Die Asche, aus der die De:Bug stieg aus De:Bug 111


Vor zehn Jahren, im April 1997, wurde in der Redaktion der Techno-Zeitung Frontpage ziemlich wenig gearbeitet und dafür ziemlich viel Playstation gespielt. Die meisten Mitabeiter hingen nur noch im Büro rum, weil sie das Ende nicht verpassen wollten. Und natürlich, um ein bisschen zu plündern, schließlich standen die Gehälter schon länger aus. Ende ´96 war der Frontpage-Hauptsponsor R.J. Reynolds Tobacco abgesprungen, und Magazin-Chef Jürgen Laarmann (JL) ging langsam die Jovialität ab, die seine größenwahnsinnige Wirtschaft immer irgendwie zusammengehalten hatte.

Unvergessen: Um zu illustrieren, wie abgebrannt er selbst ist, pumpt sich JL vor versammelter Mannschaft 1.000 DM von Westbam. Just im Moment davor hatte JL verkündet, dass die Gehälter gesenkt werden, weil es kurzfristig an der Penunze mangelt. JL pumpt sich die 1.000 DM übrigens, weil er mit Westbam zur Casino-Sause verabredet ist. Großes Theater. Bis zuletzt gab es Flip-Charts mit interpolierten Wachstumsraten, nach denen das Unternehmen heute Google-Dimensionen haben müsste. Viel Verpeilung und Dummheit, wenigstens keine Bösartigkeit: JL hat doch glatt Bleed und Nerk die Redaktions-Computer angeboten. Die wollten die beiden zwar sowieso einpacken, trotzdem nette Geste. Mit den Frontpage-Computern wurde dann die De:Bug gegründet, während der Techno-Boom erst zwei Jahre später seinen Höhepunkt erreichte. Fazit: Reife Leistung, mitten im Boom abgeschmiert.

About The Author

Elektronische Lebensaspekte.