FreeAlpha ist einer dieser feinen Software-Synthesizer, für die andere Firmen lockerer 200 Euro aufrufen würden. Umsonst macht das Teil noch mehr Spaß, jetzt auch auf dem Mac.
Text: Benjamin Weiss aus De:Bug 62

Musiktechnik

Freeware Arena

FreeAlpha (www.linplug.com)
Die PC-User unter euch werden ihn vielleicht schon kennen, für den Mac ist FreeAlpha aber gerade erst erschienen. FreeAlpha ist ein Softwaresynth im VST 2.0 Format und ist bis zu zwölfstimmig polyphon, so der Rechner es zuläßt. Er besitzt zwei Oszillatoren, die je eine von sage und schreibe 30 verschiedenen Wellenformen nutzen können. Die Filtersektion bietet Cutoff, Resonanz und Depth, an Filtertypen stehen zwei Tiefpässe (24db und 12db), sowie ein Bandpass (12db) und ein Hochpass zur Verfügung. Cutoff und Resonanz lassen sich über den LFO, eine Hüllkurve oder per Midicontroller modulieren. Der LFO kommt mit sechs verschiedenen Wellenformen und ist im Attack einstellbar. Zur Temposynchronisation können verschiedene musikalische Werte eingestellt werden. Je eine ADSR Hüllkurve stehen zur Formung des Filters und des Amps bereit. Was den FreeAlpha im Vergleich mit sonstigen Freewaresynths auszeichnet, ist die Modulationsmatrix: Hiermit können vier verschiedene Modulationswege aus 15 Quellen und 12 Zielen erzeugt werden, der Grad der Modulation läßt sich dabei separat regeln. Performanceseitig gibt es auf der Mac Plattform noch ein paar Unstimmigkeiten, denn es kommt gelegentlich bei 12 Stimmen zum Vollauschlag auf der VST Performance Skala, egal wie schnell der Rechner ist. Das dürfte allerdings mit einem kleinen Update zu beheben sein, denn ansonsten läuft FreeAlpha rund und ist eine angenehme Überraschung mit seinem eigenständigen Sound und sehr vielfältig in den Modulationsmöglichkeiten.

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Elektronische Lebensaspekte.

Für ganz umsonst kann man diesen Monat Freundschaft mit einem tibetanischen Mönch schließen, der trancig meditiert und dabei aber eigentlich Acid macht. Ausserdem im Angebot: Ein Querflöten-Emulator.
Text: benjamin weiss aus De:Bug 61

Musiktechnik

Freeware Arena

Delay Lama (http://www.audionerdz.com)
Buddhisten mit Humor, das ist doch mal was Nettes. Delay Lama ist ein VST Instrument für Mac und PC, das, jawohl, einen tibetanischen Mönch emuliert, der gerade seine Gesänge darbietet. Das Interface zeigt ihn, wie er im Lotussitz mit seeligem Blick und zusammengelegten Händen augenzwinkernd darauf wartet, dass er singen darf. Klickt man auf die tibetanische Flagge (die ein X/Y Controller ist, mit dem man die Tonhöhe bestimmt) darunter, gehts los: er fängt an zu singen, was man nicht nur an den sich bewegenden Lippen merkt, denn der ganze Körper macht mit, inklusive Schattenwurf. Unten links gibts noch einen Knopf für Portamento, das sich auch per MIDI-Controller steuern lässt. Rechts daneben ein Schieberegler, mit dem man dem Gesang noch ein gutklingendes Delay hinzufügen kann (ebenfalls per Controller steuerbar). Ganz unten rechts dann schließlich ein Drehregler für die Grundtonhöhe der Mönchsstimme: links ist tiefer, rechts höher. Hört sich alles in allem schwer nach Scherzartikel an, klingt aber erstaunlich gut und mit ein bischen Gefummel lässt sich aus dem Mönch eine prima Acidmaschine machen.

DMI Flute (http://dmi.deep-ice.com)
Nochmal Emulation, diesmal aber einigermaßen ernst gemeint: DMI Flute emuliert den Klang einer Querflöte. Im schlicht – funktionalen Interface gibts insgesamt sechs Drehregler und vier wählbare Einschwingcharakteristiken. Die ersten beiden Drehregler dienen dem Physical Modeling. Über sie kann man den Grad des Lippen- und Lungen Einsatzes des Spielers bestimmen. Daneben Depth und Speed für das Vibrato und schließlich Cutoff und Resonanz. Klar dass man damit keine echte Querflöte hinkriegt, aber wer will das schon. Klingt ok und läßt sich schön verzerren.

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Elektronische Lebensaspekte.

Im kalten Januar wärmt direkt aus der Festplatte der Multiband-Resonanzfilter der Ohmforce Entwickler. Ganz umsonst und ganz fett.
Text: Benjamin Weiss aus De:Bug 55

Freeware Arena 3

Ohmforce Frohmage
“OhmForce Frohmage” ist ein Freeware PlugIn von den Distortion Freaks, die schon OhmBoyz gemacht haben. Im Prinzip ist Frohmage ein Multiband Resonanzfilter, also ein Tiefpassfilter, der parallel mit bis zu sechzehn Bandpassfiltern geschaltet ist, wonach das Signal noch, wer hätte es gedacht, durch eine Distortion-Einheit gejagt wird. Alle Einstellungen können abgespeichert werden und sind löblicherweise auch vollständig automatisierbar. Zwischen den Presets lässt sich in Sekundenabständen eine Übergangszeit einstellen. Aber jetzt zu den eigentlichen Parametern: Zunächst gibt es den Wert Band. Hier kann definiert werden, wie viele Bandpässe zugeschaltet werden. Gleich darunter befindet sich der Drehregler für das Bandspacing, mit dem der Abstand zwischen zwei nebeneinanderliegenden Bändern geregelt wird. Der dicke Regler gleich rechts daneben dient der Cutoff-Frequenz, die wahlweise in Hz oder Noten angegeben werden kann. Links unten befindet sich der Resonanzregler, in der Mitte ein Schieberegler mit der Bezeichnung Tone. Er dient der Einstellung des Lautstärkeverhältnisses zwischen Tiefpassfilter und den Bandpassfiltern; ganz nach links gedreht ist nur der Tiefpassfilter hörbar, ganz nach rechts gedreht nur die Bandpassfilter. Rechts neben Tone kommt Evolution, womit eine Verzögerung der Bänder realisiert werden kann. In der Mittelstellung findet keine Verzögerung statt, je weiter nach links gedreht wird, um so mehr werden die tiefen Bänder verzögert, gleiches gilt im Umkehrschluss für die hohen Bänder beim Drehen nach rechts. Schließlich ist da noch Distortion Amount (für den Grad der Verzerrung) sowie ein Kippschalter der die Distortion wahlweise auf das Gesamtsignal oder nur auf den Tiefpassfilter routen kann. Neben der schon von OhmBoyz bekannten fetten Distortion (meiner Meinung nach die bestklingendste, die es momentan als Software gibt), ist auch der Filter klangtechnisch erste Qualität. Die Oberfläche ist gut durchdacht und einfach zu verstehen und die Performance erfreulich genügsam, was den Prozessor angeht. Kurz: ein weiteres Freeware PlugIn, das der kostenpflichtigen Konkurrenz zeigt, wo der Hammer hängt.

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