Aus der U-Bahn ins www - lohnt sich das überhaupt? Kostenmäßig, spaßmäßig, effizienzmäßig?
Text: Sascha Kösch aus De:Bug 79

Sony Ericsson GC79 WLAN + GPRS

Früher dachte man ja mal, es wäre ganz schön cool, mit dem Laptop über das Handy ins Netz zu gehen. Das war so einer der Grundmythen der Flexecutive-Commuter. Bluetooth z.B. wurde dadurch angepriesen, dass man nicht mehr mühsam im Gedränge der S-Bahn (obwohl man eigentlich nur in Japan sein Laptop in der S-Bahn rausholen sollte, jedenfalls nicht am Ostkreuz) eine Infrarotverbindung aufbauen musste. Aber auch Bluetooth war nie so ganz ZeroConf, und bevor man sich durch die Einstellungen für seinen Handyinternetprovider (ich sag’ nur: OBEX) gehangelt hatte, war man eh’ meist schon so frustriert, dass man es doch lieber vorzog, den nächsten Internetkiosk zu suchen oder zu sehen, ob man nicht irgendwo ein offenes W-Lan findet, was sich dann als ebenso frustrierend rausstellte.
Weshalb endlich mal jemand daran dachte, W-Lan und GPRS (bzw. GSM) zusammenzuschließen: Die Sony Ericsson GC79 W-Lan + GPRS Karte, die man in jedes Windows-Laptop stecken kann und deren Software schnell installiert ist, macht genau das. Sie sucht sich zur Netzverbindung das W-Lan (802.11b) und, sollte das mal nicht erreichbar sein, switcht sie einfach um und wird zum Handy, das eigentlich alles kann, was Handys in Bezug auf Daten sonst auch können, nur eben nicht telefonieren. Gerade das wäre für Nerds natürlich das Optimum gewesen. Man kann seine eigene Sim-Karte einlegen oder besorgt sich eine zweite extra dafür (manche Telefongesellschaften geben einem so etwas für nicht allzuviel Grundgebühr) und merkt den Switch beim Umschalten vor allem dadurch, dass man auf einmal mit Modemgeschwindigkeiten im Netz ist. So etwas braucht man natürlich vor allem dann, wenn die W-Lan-Karte nicht eh’ schon in den Rechner integriert ist. Das GC79 ist also – denn Laptops ohne W-Lan werden wohl bald zur Minderheit gehören – ein Übergangsprodukt, aber eins, das einem, wenn man nicht drauf steht, diverse Geräte (Bluetooth Adapter, Handy, Laptop) durch die Gegend zu jonglieren, eben genau das ermöglicht: immer Online sein, wenn man es braucht. Über GPRS viel mehr zu tun, als gelegentlich eine wichtige E-Mail zu verschicken oder auch mal die ein oder andere Webseite zu checken oder einen IRC-Kanal offen zu halten, dürfte einem aber allein schon wegen der datenbasierten Kosten von Internet übers Handy zu viel sein. Dafür aber ist es ein echtes Geschenk und informiert einen auch ständig über die Menge an Daten, die man über seine Karte so verschickt hat, damit einen die nächste Handy-Rechnung nicht umbringt.

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Elektronische Lebensaspekte.