plattenspieler-Sound verwunschene Klanglandschaften erzeugen.

Die Entstehung des Motivs kann man übrigens in einem Vimeo-Video bestaunen, das letzte Zweifel ausräumt, dass hier nicht alles mit analogen Dingen zugeht:

VLP cover genesis from Electric Indigo on Vimeo.

VLP, Terrain, ist auf Idyllic Noise erschienen.

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